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    Münnerstadt

    Münnerstadt: Reinigung des Stadtmauerwegs ist ein Ekel-Job für die städtischen Mitarbeiter aus dem Bauhof

    Mit Schaufel und Schubkarren entsorgen Mitarbeiter des städtischen Bauhofs Hundekot am Stadtmauerweg. Es ist ein permanentes Ärgernis.
    Auf nur wenigen Metern Stadtmauerweg kam diese Menge an Hundekot zusammen, zeigt Robert Conrad. Heike Beudert       -  Auf nur wenigen Metern Stadtmauerweg kam diese Menge an Hundekot zusammen, zeigt Robert Conrad. Heike Beudert
    Auf nur wenigen Metern Stadtmauerweg kam diese Menge an Hundekot zusammen, zeigt Robert Conrad. Heike Beudert

    Abstand halten fällt bei diesem Anblick wirklich nicht schwer. Am Stadtmauerweg haben die Mitarbeiter vom städtischen Bauhof zwei Schubkarren aufgestellt. Ihr Inhalt: Hundekot, zusammengetragen entlang des geschotterten Weges. Der Geruch ist unangenehm. Der Blick auf die Hinterlassenschaften nur eklig. Während man als Zeitungsreporter Abstand halten kann, können die beiden stätischen Mitarbeiter Manfred Schmitt und Robert Conrad nicht einfach einen großen Bogen um die Schubkarren machen. Sie sind an diesem Tag beauftragt, den Stadtmauerweg zu reinigen. "Es ist für mich das schlimmste am Job, wenn ich die Leute dafür einteilen muss", sagt Bauhofleiter Stefan Sluzar.

    Es ist ein altes Problem und immer wieder ein zum Himmel stinkendes: Manche Hundehalter lassen ihre Tiere die großen Geschäfte erledigen, egal wo. Die Hinterlassenschaften bleiben liegen, egal ob im Blumenbeet, am Spazierweg oder in einer Grünanlage . Stefan Sluzar bedauert auch die städtischen Gärtner. Sie langen bei der Beetpflege immer wieder in die Vollen. Manfred Schmitt ergänzt, dass Mähen von Grünanlagen mittlerweile mit Gesichtsvisier auch deshalb unabdingbar sei, weil einem sonst solche Hinterlassenschaften direkt ins Gesicht spritzten.

    An diesem Tag sah es wieder schlimm am Stadtmauerweg aus, vor allem auf dem Abschnitt zwischen Oberen Tor und dem Eingang zur Grube. Glück hatten die beiden städtischen Mitarbeiter, dass trockenes Wetter ist. "Wenn es nass ist, stinkt der Kot noch mehr", weiß Robert Conrad.

    Stefan Sluzar ist selbst Hundehalter und hat kein Verständnis dafür, dass Hundehaufen überall im Stadtgebiet - also auch auf den Stadtteilen - ein Dauerproblem sind. Gerade in der Kernstadt versteht er es noch weniger, denn dort gibt es sogar die Hundestationen mit Tütchen und Abfallbehälter. Doch komischerweise, das hat Manfred Schmitt bemerkt, finden sich direkt unter manchen Hundestationen gerne besonders viele und große Hinterlassenschaften.

    Anhand der Anzahl der Tüten, mit denen die Stadt jede Woche die Hundestationen bestücken lässt, dürfte es überhaupt kein Hundekot-Problem geben, erklärt Stefan Sluzar. Wöchentlich kommt Tütennachschub. Er fragt sich, wofür diese dann gebraucht werden. Für den ihnen zugewiesenen Zweck anscheinend nicht.

    Ein Elend

    Auch gewissenhafte Hundehalter ärgern sich über die Nachlässigkeit anderer Tierhalter . Michael Schwarz und Winfried Klöckner kommen bei ihrem Gassigang mit ihren Hunden zufällig vorbei. Beide äußern Unverständnis über die Situation. "Es ist eine Unverschämtheit", sagt Winfried Klöckner. Michael Schwarz hat einen Garten am Stadtmauerweg. "Ich sehe das Elend täglich", erklärt er. Beide zeigen, dass sie es anders machen. Sie haben immer ein Tütchen in der Tasche, um die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner einzutüten und ordentlich zu entsorgen.

    Apropos entsorgen: Der Kot muss als Sondermüll in der Deponie in Wirmsthal entsorgt werden - eine ebenfalls teure Angelegenheit für die Stadt .

    Die Hundesteuer , die gezahlt wird, ist ein Argument, das immer mal von nachlässigen Hundehaltern angeführt wird, weiß Stefan Sluzar. In Münnerstadt sind es rund 26 000 Euro, die dadurch jährlich in die Stadtkasse kommen. Das Zahlen dieser Steuer entbinde die Halter aber nicht ihrer Sorgfaltspflicht, erinnert Stefan Sluzar. Hundesteuer sei kein Freibrief dafür, dass andere die Hinterlassenschaften der Vierbeiner aufräumen müssten. Ein Hund kostet jährlich 60 Euro, kommt ein zweiter hinzu sind es 90 Euro, für den Dritten 150 Euro.

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    Heike Beudert

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