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    Münnerstadt: Viele Fragen zum Wohnmobilstellplatz

    Auf dem Luma-Grundstück soll ein Wohnmobilstellplatz entstehen. Jetzt stellte Planer Andreas Halboth das Vorhaben im Stadtrat vor. Thomas Malz
    Auf dem Luma-Grundstück soll ein Wohnmobilstellplatz entstehen. Jetzt stellte Planer Andreas Halboth das Vorhaben im Stadtrat vor. Thomas Malz

    Für eine lebhafte Diskussion sorgte bei der jüngsten Stadtratssitzung die Projektvorstellung für einen Wohnmobilstellplatz in den Herrengärten in Münnerstadt . Die vielen Fragen und Einwände einiger Stadträte verstand Architekt Andreas Halboth nicht als negative Stimmung. Gerade um Einwände, Ergänzungen und gegebenenfalls Korrekturen vornehmen zu können, habe er das Projekt ja vorstellen wollen, bevor das Genehmigungsverfahren eingeleitet wird.

    "Ich bin sehr angenehm überrascht", sagte Bürgermeister Helmut Blank ( CSU ) zu dem Vorhaben. Das Grundstück liege sehr nah an der Altstadt, die Erschließung sei kein Problem. Dass ein Wohnmobilstellplatz auf einem Grundstück der Stadt entstehen soll, die es verpachten wird, empfindet er als sehr positiv.

    Architekt Andreas Halboth verwies auf die wachsende Zahl der Wohnmobilisten. Laut Statistik liege die Verweildauer bei 2,5 Tagen, 15 Euro lasse ein Gast pro Tag bei der Gastronomie, insgesamt gebe er 52 Euro pro Tag aus. Mit dem neuen Wohnmobilstellplatz werde die aktuelle Situation verbessert. "Ideal ist er nicht", meinte Andreas Halboth zum bestehenden Stellplatz an der Lache. Zum erwartenden Verkehr in der Friedhofstraße sagte er: "Da passiert nicht viel". Im Durchschnitt sei bei den 20 Stellplätzen mit 1,5 Fahrzeugen pro Tag zu rechnen. "Bei einem Vorgespräch beim Wasserwirtschaftsamt ist uns viel Wohlwonnen entgegengebracht worden", so der Architekt. Eine Pflasterung oder gar Asphalt sei nicht vorgesehen. Im hinteren Bereich ist eine kleine Fläche für Zelte angedacht, damit auch Fahrradtouristen einen Platz haben. Geplant ist ebenfalls ein Sanitärraum mit Toilette und gegebenenfalls einer Dusche. "Ein tolles Projekt", sagte Helmut Blank .

    "Es gibt viele offene Fragen", meinte Dieter Petsch (Forum aktiv) dazu. So sei das Areal Retentionsraum für Hochwasser. Es handele sich sogar um zwei sich überlappende Überschwemmungsgebiete. Außerdem sei zu befürchten, dass bei einer Überplanung Ausgleichsflächen geschaffen werden müssen. Er bat darum, das zu prüfen. Auch das Thema Rohrnetzbeiträge des Pächters sei zu beachten. Und: "Dann ist die Karlsberganbindung gestorben."

    Hochwasser spiele keine Rolle, entgegnete der Bürgermeister; die Rohrnetzbeiträge müsse man prüfen. Für die Karlsberganbindung gebe es besser Varianten. Andreas Halboth fügte hinzu, dass das Luma-Grundstück mit dem Bau der Stellplätze auch nicht für immer als Karlsberganbindung verloren sei.

    "Wohnmobilstellplätze finde ich super", sagte Rosina Eckert (Forum aktiv). Sie sieht allerdings Probleme wegen der Anfahrt und vor allem: "Sollten wir uns das Geschäft aus der Hand nehmen und einem privaten Betreiber überlassen?"

    "Mir fehlen die positiven Wortmeldungen", bemängelte der Bürgermeister. "Unser Ziel ist es nicht, Gewinne zum machen, sondern die touristische Erschließung der Altstadt." Auch Fabian Nöth (Neue Wege) sah Vorteile durch eine Privatisierung. "Ich bin nicht dagegen", stellte Rosina Eckert klar. Es gebe aber Foren. Und wenn da steht, dass die Zufahrt problematisch ist, gebe es Probleme. Außerdem wolle sie die vorhandenen Stellplätze in der Lache nicht aufgeben. "Vielleicht sollte man dem Investor anbieten, dass er die vorhandenen Wohnmobilplätze mit übernimmt", schlug Klaus Schebler (Neue Wege) vor. Er verwies darauf, dass das neue Gelände auch von Besuchern des Heimatspiels oder beim Stadtfest genutzt werden kann. "Ich finde es klasse", sagte er zu dem Vorhaben.

    "Ich habe gegen gegen das Projekt jede Menge Einwände", meldete sich Hubert Holzheimer (Forum aktiv) zu Wort. Diese betreffen vor allem den Wasser- und Quellenschutz. 20 Wohnmobilstellplätze ohne Wasserabscheider - das gehe gar nicht. Hubert Holzheimer, dem die Pension "Hubertushof" unmittelbar neben dem Luma-Grundstück gehört, kritisierte vor allem drei geplante Stellplätze, die unmittelbar an seinem Grundstück und damit ganz nah an einer der größten Quellen im Landkreis geplant sind. Er beklagte, wie der Bürgermeister mit Gewerbetreibenden umgehe. "Die Punkte bekommen Sie schriftlich von meinem Anwalt", betonte Hubert Holzheimer.

    Michael Kastl ( CSU ) zeigte sich erfreut, dass ein Investor auf die Stadt zukommt. Man müsse bei der Diskussion im Hinterkopf behalten, wie das auf andere wirkt und sehr behutsam mit dem Thema umgehen. Mit dem Wasserwirtschaftsamt sei das alles abgesprochen, bekräftigte Helmut Blank .

    "Ich finde, das ist ein sehr gutes Projekt; mich erschreckt, dass es von Anfang an negativ dargestellt wird", sagte Thomas Klemm ( CSU ). Diese Aussage rief Matthias Kleren (Freie Wähle) auf den Plan. "Wenn man Einwände hat, die berechtigt sind, darf man die auch vorstellen", sagte er. Und dann heiße es gleich, man rede das Vorhaben kaputt. "Dankeschön!" Thomas Klemm betonte allerdings, dass sich seine Kritik lediglich auf de Wortbeitrag von Hubert Holzheimer beschränkt habe.

    "Ich verstehe die Einwände nicht als negative Stimmung", meinte Andreas Halboth dazu. "Dass solche Einwände kommen, ist doch wunderbar." Sie sollen dazu dienen, Lösungen zu finden. Helmut Blank sagte zu, noch einmal das Gespräch mit dem Wasserwirtschaftsamt zu suchen, und Andreas Halboth ergänzte, dass auch mit den Nachbarn geredet werden soll.

    Es sei wichtig, dass man das Vorhaben grundsätzlich positiv sehe, meinte Andreas Trägner ( Freie Wähler ) "Man muss aber auch kritische Fragen stellen." Denn: "Die Karlsberganbindung fehlt mir noch." Andreas Trägner ist überzeugt: "Wenn man vorher zusammen redet, kommt auch was Konstruktives heraus."

    Es wäre schön, wenn man dem Investor ein positives Signal mitgeben könnte, fand Klaus Schebler. "Eine Bauleitplanung steht nicht auf der Tagesordnung", sagte dazu Leo Pfennig ( Freie Wähler ). Er möchte, dass der Stadtrat eine schriftliche Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamtes bekommt. Nun sollen die Einwände abgeklärt werden, Andreas Halboth zeigte sich auch überzeugt, dass ein Kompromiss mit den Nachbarn gefunden werden kann.

    Thomas Malz

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