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    Münnerstadt

    Münnerstadt: Weihnachtsbeleuchtung für Oberes Tor im Gespräch

    Der wiedergewählte Vorsitzende, Wolfram Graeber, hat dabei das Hohntor in der Nachbarstadt Bad Neustadt an der Saale im Sinn, das seit Jahren in der Vorweihnachtszeit mit tausenden kleiner Glühlampen beleuchtet wird.
    Der neue Vorstand des Vereins der Freunde des Oberen Tores: Vorne links der  wiedergewählte Vorsitzende Wolfram Graeber, daneben sein neuer  Stellvertreter Christian Gopp sowie (hintere Reihe von links nach rechts) Beirat  Lothar Behrendt, Dominik Popp (Vertreter für seine Ehefrau, Kassiererin  Ines Popp), Beirat Dr. Alfred Dahinten und Web-Master Roland Gopp. Foto:  Dieter Britz       -  Der neue Vorstand des Vereins der Freunde des Oberen Tores: Vorne links der  wiedergewählte Vorsitzende Wolfram Graeber, daneben sein neuer  Stellvertreter Christian Gopp sowie (hintere Reihe von links nach rechts) Beirat  Lothar Behrendt, Dominik Popp (Vertreter für seine Ehefrau, Kassiererin  Ines Popp), Beirat Dr. Alfred Dahinten und Web-Master Roland Gopp. Foto:  Dieter Britz
    Der neue Vorstand des Vereins der Freunde des Oberen Tores: Vorne links der wiedergewählte Vorsitzende Wolfram Graeber, daneben sein neuer Stellvertreter Christian Gopp sowie (hintere Reihe von links nach rechts) Beirat Lothar Behrendt, Dominik Popp (Vertreter für seine Ehefrau, Kassiererin Ines Popp), Beirat Dr. Alfred Dahinten und Web-Master Roland Gopp. Foto: Dieter Britz

    Die Freunde des Oberen Tores haben ihren langjährigen Vorsitzenden Wolfram Graeber im Amt bestätigt. Für drei weitere Jahre übernimmt er die Führung und steht damit bereits seit der Gründung im Jahr 2003 an der Spitze des Vereins mit seinen zurzeit 215 Mitgliedern. Zwar sprach Wolfram Graeber in seinem Rechenschaftsbericht bescheiden von "relativ ruhigen Jahren 2018 und 2019". Doch untätig war der Vorstand durchaus nicht, wie sich im Laufe des Abends zeigte.

    Die städtische Musikschule räumt die Zehntscheune und zieht um in die alte Landwirtschaftsschule . Graeber will mit Bürgermeister Michael Kastl verhandeln, damit der Verein sich hier niederlassen kann. Er könnte sich vorstellen, dies in Zusammenarbeit mit dem Rhönklub-Zweigverein zu tun, "der auch eine neue Bleibe sucht", teilte er mit.

    Er wünscht sich auch, dass Künstler im Turm ausstellen und dadurch wieder Leben in das alte Gemäuer einkehrt, "das ist mein Traum".

    Graeber verhandelt mit Bürgermeister Kastl auch über die weihnachtliche Beleuchtung des Oberen Tores. Er hat dabei das Hohntor in der Nachbarstadt Bad Neustadt an der Saale im Sinn, das seit Jahren in der Vorweihnachtszeit mit tausenden kleiner Glühlampen beleuchtet wird. Er hofft, dass auf Kosten der Stadt eine stromsparende LED-Beleuchtung angebracht wird. "Unsere Strahler kosteten jedes Jahr etwa 350 Euro Stromkosten, das war zu viel für unser Budget", betonte er.

    Zu den Markttagen und bei den GTI-Treffen war der Turm jeweils für Besucher geöffnet, außerdem gab es mehrere Turmführungen für Interessierte.

    Auch einiges an Arbeiten war im und am Turm fällig. So musste jedes Mal im Frühjahr die schweren wassergefüllten Feuerlöscher in den Turm getragen und im Herbst wieder heruntergeholt werden. Die Eingangstüre wurde neu gestrichen, die Fenster geputzt. Die Brutkästen des Turmfalken- und des Schleiereulenpaares mussten versorgt und kontrolliert werden.

    Wolfram Graeber berichtete auch, dass der Verein im März letzten Jahres zum zweiten Mal "hartnäckig von der GEZ (Gebühreneinzugszentrale) belästigt wurde" und "es wird jedes Mal behauptet, wir hätten eine Betriebsstätte, will heißen eine Kneipe, Café oder dergleichen im Turm . Dafür hätten wir pro Monat entsprechend unserer Mitgliederzahl 87,50 Euro zu bezahlen gehabt". Seine Recherche habe ergeben, dass lediglich der Verein der Freunde des oberen Tores in der Stadt angeschrieben worden sei - "die GEZ hat die Adresse von einer ‚windigen Firma‘ aus den USA gekauft".

    Franz Wüst konnte die fälligen Neuwahlen des Vorstandes in wenigen Minuten durchziehen, da offen gewählt wurde. Vorsitzender bleibt Wolfram Graeber, Kassiererin Ines Popp. Neu gewählt wurden als zweiter Vorsitzender Christian Gopp und als Protokollführer Oliver Hofmann. Beiräte wurden Bärbel Will, Dr. Alfred Dahinten, Lothar Behrendt und Iris Ferenz. Kassenprüfer sind Roman Jonas und Franz Wüst. Bestätigt wurde auch Roland Gopp als Web-Master. Alle Wahlen erfolgten einstimmig. Aus dem Vorstand schieden die bisherigen Beiräte Rudolf Friehs und Hedi Schreiner aus.

    Hintergrund

    Münnerstädter Tore Das Obere Tor ist das Wahrzeichen der Stadt . Es ist mit einer Höhe von 36,36 Metern "der höchste Stadttorturm Unterfrankens " (laut Flyer des Vereins der Freunde des Oberen Tores), während es im Internet-Lexikon-Wikipedia etwas bescheidener heißt "es handelt sich um einen der höchsten Stadttürme Unterfrankens ". Der Turm wurde 1293 erstmals in einer Urkunde erwähnt. Das sechste Stockwerk wurde erst 1570 hinzugefügt. Hier wohnten die Torwächter. Die 1,60 Meter hohe Marienfigur, die restauriert wurde, stammt aus dem 14. Jahrhundert. Die Turmuhr auf der Stadtseite mit der Jahreszahl 1778 ist ein detailgetreuer Nachbau aus dem Jahr 2003.

    Münnerstadt hat noch mehr Türme zu bieten. Der Dicke Turm war ebenfalls Teil der Stadtbefestigung und wurde etwa Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet. Auch hier führte ein Tor in die Stadt . Er diente im 16. Jahrhundert als "Lochgefängnis", der Gefängniswärter hieß deshalb "Lochwirt".

    Das dritte erhaltene Tor ist das fünfgeschossige Jörgentor mit seinem markanten Fachwerks-Aufsatz. Das Untere Tor beim Café Tilman wurde Ende des Zweiten Weltkrieges von US-Streitkräften gesprengt, damit Panzer in das Innere der Stadt fahren konnten. Mehr Informationen hier .

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    Dieter Britz

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