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    Garitz

    Musikalisches Galamenü

    Die Herzen des Publikums hatten die Chöre schnell erobert.  Foto: Brigitte König
    Die Herzen des Publikums hatten die Chöre schnell erobert. Foto: Brigitte König

    Jedes Jahr aufs Neue gelingt dem Gesangsverein Garitz etwas, das so schwer zu erreichen ist, obwohl es doch so nahe zusammenzuliegen scheint: Nahrung für Seele und Körper gleichermaßen zu schaffen. Dabei war das üppige Tortenbuffet, das die zahlreichen Gäste am Sonntag beim Frühlingskonzert in der Garitzer Turnhalle erwartete, nur das vorgezogene Dessert für das nachfolgende Galamenü an stimmungsvollen Liedern der drei sich in blendender Verfassung präsentierenden Chorformationen.

    Kids mit von der Partie

    Quasi, als im wahrsten Sinne des Wortes noch kleinen, aber besonders feinen Gruß aus der Küche, konnte man den Auftritt der "Göritzer ChorKids" verstehen, bei denen die knapp 20 Kleinsten des Kinderchors erstmals mit einem Traditional aus Israel auch einen gemischten Chorgesang vorstellten. Gestenreich von der omnipräsenten Chorleiterin Antje Kopp geleitet, wagte sich der Kinderchor auch an harmonisch komplexere Stücke (Frühlingskinder), bevor er mit dem originell instrumentierten "Urwaldsong" zwar die Bühne verließ, aber die Herzen der Zuschauer gewann.

    Als veritabler Hauptgang ist dann der Auftritt des Hausener Mädchenchores "Chorisma" zu werten. Rhythmisch exakt und zugleich visuell spannend, präsentierten sich die knapp zwanzig Mädchen im Teenager-Alter bei ihrem "Aufmacher", dem Cup-Song.

    Mit Nenas "Wunder geschehn" und Grönemeyers "Mambo" zeigte die Formation überzeugend, dass sie auch besinnliche und witzige deutschsprachige Lieder ansprechend darzubieten weiß. Mit Bedacht hatten die Mädchen, ebenfalls von Antje Kopp dirigiert, Queens Popbalade "Bohemian Rhapsody" ans Ende ihres Auftritts gestellt, denn dieses Stück, das den Sängerinnen stimmlich und melodisch alles abverlangte, meisterte nicht nur der Chor souverän, sondern ebenso die begleitende Band und die überragende Solistin Antonia Kopp.

    Das Publikum bedankte sich mit begeistertem Applaus, ehe die vierzig Sängerinnen und Sänger des Chores "Intakt" das Ruder übernahmen und den Hauptgang II einläuteten. Auch wenn die stimmliche Qualität dieses Klangkörpers mittlerweile hinlänglich bekannt ist, erstaunt es doch eins ums andere Mal, wie Chorleiter Stefan Ammersbach auch die letzten Konzentrationsreserven aus seinem Vokalensemble herausholt.

    Sei es bei dem zuerst sperrig wirkenden "Give us a little love", das in einem fulminanten Crescendo gipfelte, oder bei dem zarten a cappella Liebeslied "Ich seh dich". Dass der Chor auch rockigere Töne beherrscht, wurde dann mit Adeles "Rolling in the deep" eindrücklich bewiesen.

    Großartiger Schlusspunkt

    Einen großartigen Schlusspunkt an überschäumender Sangeslust setzte der Chor mit dem komplexen Medley aus dem Pop-Musical Hair ("Let the Sunshine in") ehe zum großen Finale alle drei Chöre gemeinsam Michael Jacksons "We are the World"mitreißend intonierten. Dass hierbei kein Zuschauer auf den Sitzen blieb, versteht sich schon fast von selbst. Vielleicht wollte der eine oder andere nach diesem Galamenü auch nur den wohlverdienten Digestiv schnell zu Hause genießen und dabei nochmals in den Impressionen dieses übervollen Nachmittags schwelgen. Und besonders erfreulich: Das Benefizkonzert unter dem Motto "Rene soll leben" erbrachte insgesamt Spenden von 800 Euro für Rene, der in Spanien auf eine Transplantation wartet.

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