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    Münnerstadt

    Musikschule platzt aus allen Nähten

    Die äußerst positiven Schülerzahlen bringen auch Nachteile mit sich. In der Zehntscheune wird es einfach zu eng. Aber eine Lösung des Problems ist absehbar.
    Musiker der Städtischen Musikschule Münnerstadt begleiten oft Veranstaltungen in Münnerstadt. Inzwischen hat die Schule einen neuen Rekord an Schülern zu verzeichnen. Dieter Britz       -  Musiker der Städtischen Musikschule Münnerstadt begleiten oft Veranstaltungen in Münnerstadt. Inzwischen hat die Schule einen neuen Rekord an Schülern zu verzeichnen. Dieter Britz
    Musiker der Städtischen Musikschule Münnerstadt begleiten oft Veranstaltungen in Münnerstadt. Inzwischen hat die Schule einen neuen Rekord an Schülern zu verzeichnen. Dieter Britz

    Äußerst positiv fällt der Jahresbericht des Leiters der Städtischen Musikschule Münnerstadt , Thomas Reuß, aus. Danach hat sich die Schülerzahl gegenüber dem Vorjahr um sechs auf 377 erhöht. Einschließlich der von acht Musiklehrern der Schule betreuten WIM-Klassen (Wir musizieren) liegt die Gesamtschülerzahl bei 1073. Im Vorjahr waren es noch 952 Schüler gewesen.

    "Aufgrund der seit Jahren steigenden Schülerzahlen reichen die Räumlichkeiten der Musikschule kaum noch aus. Durch die Nutzung von Räumen der Freiherr-von-Lutz-Schule und des Gymnasiums konnten Unterrichtsstunden aus der Zehntscheune ausgelagert werden", so Thomas Reuß. Aber: "Für die Proben des Jugendblasorchesters ist der Saal der Musikschule sehr beengt. Allein die Schlaginstrumente benötigen etwa ein Viertel des Saals." Dies betreffe auch das Auswahlorchester des Nordbayerischen Musikbundes (NBMB), dass schon mehrfach im Saal geprobt habe. "Und sich immer wieder über die räumliche Enge beklagt haben", sagt der Musikschulleiter. "Wir gehen bezüglich der Raumsituation derzeit sehr viele Kompromisse ein." Auch die vielen Instrumente der Musikschule seien unzureichend aufbewahrt.

    Aber nicht nur die Enge bereitet ihm Sorgen. Schon mehrfach hat er die dünnen Wände in der Zehntscheune angesprochen und die damit verbundenen Hellhörigkeit. "Manchmal sind alle Räume belegt, dann ist es kaum auszuhalten", sagt er. Für die Früherziehung bräuchte er eigentlich einen Raum mit Teppich, der Raum der Schlagzeuger sollte gedämmt sein. Thomas Reuß freut sich natürlich über den guten Zuspruch, aber die Raumsituation sei derzeit unbefriedigend, sagt er.

    Bürgermeister Helmut Blank ( CSU ) hat bereits mehrfach die ehemalige Landwirtschaftsschule am Berufsbildungszentrum als mögliches künftiges Domizil der Musikschule ins Spiel gebracht. Denn mit der Eröffnung des neuen BBZ voraussichtlich im September dieses Jahres stehen das alte BBZ und die frühere Landwirtschaftsschule (BBZ II) leer. Inzwischen hat sich eine weitere Möglichkeit ergeben. War früher immer von einem Abriss des alten Berufsbildungszentrums (BBZ I) die Rede, so hat sich das mittlerweile geändert. Bei einem Gespräch mit dieser Zeitung erinnerten der Bürgermeister und der geschäftsleitende Beamte, Stefan Bierdimpfl, daran, dass sich der Stadtrat bereits im letzten Jahr mit der Programmfortschreibung der Städtebauförderung für die nächsten Jahre befasst hat.

    Dabei ist eine Machbarkeitsstudie bezüglich des Areals BBZ I und BBZ II ins Spiel gebracht worden. Wahrscheinlich noch im Januar soll das Thema abschließend im Stadtrat behandelt werden, damit ein entsprechender Förderantrag gestellt werden kann. "Die Machbarkeitsstudie ist ergebnisoffen und wird unter Einbeziehung der Bevölkerung erstellt", sagt Helmut Blank . "Da kann alles bei herauskommen."

    Das alte BBZ weist zwar einige bauliche Mängel auf, weswegen letztendlich vom Landkreis und der Caritas Schulen GmbH ein neues Berufsbildungszentrum gebaut wird, aber möglicherweise kann es ja für andere Zwecke hergerichtet, oder nur nur teilweise abgebrochen werden. Der Bürgermeister verweist auf die vorhandenen Räumlichkeiten, wie das Foyer und natürlich die Aula des BBZ. Möglich sei auch der Abriss der Landwirtschaftsschule, auf deren Areal dann Parkplätze entstehen könnten und eine andere Nutzung des BBZ, beispielsweise als Musikschule. "Oder umgekehrt, alles ist offen, auch der Abriss beider Gebäude ist möglich." Der Vorteil: Das alte BBZ, die frühere Landwirtschaftsschule und das Haus mit den ehemaligen Lehrerwohnungen befinden sich inzwischen alle im Eigentum der Stadt. Zudem sind Zuschüsse im Rahmen des Förderprogramms Stadtumbau West möglich. "Wir haben viel im Verborgenen gearbeitet, aber das wird sich noch auszahlen für die Stadt", ist Helmut Blank überzeugt.

    Musikschulleiter Thomas Reuß sieht die neuen Möglichkeiten positiv. "Mir ist es eigentlich egal", sagt er. Ob nun die Musikschule in die Landwirtschaftsschule oder ins alte BBZ umzieht: Alles sei besser als die derzeitige Situation. Für die Zehntscheune , bei der unter anderem eine Dachsanierung ansteht, braucht die Stadt auch noch ein künftiges Nutzungskonzept. Spätestens, wenn die Feuerwehr nach mehr als 150 Jahren auszieht.

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    Thomas Malz

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