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    Bad Kissingen

    Nach Vandalismus: Staatsbad GmbH holt Figuren nach drinnen

    Die Staatsbad GmbH hat als Reaktion auf erneute Beschädigungen die Tonfiguren von Hilde Würtheim eingesammelt und zwischengelagert. Gezeigt werden sollen sie aber wieder.
    Die Figuren einer Ausstellung der Künstlerin Hilde Würtheim sind am Montag nach wiederholten Zerstörungen eingesammelt worden. Sie waren bis jetzt in den Kuranlagen und im Park zu sehen, sollen aber im Innenbereich wieder aufgestellt werden. Unser Bild zeigt eine der Figuren, die Ende Mai beschädigt, dann aber repariert wurden.
    Die Figuren einer Ausstellung der Künstlerin Hilde Würtheim sind am Montag nach wiederholten Zerstörungen eingesammelt worden. Sie waren bis jetzt in den Kuranlagen und im Park zu sehen, sollen aber im Innenbereich wieder aufgestellt werden. Unser Bild zeigt eine der Figuren, die Ende Mai beschädigt, dann aber repariert wurden. Foto: Siegfried Farkas

    Die Empörung über den erneuten Vandalismus an Tonskulpturen der Künstlerin Hilde Würtheim ist nach wie vor groß in Bad Kissingen. Auf diversen Online-Kanälen bringen Bürger ihr Entsetzen über die Zerstörung von zwei Figuren sowie das Verschleppen einer weiteren am frühen Samstagmorgen zum Ausdruck.

    Die Staatsbad GmbH reagierte am Montag in Abstimmung mit der Künstlerin. Die Kurgärtnerei sammelte am Vormittag die mehr als 20 Figuren ein. Diese waren in den vergangenen Wochen an diversen Stellen in  den Kuranlagen und im Luitpoldpark zu sehen. Sie zogen dabei die Aufmerksamkeit vieler Gäste und Einheimischer auf sich. Viele nutzten die fast lebensgroßen Figuren, um sich damit fotografieren zu lassen.

    Zwischenlagerung

    Wie die Staatsbad GmbH am Montag mitteilte, werden die Tonfiguren vorerst zwischengelagert. Als ein Aufgeben dem Vandalismus gegenüber, wie es in einzelnen Onlinekommentaren hieß, sollte man das aber nicht interpretieren. Denn die Staatsbad GmbH verband die Information über die Zwischenlagerung mit dem Hinweis: "Es ist in Planung, die Figuren im Innenbereich aufzustellen." Wo das sein wird, soll in einem nächsten Schritt festgelegt werden. In die Suche nach neuen sicheren Innenstandorten werde die Künstlerin wieder einbezogen.

    In ihrer Pressemitteilung zitiert die Staatsbad GmbH auch Hilde Würtheim selbst: "Ich bin immer noch entsetzt über die gewaltige Zerstörungswut, die meinen Figuren entgegengebracht wird", erklärt die Würzburger Künstlerin da. "Wenn sie angegriffen werden, fühlt es sich für mich so an, als hätte man auf mich eingeschlagen." Sie könne einfach nicht verstehen, wieso jemand den Figuren schaden wolle: "Sie fordern doch in keiner Weise Aggression heraus."

    Kurdirektorin: Schon der dritte Fall

    Kurdirektorin Sylvie Thormann bedauerte den erneuten Vandalismus an Würtheims Figuren ebenfalls ausdrücklich. Sie sprach dabei davon, dass es sich sogar bereits um den dritten Fall von Beschädigung an den Skulpturen handle. Dabei habe die Staatsbad GmbH "durchweg positive Rückmeldungen von Gästen und Einwohnern erhalten". Diese seien von den Figuren "und der gesamten Ausstellung  in den Parkanlagen begeistert" gewesen.

    In den ersten Reaktionen von Kissinger Bürgern auf die erneuten Zerstörungen war am Wochenende mehrfach die Forderung lautgeworden, Wildkameras aufzustellen. Nach Angaben der Polizeiinspektion stoßen solche Pläne der Überwachung im öffentlichen Raum jedoch schnell an die Grenzen der datenschutzrechtlichen Bestimmungen. In einem fest eingegrenzten Bereich sei so etwas vielleicht einmal vorstellbar. Aber in diesem Fall habe es sich um ein Gebiet mit mehreren hundert Metern Ausdehnung gehandelt.

    Debatte um Überwachungskameras

    Wegen der vorangegangenen Beschädigungen sei die Polizei allerdings verstärkt mit Streifen in dem betreffenden Bereich unterwegs gewesen. Damit Vandalismus zu unterbinden sei aber natürlich sehr schwierig. Aktuell haben die Gesetzeshüter nach eigenen Angaben auch keine konkrete Hinweise auf Verdächtige.

    Wie berichtet, ereignete sich der jüngste Akt von Vandalismus am Samstagmorgen in der Zeit zwischen 4 Uhr und 5 Uhr. Zerstört wurden die Figur eines alten Mannes mit Aktentasche an der sogenannten mediterranen Kneipplandschaft und die nicht weit entfernt davon platzierte Figur einer jüngeren Frau. Bei der verschwundenen Figur soll es sich um jene einer älteren Frau handeln, die neben der des alten Mannes auf einem Mäuerchen postiert war.

    Mehrere tausend Euro Schaden

    Ende Mai waren vor dem Haupteingang des Regentenbaus und im Kurgarten bereits zwei andere Figuren der Würzburger Künstlerin mit großer Gewalt zerstört worden. Der damalige Vorfall ereignete sich übrigens ebenfalls in der Nacht zu einem Samstag.

    Den durch den aktuellen Vandalismus vom vergangenen Wochenende entstandenen Sachschaden gab die Polizeiinspektion Bad Kissingen am Sonntag  mit 6000 Euro an. Dazu kommt der mit 3000 Euro bezifferte Wert der verschwundenen Figur. Hinweise auf die Täter nehmen die Beamten unter Tel.: (0971) 71 49-0 entgegen.

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