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    Aura an der Saale

    Nachbarschaftshilfe greift wieder vielerorts

    Die Corona-Pandemie fördert neue, aber auch längst vergessene Ideen zutage. Der Vorstand des Jugendraums Aura ist einer, der für andere Einkaufsservice anbietet.
    So kann die Einkauf-Nächsten-Hilfe funktionieren, die (von links) Justus Waldig, Luca Raab und Kristin Hack mit weiteren Jugendraum-Mitgliedern anbieten.Foto: Winfried Ehling       -  So kann die Einkauf-Nächsten-Hilfe funktionieren, die (von links) Justus Waldig, Luca Raab und Kristin Hack mit weiteren Jugendraum-Mitgliedern anbieten.Foto: Winfried Ehling
    So kann die Einkauf-Nächsten-Hilfe funktionieren, die (von links) Justus Waldig, Luca Raab und Kristin Hack mit weiteren Jugendraum-Mitgliedern anbieten.Foto: Winfried Ehling

    Eine Erfahrung bewahrheitet sich wieder einmal: Jede Münze hat zwei Seiten. Eine schwierige Situation wie die Pandemie birgt auch Chancen und eröffnet neue Erkenntnisse . Mit schlimmen und einschränkenden Ereignissen täglich konfrontiert, blitzen in der weltbedrohlichen Lage immer wieder Lichter auf, Fingerzeige die unerwartete Ereignisse und verschollene Eigenschaften zu Tage fördern.

    Herunter gebrochen auf die Ebene des unmittelbaren Umfelds, der Familie und der Gemeinschaft, gedeihen Ideen und Initiativen, die so mancherorts schon vergessen waren, wie etwa die Nachbarschaftshilfe, die in Zeiten der Corona auch ohne körperliche Nähe funktionieren kann. In Aura hatte Stefan Graser die Idee, betagte Mitbürger in Form von Einkäufen zu unterstützen. Dafür gewann er den Vorstand des örtlichen Jugendraums, der sich bereit erklärte, diese Aufgabe zu übernehmen.

    Ein Info-Flyer mit den Telefonnummern der Vorstandsmitglieder ging an die heimischen Haushalte und wurde über Facebook veröffentlicht. Auch Bürgermeister Thomas Hack nimmt Anrufe entgegen und leitet sie weiter. Was die Ausführenden benötigen ist eine schriftliche Auflistung der Anrufer mit Angabe der Artikelmarke und das Geld zum Einkaufen. Beides sollte unter Adressenangabe abholbereit sein, informiert Luca Raab vom Vorstand des Jugendraums.

    "Wir holen das Geld und die Einkaufstüte oder den Korb ab und besorgen die Sachen im Markt in Euerdorf, der ausreichend bestückt ist", so Fahrzeugbesitzer Justus Waldig. Danach ist geplant den Einkauf und das Restgeld zur Haustüre des Anrufers zu bringen, ihn entweder durch klingeln bei dem empfohlenen Abstand zu übergeben oder den Besteller anzurufen.

    Vorbeugen hilft

    Nach Einschätzung von Kristin Hack kann dies älteren Mitbürgern oder solchen mit Vorerkrankung eine vorbeugende Hilfestellung sein. In Aura gibt es noch keinen bekannten Infizierten und dies sollte möglichst auch so bleiben, hofft der Jugendraum-Vorstand. Das Angebot der jungen Leute, das besonders in den Wochen der aktuellen Ausgangsbeschränkungen relevant werden könnte, hält der Jugendraum seit dem vergangenen Donnerstag vor. "Wir praktizieren dies als Gruppe. Jeder der verfügbar ist und will, kann eine solchen Einsatz übernehmen", vermerkt Raab.

    Das Beispiel darf Schule machen. Gemeinschaftssinn und Solidarität werden im kleinen Dorf ohnehin großgeschrieben. Gegen eine schnelle Ausbreitung dieser Eigenschaften hat wohl niemand Einwände.

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    Winfried Ehling

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