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    Bad Brückenau

    Narren entern Bad Brückenauer Stadtrat

    Bürgermeisterin Brigitte Punkerdierks wird prompt abgesetzt. Foto: Ulrike Müller
    Bürgermeisterin Brigitte Punkerdierks wird prompt abgesetzt. Foto: Ulrike Müller

    Großen Spaß haben die Räte, als die Garde-Mädchen der 1. Großen Bad Brückenauer Karnevalsgesellschaft 1954 in den Sitzungssaal einziehen. Schnell ist Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks - mit Nietenhalsband und pinker Perücke ausstaffiert - ihres Amtes enthoben. Prinzessin Sandy Worschech hütet wegen einer Erkrankung weniger den Thron als das Bett. Dennoch lässt Sitzungspräsident Frank Vogler der Chefin keine Chance.

    Zunächst ergreift Stadtrat Hartmut Bös alias Meister Propper das Wort. Selbst an Fasching gibt er keine Ruhe in Sachen Fußgängerzone, zieht über "den allgemeinen Bröggenäer" her und schlägt vor, eine Tank- und Waschanlage in der Innenstadt zu installieren. Der Vorschlag findet Gefallen. "Das ist eine förderfähige Maßnahme. Wir sollten über einen Zuschuss nachdenken", wirft dritter Bürgermeister Dieter Seban ein. Sein Antrag geht durch.

    Benjamin Wildenauer fällt in ausschweifender Rede ein, dass ihm im Grunde nichts Brillantes eingefallen ist. Birgit Poeck-Kleinhenz, die im vergangenen Faschingsjahr der Bürgermeisterin ordentlich Konter gegeben hat, hält sich gleich ganz zurück. Den Vogel aber schießt zweiter Bürgermeister Jürgen Pfister ab. Mit einem liebevoll ersonnenen Verswerk preist er jeden Ortsteil.

    Kurdirektorin bekommt ihr Fett weg

    "Andy Scheuer, Andy Scheuer", singen die Stadträte in Richtung Bundesverkehrsminister, "der Lärmschutz ist doch wirklich nicht zu teuer. Das Geld holst du doch wieder rein - mit der Autobahnmaut und auch mit der Steuer!" Und: "Im Staatsbad gibt es kein Gejammer, dort regiert Frau Schallenkammer. Sie hat ihr Feld so gut bestellt. Naja, aus München kommt das Geld."

    Ganz zum Schluss greift Dirk Stumpe zwar nicht nach dem Zepter, aber nach dem Mikrofon. Als Edward Snowman - sein Manuskript ziert ein Schneemann - gibt er als Devise aus, nichts über Politik sagen zu wollen. Da ist die Planungsmannschaft für das neue Ärztehaus - die Damen und ein Herr verlassen gegen 22.30 Uhr die komödiantische Vorstellung - schon im Hotel. So können sie nicht hören, was der Snowman enthüllt:

    "Wahrscheinlich in seinem Winterschlaf dachte sich ein Superheld: Ich bau' in den Georgi-Park eine neue Ärztewelt. Von seiner neuen Idee besessen, ging er sofort ins Rathaus rein. Die Bürgermeisterin von dieser Stadt wird sicher auch begeistert sein.

    Mit ein paar kurzen Worten sprach sie dann zu ihren Räten über Superheldis Pläne, wie die wohl ausseh'n täten. Details, die sind noch nicht bekannt, auch nicht zum Thema Lage. Wir müssen einfach abwarten, drum spart euch jede Frage.

    Am nächsten Tag, da wusste es die Zeitung schon viel besser. Der Park muss weg, die Ärzte her, die Bäume unters Messer. War das etwa das Meisterstück? Ich sag nix über Politik!"

    Ulrike Müller

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