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    Fuchsstadt

    Neue Standorte für Waldfriedhof

    Die Natur an der Kohlenbergkapelle gilt vielen in Fuchsstadt als Naherholungsgebiet. Sie wollen dort keinen Waldfriedhof...

    Eigentlich waren die Initiatoren und Unterstützer des Bürgerbegehrens gegen einen Waldfriedhof an der Kohlenbergkapelle zur Gemeinderatssitzung gekommen, um zu erfahren, ob das Gremium in ihrem Sinne entscheidet. Dann wäre der Bürgerentscheid obsolet. Doch die rund 15 Zuhörer wurden enttäuscht, eine Abstimmung über ihr Anliegen gab es noch nicht.

    Stattdessen stellte Bürgermeister Peter Hart (CSU/ UWG), wie vor zwei Wochen angekündigt, erst einmal drei andere mögliche Standorte für den Waldfriedhof vor. Er ließ kurz drei Kartenansichten von Waldstücken an die Wand werfen und sagte danach: "Wir werden uns die Standorte anschauen. Jetzt belassen wir es erst einmal dabei." Bernd Stöth (CSU) erwähnte noch einen weiteren Standort - und dann war es das auch schon zum Waldfriedhof.

    Lediglich am Ende der Sitzung kam das Thema noch einmal kurz zur Sprache, als Brigitte Burtchen (UWG) nach dem Antrag von Manfred Öftring (CSU) fragte. Der hatte zur Sitzung vor zwei Wochen beantragt, dass der Gemeinderat den Beschluss für den Standort an der Kohlenbergkapelle aufhebt, um im Sinne des Bürgerbegehrens zu handeln.

    Wie Hart erklärte, wird der Antrag "nächstes Mal" behandelt. Er verwies auf eine E-Mail an die Gemeinderäte vor der Sitzung, dass er erst über andere Standorte informieren und reden wollte, bevor über den Antrag entschieden wird.



    Ursache für die Kontroverse um den Waldfriedhof ist eine Entscheidungsänderung des Gemeinderats: Im Jahr 2016 hatte das Gremium den Kohlenberg als Standort für den Waldfriedhof abgelehnt. Doch Anfang Januar dieses Jahres kam der Standort noch einmal auf die Tagesordnung und zur Abstimmung. Und diesmal ging er mit knapper Mehrheit durch.

    Daraufhin initiierten Daniela Stöth, Romana Heinemann-Kufer und Alfons Kippes das Bürgerbegehren gegen einen Waldfriedhof an der Kohlenbergkapelle. Sie sammelten 453 Unterschriften, von denen letztlich 448 Unterschriften als gültig anerkannt wurden. Damit war das Bürgerbegehren sehr erfolgreich.

    Überrascht äußerten sich die Initiatoren nach der Gemeinderatssitzung. "Eigentlich sind wir davon ausgegangen, dass der Gemeinderat heute darüber entscheidet, ob es zu einem Bürgerentscheid kommt oder nicht", sagte Stöth. So hätte sie es vor zwei Wochen verstanden.

    Die vorgestellten, neuen Standorte wären für die Initiatoren des Bürgerbegehrens akzeptabel - bis auf einen. Denn zu den Vorschlägen gehörte auch eine Fläche hinter dem Ausweichsportplatz im Wald am Bendel.

    "Am Bendel ist es die gleiche Situation wie an der Kohlenbergkapelle", erklärte Heinemann-Kufer. Auch der Bendel sei ein Naherholungsgebiet. Heinemann-Kufer sagte: "Unsere Argumente treffen darauf genauso zu wie auf den Kohlenberg." Die Fläche am Bendel wäre sogar näher am Neubaugebiet, erklärte sie.

    Die Initiatoren sprachen eine Befürchtung aus, falls es auf den Bendel hinauslaufen sollte: Wenn die Fläche dort irgendwann einmal für den Waldfriedhof nicht mehr ausreichen sollte, könnte eine Erweiterung notwendig werden. Diese würde nach Ansicht der Initiatoren Richtung Kohlenbergkapelle verlaufen - und damit wäre es dann wieder der alte Standort. Arkadius Guzy

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