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    Maßbach

    Neue Stücke, neue Gesichter, neue Strukturen

    Was gibt's Neues im und am Theater Schloss Maßbach? Jetzt, wenn im Intimen Theater die Spielzeit 2018/19 eröffnet wird?
    Warten auf den Umzug: Im Frühjahr soll die Maßbacher Theaterschneiderei aus dem Hauptgebäude in den Neubau umziehen. Die frei werden Räume werden nicht nur für neue Leute gebraucht. Unser Bild zeigt (von links) Alexander Bräutigam, Vera Rumpel,  Sebastian Worch und Anne Maar. Thomas Ahnert
    Warten auf den Umzug: Im Frühjahr soll die Maßbacher Theaterschneiderei aus dem Hauptgebäude in den Neubau umziehen. Die frei werden Räume werden nicht nur für neue Leute gebraucht. Unser Bild zeigt (von links) Alexander Bräutigam, Vera Rumpel, Sebastian Worch und Anne Maar. Thomas Ahnert

    Natürlich jede Menge neue Stücke bis hin zu einer Uraufführung. Natürlich neue Gesichter. Und auch neue Strukturen. Das Wichtigste zuerst: die neuen Stücke, die Theaterchefin Anne Maar und Dramaturg Sebastian Worch jetzt bei einem Pressegespräch vorgestellt haben. Auch dieses Mal gibt es wieder einen Schwerpunkt - und kein Motto, denn unter einem solchen müssten dann alle Stücke stehen. Nein, der Schwerpunkt heißt: "Innere Sicherheit". Das klingt zunächst sehr politisch, ist aber keineswegs darauf beschränkt, sondern meint auch die individuelle, die innerliche Sicherheit und einige andere Aspekte.

    Die Stücke

    Auftakt ist an diesem Wochenende mit dem berühmten Sozialroman "Kleiner Mann, was nun?" von Hans Fallada , den Christian Schidlowsky für das Maßbacher Theater dramatisiert und inszeniert hat (bis 11. 11.). "Die Tanzstunde" ist eine romantische Komödie für zwei Personen von Mark St. Germain, in der ein etwas autistischer junger Mann, der tanzen lernen muss, und seine Nachbarin, eine frustrierte Tänzerin mit einem komplizierten Beinbruch aufeinandertreffen. Klar, dass da nicht nur eitel Sonnenschein herrscht. Augustinus von Loë führt Regie (16. November bis 4. Januar 2019).

    Uraufführung zu Weihnachten

    Das Weihnachtsstück nicht nur für Kinder ist eine Uraufführung: Paul Maars "Das Sams feiert Weihnachten" - oder würde es zumindest gerne. Aber niemand hat Lust oder ist nicht da. Da helfen auch keine Wunschpunkte. Aber so viel sei schon verraten: die Sache geht gut aus! Sams und Weihnachtsmann treffen aufeinander (23. November bis 21. Dezember). Ein Klassiker der Moderne ist "Herr Biedermann und die Brandstifter". Max Frisch nannte sein Werk auch "Ein Lehrstück ohne Lehre". Denn hier wird auf unterhaltsam groteske Weise die Unfähigkeit des Menschen verhandelt, voraussehbare Katastrophen zu erkennen und durch beherztes Handeln zu verhindern. Ingo Pfeiffer bringt das Stück auf die Bühne (11. Januar bis 28. Februar 2019).

    "Die Netzwelt" von Jennifer Haley ist "ein packender Krimi über Technologie und menschliches Begehren im anbrechenden virtuellen Zeitalter: Wessen Gesetz gilt im Internet? Wie real ist die virtuelle Welt", meint Sandra Lava , die die Inszenierung übernommen hat (8. März bis 21. April 2019). Susanne Pfeiffer hat sich einen komödiantischen Evergreen ausgesucht: Neil Simons "Barfuß im Park" - der turbulent-verrückte Start in eine junge Ehe. Mit diesem Stück zieht das Theater dann auch auf die Freilichtbühne (26. April bis 16. Juni 2019).

    Zurück in die WG

    "Wir sind die Neuen", eine Komödie nach dem gleichnamigen Film von Ralf Westhoff in der Regie von Rolf Heiermann zeigt einen Generationenkonflikt, bei dem alles anders herum ist: Die drei Münchner Singles Anne, Eddie und Johannes, alle Alt-68er, wollen die glorreichen Studententage wieder aufleben lassen und ziehen wieder in eine Wohngemeinschaft. Gut gedacht - sie sind halt sich selbst und auch ihrer Nachbarschaft dabei erheblich im Weg (21. Juni bis 28. Juli 2019). Die Freilichtsaison geht zu Ende mit Marc Camolettis berühmten "Das (perfekte) Desaster-Dinner": Ein romantisches Tête-à-tête erreicht die Alarmstufe Rot, weil jede®, der/die auftaucht, für eine(n) Andere(n) gehalten wird, als er/sie tatsächlich ist. Sandra Lava bringt das Ganze auf die Bühne (3. August bis 7. September 2019).

    Theater für die Jungen

    Auch für die jungen Leute wird wieder Theater gespielt: Im TIP wird "Nachtblind" von Darja Stocker gezeigt, ein Kammerspiel über Gewalt in Beziehungen und den Weg der Selbstbehauptung für Jugendliche ab 13 Jahren (3. Mai bis 7. Juni 2019). Und für Kinder ab fünf Jahren inszeniert Stella Seefried auf der Freilichtbühne Erhard Dietls "Hilfe, die Olchis kommen!" Das sind Wesen, die den Müll lieben und am liebsten alte Autoreifen verspeisen. Der eine oder andere im Publikum dürfte sich da wiedererkennen (27. Junin bis 29. Juli 2019). Und natürlich sind auch wieder Veranstaltungen der "Besonderen Reihe" im Kaminzimmer in Planung, die rechtzeitig bekannt gegeben werden.

    Künftig: Samstag Spezial

    Eine Neuerung, die vielleicht nach außen hin gar nicht so auffällt: Die Maßbacher spielen ihre Produktionen ab sofort nicht mehr nur sechs, sondern sieben Wochen(enden). Dafür fallen die Theaterferien im Februar weg. Das bedeutet allerdings, dass die Veranstaltungen unter dem Titel "Freitag Spezial" mit Führungen, Nachgesprächen oder Büffets im Zusammenhang mit einem Theaterbesuch einen Tag nach hinten wandern und demnach "Samstag Spezial" heißen. Das hat auch Auswirkungen auf den Spielplan, denn mit Plochingen, Ingolstadt, Burghausen und Weiden konnten neue Gastspielorte Akquiriert werden. Patenschulen sind in dieser Spielzeit die Grundschule Poppenlauer und die Mittelschule Maßbach .

    Umzug für Frühjahr geplant

    Der Neubau der Kostümhalle an der Zufahrt zur Schalksbergstraße macht gute Fortschritte. Anne Maar hofft, dass im Frühjahr der Umzug der Schneiderei in das neue Domizil über die Bühne gebracht werden kann: "Dann haben wir wieder mehr Zimmer für die Schauspieler." Die werden auch gebraucht, denn es gibt zwei neue Leute im Ensemble - obwohl, so neu sind sie gar nicht: Alexander Bräutigam gab sein Debüt in "Ronja Räubertochter" und ist jetzt in "Kleiner Mann, was nun?" zu sehen. Weitere Rollen folgen. Der 29-jährige Borkener studierte bis 2016 an der Schauspielschule Kassel und hatte bereits Engagements in Hoyerswerda und Eisleben. Und er hat bereits ein Stück über die Vertreibung der Sudeten geschrieben - dazu kam er über die Biografie seiner Großmutter - und auch aufgeführt.

    Die Wermerichshäuserin Vera Rumpel, die zunächst eine Ausbildung zur Physiotherapeutin in Nürnberg absolviert hat, ging dann an die Theaterakademie Vorpommern auf Usedom, wo sie 2017 abschloss und auch schon Bühnenerfahrungen sammelte. Sie war im TIP in "Schirokko" zu sehen und wechselt jetzt in die Theaterpädagogik an die Seite von Julia Kren.

    Thomas Ahnert

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