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    Sulzthal

    Neue Wege für die Landwirtschaft

    Die Landwirtschaft macht seit Jahren einen Wandel durch: Die Zahl der Betriebe nimmt ab. Dafür steigt der Grad der Mechanisierung. Die Maschinen werden immer größer und immer schwerer. Viele Wege sind dafür nicht ausgelegt. Das neue Kernwegekonzept für Hammelburg, Oberthulba, Wartmannsroth, Elfershausen, Fuchsstadt, Aura, Euerdorf, Ramsthal und Sulzthal soll dem abhelfen.

    Nach zweieinhalb Jahren Arbeit konnte Marion Dümig von der BBV-Landsiedlung der Allianz "Fränkisches Saaletal", in der die neun Kommunen zusammenarbeiten, das Kernwegekonzept nun offiziell übergeben. "Es war ein zäher und schwieriger Weg", sagte Allianzvorsitzender und Hammelburger Bürgermeister Armin Warmuth (CSU). Jede Gemeinde müsse nun selber entscheiden, wie sie den Rahmenplan umsetze.

    In Sulzthal ist die Entscheidung schon gefallen. Dort werden noch in diesem Jahr 125 Meter der Langenbergstraße ausgebaut. Es ist der erste Kernweg, der im Allianzgebiet umgesetzt werde, sagte Allianzmanager Holger Becker.

    Die Strecke ist als Verbindung Richtung Machtilshausen und Elfershausen wichtig, wie August Weingart (CSU/ Wählergemeinschaft), Bürgermeister von Sulzthal, erklärte. Der Abschnitt sei "hundsmiserabel". Die Gemeinde kann sich den Ausbau leisten, weil sie dank des Kernwegekonzepts mit einer 50-prozentigen Förderung rechnen kann. Derzeit wird laut Weingart mit rund 170 000 Euro förderfähigen Kosten für den Abschnitt gerechnet.



    Auch für alle anderen Wege, die in das Konzept Eingang gefunden haben, stehen potenziell Fördermittel in Aussicht. Insgesamt sind es 155 Kilometer im Allianzgebiet. Je nach Zustand ist jeder Verbindung eine kurz-, mittel- oder langfristige Priorität zugewiesen. Das bedeutet, es wird empfohlen, die jeweilige Strecke in den kommenden fünf Jahren, in fünf bis zehn Jahren oder in zehn bis 15 Jahren auszubauen. Für die 155 Kilometer geht das Konzept von einem Investitionsbedarf von mindestens 34 Millionen Euro aus.

    Der vorgesehene Ausbaustandard verlangt eine Fahrbahnbreite von mindestens 3,50 Meter. Auf einzelnen Abschnitten - zum Beispiel in Wäldern - kann aus Naturschutzgründen auf eine Asphaltierung verzichtet werden, sodass die Wege nur geschottert werden. Die Abstimmungen mit dem Naturschutz waren übrigens ein Grund, weshalb die Arbeit an dem Konzept so lange gedauert hat.

    Laut Otto Waldmann vom Amt für ländliche Entwicklung (ALE) sind die aufgeführten Wege, die Wege, die für die Landwirtschaft auch wirklich gebraucht werden. Das ALE unterstützte die Allianz mit fast 27 000 Euro bei der Erstellung des Konzepts, sodass die neun Kommunen insgesamt nur 9 000 Euro übernehmen mussten.

    Es geht aber nicht nur darum, die Strecken so auszubauen, dass sie für heutige Maschinenbreiten und Tonnagen geeignet sind. Waldmann wies auf einen weiteren Aspekt hin: "Als die Wege vor 30, 40 Jahren gebaut wurden, hat man oft an der Gemarkungsgrenze Schluss gemacht." Das Kernwegekonzept dagegen zielt auf ein gemeindeübergreifendes Netz.

    Dass einzelne Strecken auch für Wanderer oder Radfahrer interessant sein können, ist ein durchaus erwünschter Nebenaspekt des Konzepts. Das ist aber nicht bestimmend, wie Waldmann erklärte. Das Hauptaugenmerk - auch bei der Förderung - liegt ganz klar auf der Landwirtschaft. Arkadius Guzy

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