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    Bad Kissingen

    Neue Welterbe-Stadtführung: Fakten und Anekdoten zur Kissinger Kurgeschichte

    Die Staatsbad GmbH bietet eine neue Themenführung zur Unesco-Bewerbung durch die Kuranlagen an. Stadtführer Harald Hümmer gibt Hinweise zur Kurgeschichte und zum Bewerbungsprozess.
    Stadtführer Harald Hümmer (Mitte) mit seinen Premierengästen für die neue Unesco-Führung im Kurgarten. Foto: Sigismund von Dobschütz
    Stadtführer Harald Hümmer (Mitte) mit seinen Premierengästen für die neue Unesco-Führung im Kurgarten. Foto: Sigismund von Dobschütz

    Zur Bewerbung um den erhofften Unesco-Weltkulturerbe-Titel hat die Stadt bereits große Vorleistungen erbracht. Auch die Staatsbad GmbH greift das Thema nun auf. Seit Samstag bietet sie mit ihrem eineinhalbstündigen "Streifzug auf dem Weg zum Unesco-Welterbe" eine neue Themenführung durch die Kuranlagen an. Die Führungen beginnen jeweils um 10 Uhr an der Tourist-Information im Arkadenbau.

    Ein Dutzend Gäste - Touristen wie auch Einwohner - begleiteten Stadtführer Harald Hümmer bei der Premiere. Mitten im 1737 von Baumeister Balthasar Neumann angelegten Kurgarten, also im Zentrum der Kurlebens, gab Hümmer zunächst einige Hinweise über die 500-jährige Kurgeschichte der Stadt und zum aufwendigen Bewerbungsweg zum Unesco-Titel. Bad Kissingen habe mit zehn anderen international renommierten Kurorten in der Bewerbergruppe als "Great Spas of Europe" berechtigte Hoffnung auf die Auszeichnung, zeigte sich Hümmer zuversichtlich. Andere bekannte Bewerber wie Wiesbaden und Bad Pyrmont sind bereits ausscheiden.

    Seit 1520 ist mit dem Besuch des Würzburger Domdekans Dietrich von Thüngen Kurgeschehen in Kissingen dokumentiert. Die Stadt könne nicht nur auf eine Jahrhunderte währende Tradition als Kurort zurückblicken, "sondern praktiziert die Kur mit sieben anerkannten Heilquellen noch heute in seinen historischen Bauten". Weitere Entscheidungskriterien für den Gewinn des Unesco-Titels seien zudem Bad Kissingens großzügigen Garten- und Parkanlagen, das noch immer hochwertige kulturelle Angebot wie " Kissinger Sommer " und " Kissinger Winterzauber " sowie rückblickend der Besuch zahlreicher Prominenz aus europäischem Adel und Großbürgertum. Hümmer: " Bad Kissingen war nicht nur ein bedeutender Ort zur Sommerfrische, sondern auch ein beliebter Heiratsmarkt."

    Mit vielen Superlativen könne Bad Kissingen werben, machte Hümmer die Gäste neugierig. Nicht nur der von Friedrich von Gärtner ab 1834 errichtete Arkadenbau, sondern auch die drehbare Konzertmuschel in der "wie eine Kathedrale" erbauten Wandelhalle (1911) war eine Besonderheit der jeweiligen Epoche. Einen weiteren Superlativ konnte Hümmer seinen Gästen mit dem kürzlich restaurierten Luitpoldbad zeigen: Das heute als Behördenzentrum genutzte Gebäude war einst das größte Badehaus Europas und reicht mit seinem Flächenmaß fast an die Münchner Residenz heran.

    Mit unzähligen Fakten, historischen Geschichten und Anekdoten verstand es Hümmer, seine Gäste zu begeistern. Er erzählte von Österreichs Kaiserin Sisi, deren Lieblingsplatz der Altenberg war, oder vom Attentat im Jahr 1874 auf den deutschen Reichskanzler Otto von Bismarck . Auch Michael Gabrielski, der mit Ehefrau Birgit erst am Vortag aus dem Havelland (Brandenburg) angereist war und sofort das "hervorragende Kurkonzert" der Staatsbadphilharmonie besucht hatte, war von der Führung sehr angetan. Die Eheleute, die zum ersten Mal in der Kurstadt waren, bevorzugen bei ihren Städtereisen "nicht ganz so große Städte" und nutzen grundsätzlich die Möglichkeit einer Stadtführung. "Diese Führung hat uns gefallen und wir werden sie gern weiterempfehlen", waren sich beide nach Ende der ersten Unesco-Themenführung einig.

    Hinweis: Die nächste Themenführung "Streifzug auf dem Weg zum Unesco-Weltkulturerbe" ist am Samstag, 15. Februar, um 10 Uhr. Treffpunkt ist an der Tourist-Information Arkadenbau. Die Teilnehmerzahl für die Führung ist begrenzt. Karten zum Preis von acht Euro sind in der Tourist-Information, unter Tel.: 0971/ 8048 444 oder unter Email.: kissingen-ticket@badkissingen.de erhältlich.

    Sigismund von Dobschütz

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