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    Nüdlingen

    Nüdlinger Manfred Paech gestorben

    Nach kurzer Krankheit verstarb der Nüdlinger Manfred Paech. Er wurde 83 Jahre alt. Foto: Arthur Stollberger

    Nach kurzer Krankheit verstarb der 1935 in Berlin geborene Manfred Paech. Mit seiner Gattin Eleonore ("Lore") hatte Manfred Paech noch vor zwei Jahren die diamantene Hochzeit feiern können. Vor 60 Jahren, am 21. Juli 1956, hatten sie sich in der Nüdlinger Kirche das Ja-Wort gegeben. Es war die Liebe, welche Eleonore und Manfred zusammenführte. In Form eines Liebesbriefes hatte Manfred geschrieben: "Wenn du ein Herz gefunden, das treu es mit dir meint, in gut und bösen Stunden, bleib' lang mit ihm vereint. Dein Manfred." Daneben steht: "Du hast mein Herz gestohlen!"

    Ungewöhnliche Liebesgeschichte

    Es war eine in vielerlei Hinsicht ungewöhnliche Liebesgeschichte, die sich nach dem Kennenlernen beim Tanzvergnügen ergab. Da hat es sogleich zwischen dem Berliner Manfred Paech und Lore Kanz "gefunkt". Lore war damals erst 17 Jahre, und ihre Eltern bestanden auf einer "Wartezeit" von einem Jahr. Es war nicht selbstverständlich, dass im überwiegend katholisch geprägten Dorf Nüdlingen die eheliche Verbindung mit dem evangelischen "Preußen" auf Akzeptanz stieß. Von Ökumene war damals nicht die Rede, und es gehörte ein Portion Mut dazu, die eheliche Verbindung im Jahre 1956 einzugehen. Die von Lores Eltern ausbedungene "Wartezeit" war vorher verkürzt worden. Bereits knapp ein Jahr vor der Hochzeit wurde das Töchterchen Elke geboren. Im Jahr 1967 war mit der Geburt von Sohn Günter die Familie Paech komplett. Das Paar konnte sich später über fünf Enkel und zwei Urenkel freuen.

    Von Berlin nach Hamburg und dann nach Nüdlingen

    Die Frage, wie es dazu kam, dass der 1935 in Berlin geborene Manfred Paech nach Nüdlingen kam, lässt sich so erklären: Manfred hatte sich in Ost-Berlin zum Maschinenbauer ausbilden lassen. Im Jahr 1952 reiste er zunächst nach Hamburg aus, weil das Gerücht umging, sein Jahrgang würde zur Kasernierten Volkspolizei eingezogen. Kurze Zeit arbeitete Manfred im Hamburger Hafen als "Schauermann" beim Entladen von Schiffen. Dann machte er sich, durch verwandtschaftliche Beziehungen, auf den Weg nach Bad Kissingen und "landete" schließlich 1953 in Nüdlingen . Dort traf er die Liebe seines Lebens, Eleonore.

    Mit "Berliner Schnauze"

    Anfangs lebten Manfred und Eleonore in sehr bescheidenen, beengten Verhältnissen. Durch Fleiß, Sparsamkeit und überwiegend mit Eigenleistung errichteten die Paechs 1970 ein schönes Eigenheim am Wurmerich und fühlten sich sehr wohl. Lore kümmerte sich um den Blumenschmuck, und technische Dinge erledigte stets Ehemann Manfred. Im Jahr 1978 hatte er sich eine Existenz als Fuhrunternehmer aufgebaut. Von Zeit zu Zeit war er auch als Busfahrer tätig. In den Ruhestand trat er im Jahr 2008. Seine Berliner Herkunft kann Manfred keineswegs verleugnen. Er hatte eben eine "Berliner Schnauze". Doch meinte er: "Ich hab mich als Saupreuße doch ganz gut in Nüdlingen integriert".

    Bei der Aussegnung in der Kirche und bei der Urnenbestattung im Naturfriedhof wurde der Lebensweg Manfred Paechs durch Pfarrer Marcus Döbert und Enkel Marco Paech näher beleuchtet. Nüdlingens Bürgermeister Harald Hofmann drückte zum Abschied seinen herzlichen Dank für 35 Jahre Mitgliedschaft in der Nüdlinger CSU und die freundliche Hilfsbereitschaft aus.

    Arthur Stollberger

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