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    Bad Bocklet

    Nur mit Handschuhen: Schüler gehen auf Kraut los

    Aufmerksam waren 20 Schüler der Mittelschule Bad Bocklet unterwegs auf der Suche nach einer ganz bestimmten Pflanze. Trotz der Hitze trugen alle Schutzhandschuhe. Bei dem Rundgang gingen sie Wegränder und Wiesenflächen in ihrer Gemeinde ab. Ihr Interesse galt einzig und allein dem Jakobs-Kreuzkraut (auch Jakobs-Greiskraut oder einfach Jakobskraut genannt). Diese Blütenpflanze, die sich immer weiter ausbreitet, ist giftig und deshalb eine Gefahr für Pferde , Rinder, Schweine oder Schafe , wenn sie von den Tieren gefressen wird. Und natürlich ist sie auch für Menschen giftig.
    Schon der Kontakt mit Blüten, Blättern und Stängeln kann zu starken Reizungen der Haut führen. Wenn man sie unbedingt anfassen will oder muss, sollte man also Schutzhandschuhe tragen, so wie es die Schüler getan haben.


    Gelbe Gefahr

    "Die Idee, die Öffentlichkeit über die Schule auf dieses Problem aufmerksam zu machen, kam von der Gemeinde", erzählt Rektor Michael Heyne. Deshalb
    waren der zweite Bürgermeister, Holger Tillmann ( CSU ), im Hauptberuf Förster, Bauhofleiter Stefan Metz, Alina Matlakowski von der Gemeindeverwaltung sowie von der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Bad Kissingen Peter Ullmann mit dabei. Der Bauhofleiter erläuterte den Schülern der fünften bis achten Klasse, dass alle Teile dieser bis zu einem Meter hohen Blütenpflanze, die oft als "gelbe Gefahr am Wegesrand" bezeichnet wird, sehr giftig sind. Das Gift verursacht auch langfristig Leberschäden, da es sich in diesem Organ angesammelt. Aber auch andere Organe wie Lunge und Nieren werden geschädigt. Das kann gerade für Pferde , die 15-20 Jahre alt werden, durchaus gefährlich werden und zum Organversagen führen, so Stefan Metz.

    Auch die vielen Rinder oder Shetlandrinder und auch die Schafe seien gefährdet. Die Pflanzen schmecken im frischen Zustand ziemlich bitter, deshalb sei die Gefahr nicht allzu groß, dass sie von den Tieren gefressen werden. "Wenn auf den Wiesen das Futter durch die Trockenheit knapp wird, kann es auch schon mal vorkommen", sagt Metz. Vor allem wenn die Pflanzen mit ins Heu geraten, besteht Gefahr. Getrocknet schmeckt das Jakobs-Kreuzkraut leider nicht mehr bitter und wir dann mit dem Heu gefressen.


    Gift für Tier und Mensch

    Andere Pflanzengifte werden durch das Trocknen vernichtet, nicht so das Gift des Jakobs-Kreuzkrautes. Nicht nur Tiere können durch dieses Gift krank werden oder sogar sterben. Auch Menschen sind gefährdet.
    Hautkontakt führt zu Reizungen. In Honig, Tees und Mehl soll das Gift nachgewiesen worden sein. Vergiftungen damit seien allerdings nur schwer nachzuweisen, da die Erkrankungen meist erst nach Wochen, Monaten oder Jahren auftreten würden, heißt es im Netz.
    Die Schüler fuhren mit ihrem Begleit-Tross zuerst ins Industriegebiet nach Großenbrach. Dort fanden sie an einem Weg parallel zur Hauptstraße jede Menge von dem schön aussehendes, aber ziemlich giftigem Jakobs-Kreuzkraut. Sie rissen die Pflanzen samt den Wurzeln aus oder schnitten sie ab, wenn das nicht möglich war. Immer geschützt durch Handschuhe . Mit dieser Aktion sollte verhindert werden, dass sich die Pflanzen weiter ausbreiten. Ähnlich wie Löwenzahn werden die winzigen Samen durch den Wind über weite Strecken im ganzen Umkreis verteilt.
    Nachdem dieser Weg frei von Jakobs-Kreuzkraut war, fuhren die Schüler weiter in Richtung Kurpark Bad Bocklet . Auch hier rupften und schnitten sie an der Saale eine größere Menge dieser "gelben Gefahr" aus. Zum Dank für ihre Arbeit wurden die Schüler mit einer Brotzeit aus der Gemeindekasse belohnt. Dieter Britz

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