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    Oberthulba

    Oberthulba soll eigenen Rettungsdienst-Stützpunkt bekommen

    Als Stützpunkt für Rettungsdienstwagen ist eine Freifläche auf dem gemeindlichen Bauhof angedacht. Foto: Symbolfoto: Jo...

    Die  rettungsdienstliche Versorgung  in der Marktgemeinde Oberthulba ist unzureichend. Dies bestätigt ein aktuelles Gutachten . Als zusätzlicher Stützpunkt für Rettungsdienstwagen ist momentan eine Freifläche auf dem gemeindlichen Bauhof neben der Feuerwehr angedacht, informierte Bürgermeister Gotthard Schlereth (CSU/FWG) den Gemeinderat.

    Bedarfsgutachten erstellt

    In regelmäßigen Abständen lässt das bayerische Innenministerium vom Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement an der Ludwig-Maximilians-Universität in München eine Trend- und Strukturanalyse des Rettungsdienstes in Bayern erstellen. Das aktuelle, in Fachkreisen " Trust III"  bezeichnete Bedarfsgutachten hat zum Ergebnis, dass die rettungsdienstliche Versorgung in der Marktgemeinde Oberthulba unzureichend ist. Grundsätzlich gilt, dass mindestens in 80 Prozent aller Notfälle des Jahres zwischen Alarmierung und Eintreffen des Rettungswagens nur zwölf Minuten verstreichen dürfen. In Oberthulba hatte es sich aber gezeigt, dass diese Mindestbedingung in 75 Prozent aller Notfälle nicht eingehalten werden konnte. Dies bestätigte auch Gemeinderat Holger Fröhlich als Mitglied der Bereitschaftsgruppe Oberthulba im Bayerischen Roten Kreuz (BRK).

    Vielfältige Gründe

    Die Gründe sind vielfältig, wie Michael Raut, Geschäftsführer des BRK-Kreisverbandes, auf Nachfrage dieser Zeitung berichtete. So melden sich aufgrund rückläufiger hausärztlicher Versorgung auf dem Land immer mehr Patienten als Notfälle und lassen sich vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus fahren. Zudem sei das nächste Krankenhaus nicht selten belegt, weshalb dann ein entfernteres angefahren werden muss. Raut: "Dadurch sind unsere Rettungswagen viel öfter und länger unterwegs als früher." Dies kann zu Verzögerungen bei anderen Notfällen führen.

    Die infolge des Gutachtens vom Zweckverband für Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung in Schweinfurt vorgenommene Ausschreibung zur Stationierung eines Rettungswagens in Oberthulba musste allerdings kürzlich gestoppt werden, berichtete Raut auf Nachfrage. Ein privater Rettungsdienst in Regensburg habe gegen eine in dieser Ausschreibung geforderte Vorgabe zur Bereitstellung eines gewissen Sonderbedarfs bei Gericht Widerspruch eingelegt. Da dieser private Dienst im Gegensatz zu hauptamtlichen Rettungsdiensten nicht in der Lage sei, diese Vorgabe zu erfüllen, habe er darin eine Wettbewerbsverzerrung gesehen.

    Prüfung möglicher Stellplätze

    Der Vorgang ist nach Rauts Meinung "ergebnisoffen". Je nach Entscheidung des Gerichts kann entweder die bisherige Ausschreibung nach längerer Unterbrechung fortgesetzt werden, oder es muss eine neue, nach Weisung des Gerichts überarbeitete Ausschreibung erfolgen. Die Gemeindeverwaltung Oberthulba nutzte die Wartezeit allerdings zur Prüfung möglicher Stellplätze für einen solchen Rettungsdienstwagen. Als sinnvoll wurde eine Teilfläche auf dem Bauhof nahe der Feuerwache gesehen. Statt eines Gebäudeneubaus denkt Bürgermeister Schlereth momentan an eine preisgünstigere Container-Lösung, die der Rettungsdienst anmieten kann.

    "Wir müssen nachdenken, wie wir damit umgehen", ließ Schlereth das weitere Vorgehen offen. Zunächst muss das Ergebnis einer Ausschreibung, dann die konkrete Verhandlung mit dem ausgewählten Rettungsdienst abgewartet werden.

    Sigismund von Dobschütz

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