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    Oerlenbach

    Oerlenbacher Erntedank-Fest zum Thema Windkraft

    Bürgermeister Franz Kuhn tauscht sich mit der Protestbewegung Fridays for Future aus. Foto: Hilmar Ruppert
    Bürgermeister Franz Kuhn tauscht sich mit der Protestbewegung Fridays for Future aus. Foto: Hilmar Ruppert

    Die Energieallianz Bayern hat ihren Sitz in Hallbergmoos und ist ein Zusammenschluss von 37 meist kommunalen Versorgungsunternehmen. Die Gesellschaft hat das Ziel, Projekte zur regenerativen Stromerzeugung zu realisieren und damit einen messbaren Beitrag gegen den Klimawandel und für den Umbau der Energieversorgung zu leisten. Beim Wind-Erntedankfest konnten sich Bürger und Interessierte im persönlichen Gespräch mit Fachleuten über die Klimaveränderung, regionale Perspektiven für den Wald und moderne Windtechnologie austauschen.

    "Mit dem Wind-Erntedankfest wollen wir gerade jetzt im Herbst auf den Energieertrag hinweisen", sagte der Geschäftsführer der Allianz, Ulrich Geis. Auch sehe er Podiumsdiskussionen, bei denen nur einer das Mikrofon in der Hand hält, als nicht mehr zeitgemäß an. Weil er stets den Dialog suche, freut sich Geis, neben dem eigenen Stand der Allianz, sieben weitere Informationsstände präsentieren zu können.

    Darunter die Altus AG mit dem geplanten Windpark, das Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende , den Bundesverband für Windenergie und die Forstbetriebsgemeinschaft Rhön-Saale. Des Weiteren die Naturplanung mit Informationen zu allen naturschutzfachlichen Gutachten, Fridays for Future mit Forderungen zum Klimaschutz und einen Kinderaktionstisch.

    Die Energieallianz stellte die Historie der bestehenden Anlage, als auch die Planung der zwei neuen Windräder im Detail vor. So habe man sich im November 2012 erstmalig dem Gemeinderat vorgestellt und im Dezember 2016 seien die Anlagen in Betrieb gegangen. Dabei seien bisher 32 000 Tonnen an Kohlenstoffdioxid eingespart und rund sechs Millionen Euro an Klimafolgeschäden verhindert worden. Die Planung für den neuen Windpark sieht Baubeginn und Inbetriebnahme für 2021 vor. Geplant sind zwei Windräder mit einer Nabenhöhe von 164 Meter und einem Rotordurchmesser von 149 Meter. Als Ausgleichsmaßnahmen sollen 1,2 Hektar neu- und 0,3 Hektar wiederaufgeforstet werden. Der Flächenverbrauch soll dank der Nutzung von Bestandswegen, Lagerflächen außerhalb des Waldes und einem speziellen Kran- und Lieferkonzept minimiert werden.

    Holger Ohlenburg vom Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende wollte zur Versachlichung beitragen und mit Wissenschaftsstandpunkten informieren. "Wir sind nicht weisungsgebunden, bilden auch Mediatoren für Konfliktsituationen aus und nehmen des Öfteren an Bürgerenergieveranstaltungen teil." Bürgermeister Franz Kuhn verhielt sich - nicht zuletzt wegen der am 13. Oktober stattfindenden Bürgerabstimmung - neutral.

    Eigentlich sollte auch die Bürgerinitiative "Wald vor Windkraft" sich mit einem Stand beteiligen. Doch Willi Weber , Sprecher der Bürgerinitiative, distanzierte sich vom Wind-Erntedankfest. "Wir finden das Erntedank-Motto etwas skurril, es soll einschwören und die Leute umstimmen", sagte Weber. Die Initiative sei nicht grundsätzliche gegen Windkraft, nur nicht an diesem Standort und nicht in diesem Waldstück. Außerdem hält man den Abstimmzettel für nicht sachlich und für viel zu kompliziert.

    Die gesellschaftlich gerade intensiv geführte Klimadebatte war über eine Delegation der Fridays for Future aus Bad Neustadt abgebildet. Doch unter den rund 130 Besuchern der Veranstaltung vermisste man besonders Jugendliche oder junge Erwachsene . Als einziger Windkraftgegner brachte Gerhard Kuhn bei der Veranstaltung seinen Protest zum Ausdruck und vor der Heglerhalle stellte die Jägerschaft ihre ablehnende Meinung zur Windkraft mit einer Plakatwand dar.

    Hilmar Ruppert

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