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    Bad Brückenau

    Persönlichste Musikdokumente in Bad Brückenau

    Das Nimrod-Quartett spielt  mit Waldemar Darscht, Franz Berlin, Adrian Schneider und Martin Matos Mendoza  beim  Hochschulpodium in Bad Brückenau. Foto: Bernhard Schmidt
    Das Nimrod-Quartett spielt mit Waldemar Darscht, Franz Berlin, Adrian Schneider und Martin Matos Mendoza beim Hochschulpodium in Bad Brückenau. Foto: Bernhard Schmidt

    Dieses Ensemble wurde erst Anfang 2016 an der Hochschule für Musik Nürnberg gegründet, das Publikum im Staatsbad durfte es aber schon einmal erleben - es war im Juli 2017. Dem Streichquartett gehören Waldemar Darscht, Franz Berlin (beide Violine), Adrian Schneider (Viola) sowie Martin Matos Mendoza (Violoncello) an. Mit dem Streichquartett c-Moll op. 18 Nr. 4 von Ludwig van Beethoven sowie dem Streichquartett Nr. 8 c-Moll op.110 von Dmitri Schostakowitsch stehen zwei sehr gewichtige Werke der Streichquartett-Literatur auf dem Programm des Hochschulpodiums.

    Kammermusikwettbewerb gewonnen

    Wertvolle Impulse im Bereich Kammermusik erhielten die vier jungen Musiker insbesondere von Eberhard Feltz und dem Mandelring-Quartett. Zudem nahmen sie an der Académie Ravel in Saint-Jean-de-Luz (Südfrankreich) teil. Im Februar 2017 machte das Nimrod-Quartett auf sich aufmerksam, als es beim Kammermusikwettbewerb des Mozartvereins 1829 Nürnberg den Sonderpreis der Franz Hofmann und Sophie Hagemann-Stiftung für die Darbietung des Streichquartetts Nr. 3 F-Dur von Franz Hofmann gewann. Der Name des Quartetts geht auf den altorientalischen König zurück, der den Bau des Turmes von Babel angeregt haben soll.

    Ludwig van Beethovens erste Auseinandersetzung mit der Gattung des Streichquartetts sind die sechs Quartette op. 18, die in den Jahren 1799 und 1800 entstanden sind. Das vierte Quartett dieser Serie fällt nicht nur wegen seiner Tonart c-Moll aus dem Rahmen, sondern vor allem wegen seines pathetisch-leidenschaftlichen Ausdrucks. Der tragische Grundzug ist insbesondere im ersten Satz "Allegro, ma non tanto" unüberhörbar - dem bedeutendsten und persönlichsten des Werkes.

    Erzwungener Partei-Eintritt

    Das Streichquartett Nr. 8 c-Moll op.110, 1960 in Königstein in der Sächsischen Schweiz mit Bildern des zerstörten Dresden vor Augen entstanden und am 12. Oktober 1060 in Leningrad uraufgeführt, ist das persönlichste Musikdokument Dmitri Schostakowitschs. Die offizielle Widmung lautet zwar "In memoriam der Opfer von Faschismus und Krieg", in Wahrheit hat der Komponist es sich aber selbst gewidmet, wie seine Tochter Galina zu berichten wusste. Die Tonfolge aus den Initialen seines Namens D-Es-C-H, das Zitieren eigener Werke sowie des alten Revolutionsliedes "Gequält von schwerer Gefangenschaft" lassen daran keinen Zweifel. Der Komposition unmittelbar vorausgegangen war der erzwungene Eintritt Schostakowitschs in die Kommunistische Partei der Sowjetunion , um Vorsitzender des sowjetischen Komponistenverbades werden zu können - ein Zeichen seiner "geistigen Gefangenschaft".

    Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

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