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    Bad Bocklet

    Planentwurf für Baugebiet gebilligt

    Fünf Baugrundstücke sollen im Bau- gebiet "Hopfengarten I" ausgewiesen werden.
    Geplantes Neubaugebiet Hopfengarten I in Roth.Grafik: Dagmar Klumb/Quelle: Bautechnik Kirchner       -  Geplantes Neubaugebiet Hopfengarten I in Roth.Grafik: Dagmar Klumb/Quelle: Bautechnik Kirchner
    Geplantes Neubaugebiet Hopfengarten I in Roth.Grafik: Dagmar Klumb/Quelle: Bautechnik Kirchner

    Trotz der Corona-Beschränkungen ließen es sich einige Bauwillige nicht nehmen, am Dienstag voriger Woche die Präsentation des Bebauungsplanentwurfs für das Neubaugebiet "Hopfengarten I" in Roth (Saale) mitzuerleben. Am Ende stimmte der ausnahmsweise im Großen Kursaal versammelte Gemeinderat einstimmig für den Planentwurf und beauftragte die Gemeindeverwaltung mit der Durchführung der Beteiligung der Öffentlichkeit, der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange sowie der Nachbargemeinden. Bürgermeister Andreas Sandwall ( CSU ) freute sich über den schnellen Verfahrensablauf: "Wir wollen damit bauwilligen Familien schnell zum gewünschten Grundstück verhelfen."

    Seit vielen Jahren ist Roth mit seinen 350 Einwohnern einer der wenigen Ortsteile der Marktgemeinde Bad Bocklet , in dem es keine freien Bauflächen gibt. Schon mehrfach hatten deshalb junge Bauwillige die Verwaltung um Ausweisung neuer Grundstücke gebeten. Daraufhin hatte der Gemeinderat im Oktober die Aufstellung eines Bebauungsplans für ein allgemeines Wohngebiet (WA) in beschleunigtem Verfahren beschlossen, um im bisherigen Außenbereich am nördlichen Ortsrand von Roth die planungsrechtlichen Voraussetzungen für ein kleines Neubaugebiet zu schaffen. Zwei Monate später hatte das von der Verwaltung beauftragte Planungsbüro Bautechnik Kirchner (Oerlenbach) im Dezember dem Ratsgremium ein Rohkonzept für die Erschließung und Gestaltung des Areals vorgestellt, auf dessen Grundlage der jetzige Bebauungsplan ausgearbeitet wurde.

    Die vorgesehene Fläche ist knapp 0,63 Hektar groß und bietet Platz für fünf Baugrundstücke einschließlich der hierfür notwendigen Erschließungsanlagen. Geplant ist nördlich der bereits bestehenden Ortsbebauung "ein kleines attraktives und durchgrüntes Wohnquartier an der Kreuzgasse". Am künftigen Siedlungsrand ist zwecks Einbindung in die Landschaft ein sieben Meter breiter Pflanz- und Grünstreifen eingeplant. Die straßenbauliche Anbindung soll über die Gemeindeverbindungsstraße nach Nickersfelden und den Stichweg an der Kreuzgasse erfolgen.

    Auf der Tagesordnung standen auch zwei konkrete Bauanträge , doch beide mussten wegen noch fehlender Stellungnahmen der zu befragenden Fachbehörden vorerst abgelehnt werden. "Künftig werden wir Bauanträge grundsätzlich erst genehmigen, wenn die Stellungnahmen aller Behörden vorliegen", betonte Bürgermeister Sandwall. In der Vergangenheit hatte es bei anderen Anträgen schon Genehmigungen unter dem Vorbehalt noch ausstehender behördlicher Zustimmungen gegeben. Bei beiden Bauanträgen handelte es sich um landwirtschaftliche Projekte im Ortsteil Großenbrach, nur etwa 50 Meter voneinander entfernt. Im ersten Fall soll eine landwirtschaftliche Halle in einen ganzjährig betriebenen Schafstall umgenutzt werden, an den zusätzlich ein Lämmerstall angebaut werden soll. Außerdem soll auf dem Grundstück eine Holzhalle abgerissen und durch einen Unterstand für Maschinen und Geräte ersetzt werden. Das Grundstück liegt überwiegend im Außenbereich, weshalb hier die Frage der Privilegierung zu klären ist. Zwar liegen die Unterschriften aller Nachbarn vor, nicht aber die behördliche Stellungnahme.

    Im zweiten Antrag geht es um die Errichtung eines landwirtschaftlichen Betriebs am Steinigweg. Zwar hatte der Gemeinderat bereits im September unter Vorbehalt behördlicher Stellungnahmen den Bau eines Waschplatzes mit dazugehöriger Entwässerungsanlage genehmigt, jedoch die zusätzlich eingereichte Bauvoranfrage zur Errichtung eines landwirtschaftlichen Betriebs mit Wohnhaus dann im Oktober abgelehnt.

    Nach Rücknahme der Bauvoranfrage war nun der neue Bauantrag gestellt worden, der sowohl den Waschplatz als auch eine weitere Halle, eine gepflasterte Hoffläche von über 2600 Quadratmetern und eine Einfriedung mit einem zwei Meter hohen Systemzaun im Norden sowie einem 1,5 Meter hohen Erdwall an den übrigen drei Hofseiten umfasst. Zwar liegen sowohl die Unterschrift des Nachbarn vor als auch erste Stellungnahmen des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) sowie des Wasserwirtschaftsamtes. Doch bezüglich einer Privilegierung des Bauvorhabens im Außenbereich seien noch Fragen offen, hatte das AELF mitgeteilt. Deshalb verweigerte der Gemeinderat vorerst seine Zustimmung.

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    Sigismund von Dobschütz

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