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    Elfershausen

    Planungen gehen voran

    Im Hof des Erthal-Schlosses fehlt der Freiwilligen Feuerwehr Platz. Deshalb ist ein Neubau im Trimberger Weg geplant. F...

    Der Bau des neuen Gerätehauses und die Feuerwehrbedarfsplanung des Marktes standen als einzige Tagesordnungspunkte im Fokus der Ratssitzung. Die Gemeinde beschloss nach Vorarbeit von Arbeitskreisen einen Bedarfsplan zu erstellen und die Grobkosten für die Neubau-Maßnahme im Trimberger Weg schätzen zu lassen.
    Den aktuellen Stand und den Bedarf legte Christof Frank vom Büro Renninger auf, der die gesammelten Daten der ausgewerteten Statistiken sowie die Anregungen aus den Workshops und einer Ortsbegehung enthielten. Sie mündeten im Soll/Ist-Vergleich, den der Ingenieur im Rettungswesen der Kreisfeuerwehrführung und der Regierung von Unterfranken vorlegte, die beide die Analyse billigten.
    Der aktuelle Stand der Wehren im Markt lässt sich im Mittelsektor ansiedeln. Gemessen an Personal, Einsatzgeräten und Feuerwehrgerätehäusern liegen erwartungsgemäß die Wehren aus Elfershausen - ein neues Gerätehaus einbezogen - und Langendorf im Markt vorn. Den Floriani-Jüngern aus Engenthal, Machtilshausen und Trimberg kommen eher flankierende Aufgaben zu.


    Gefährdungsklassen

    In einer Übersicht listete Frank auch die Gefährdungsklassen auf, in denen Elfershausen durch das Hotel Ullrich, einen Schweinemastbetrieb und die Schwedenberghalle, Langendorf, das die Johannes-Petri-Schule, eine Biogasanlage und das Schotterwerk beherbergt sowie in Trimberg durch das Bergcenter und die Trimburg in den höchsten Gefahrenklassen liegen. Bei Einsätzen auf der Bundesstraße 287 sind mit Ausnahme von Engenthal alle Wehren beteiligt. Allerdings verfügt nicht jede Ortswehr über ausreichende Ausstattung zur Technischen Hilfeleistung (THL).

    Während die Ortsbereiche und die Bundesstraße weitgehend abzudecken sind, gelingt dies bei der Kreisstraße 42 und im Steinbruch Langendorf nicht. Die Technische Hilfe bei Unfällen auf der Autobahn im Auge wird Elfershausen auch künftig eine Rolle spielen prognostizierte der Experte. Wassergefahren beschränken sich auf den Bootstourismus, Hilfe bei Hochwasser steht zwar nicht im Feuerwehr-Handbuch, kann aber geleistet werden.
    Mit Empfehlungen zur Ausstattung der Wehren ließ Frank auch wissen, dass die Feuerwehr Trimberg die optimale, zentrale Anlaufstelle wäre, denn von hier sind viele Ziele zu erreichen. Eine Stützpunktwehr im Ortsteil nannte Bürgermeister Karlheinz Kickuth jedoch "uninteressant, weil sie nicht über genügend Personal verfügt". Auf Anfrage von Bernd Büttner bestätigte Frank, dass aus dem Bedarfsplan keine rechtliche Verpflichtung auf eine interkommunale Geräteunterstützung, zum Beispiel für eine Drehleiter, bestehe.
    Die Entwurfsplanung für das zweiteilige Gebäude lag bereits als Skizze vor. Architekt Alexander Albert erläuterte den nachgebesserten Plan, der die Vorschläge der Arbeitskreise beinhaltet und die aktuellen Unfall-Vorschriften berücksichtigt. Für eine konkrete Aussage zu den Kosten fehlen allerdings noch die Berechnungen von Fachplanern, wie die Tragwerks- und Elektroplanung, das Brandschutzkonzept, ein Bodengutachten und die Kosten für die Thermische Bautechnik.
    Nach einer Schätzung Alberts beträgt die vorläufige Gesamtbausumme 1,98 Millionen Euro. Der Ingenieur empfahl die Gewerke-Fachbereiche baldigst zu vergeben. Gemeinderat Volker Partsch schlug vor, das Gerätehaus elektrisch zu beheizen mit Strom aus einer Photovoltaik-Anlage. Die Anfrage leitet Albert an den Elektroplaner weiter, ebenso den Einbau eines Notstromaggregats. Die Verwendung von Systembauteilen nannte er teurer als die herkömmliche Bauweise. Der Gemeinderat befürwortete das Konzept mit elf zu eins Stimmen.
    Der Kommandant der Wehr Elfershausen, Dominik Roth, erachtete einen hydraulischen Rettungssatz für Technische Hilfsleistung als erforderlich. Bisher leihweise abgedeckt durch das Rettungsinventar der ehemaligen Werksfeuerwehr Schaeffler, sei dieses jedoch überholt und erhält zudem einen anderen Standort. Eine Neubeschaffung kostet rund 20 000 Euro, ein Sonderförderprogramm dafür läuft zum Ende des Jahres aus. Die Entscheidung darüber liegt beim Rat.
    Auch zu einem Schlauch-Pool gab der Kommandant die Meinung der Wehr wider. Eine Komplettanlage für zentrale Schlauchprüfungen und -reinigung vor Ort beziffert er auf ca. 70 000 Euro. Eine dezentrale Verfahrensweise, beispielsweise mit der Hammelburger Wehr, die für die Prüfung und Reinigung eines Schlauchs fünf Euro verlangt, fand keine mehrheitliche Zustimmung der Wehr, die eine zentrale Lösung bevorzugt. Winfried Ehling

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