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    Trimberg

    Poesie auf der Trimburg

    Was gibt es Schöneres, als Poesie entspannt im Ambiente einer Burgruine auf sich einwirken zu lassen? In der Abendstimmung der untergehenden Sonne fand die "Nacht der Poesie" mit Peter Hub und Christine Hadulla statt, die diesmal den Titel "Im Aug` der Allnacht buntem Plan" trug. Zuvor hatten die Besucher die Gelegenheit, an einer der beliebten Führungen mit Altbürgermeister Otmar Pfister durch die Trimburg teilzunehmen.

    Ja, es hatte etwas von Woodstock- oder Campingatmosphäre, als nach und nach immer mehr Zuhörer mit ihren Isomatten, faltbaren Stühlen sowie Decken oder Schlafsäcken eintrafen. Auch dür die Verpflegung hatten viele Besucher selbst gesorgt. In den Kühltaschen waren Getränke und Speisen.

    So ließ sich die Poesie gut konsumieren. Nur die Sonne hätte noch länger ihr rotes Abendlicht spenden können, aber eine Wolkenschicht verhindert dies.

    Für die beiden Schauspieler Hub und Hadulla aus der Schweinfurter Region war es längst keine Premiere mehr, am Abend zu Füßen der Trimburg hochwertige Literatur zu rezitieren. Bekannt sind die beiden auch durch das Sommertheater im Erthal-Saal und durch vergangene Poesienächte, die die beiden bereits seit vier Jahren bestreiten.



    Diesmal standen Gedichte von namhaften Autoren wie zum Beispiel Rückert, Goethe, Morgenstern oder Ringelnatz auf dem Programm. Aber auch weniger bekannte Autoren kamen zu Gehör. "Wir haben drei Themenblöcke und Geschichten, um die sich die Gedichte ranken", erklärte Hub. Einen aktuellen Zeitbezug sah er in einer Parabel von Morgenstern. Werke von Heinrich Bölls kamen ebenfalls zum Vortrag.

    Während Hadulla am Lesetisch stehen blieb, unternahm Hub mit dem Mikrofon in der Hand Ausflüge bis zum entferntesten Zuhörer. Das Publikum hatte sich in zwei langen, parallelen Reihen auf dem Gelände verteilt. Die Reaktionen reichten von gebannter Faszination bis hin zum entspannten Dösen. So verschieden wie die Menschen, so verschieden war deren Konsumverhalten von Kultur. Die Botschaften erreichten allerdings jeden.

    Für Hub und Hadulla war ihr Auftritt auf der Trimburg nur einer in einer ganzen Reihe ähnlicher Veranstaltungen in diesem Sommer. So waren die beiden mit ihren poetischen Impressionen schon im Georgipark von Bad Brückenau, an der Burgruine Wartenberg bei Angerbach, am Frickenhäuser See bei Mellrichstadt und im Labyrinth am Mainradweg bei Bergrheinfeld anzutreffen. Am Freitag, 17. August, sind sie in Neuhof am Monte Kali und am Samstag, 19. August, am Schulzenberg bei Fulda-Haimbach. Die treuen Fans reisen Hub und Hadulla von Termin zu Termin nach. Gerd Schaar

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