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    Burkardroth

    Preisverfall: Burkardroth schlägt weniger Holz ein

    Der Markt Burkardroth reagiert auf stark gesunkene Holzpreise und fährt die Holzernte zurück. Dem Gemeindewald geht es aber verhältnismäßig gut.
    Der Markt Burkardroth verfügt über einen gepflegten Wald und einen  vertretbaren Einschlag. Foto: Archiv/Marion Eckert
    Der Markt Burkardroth verfügt über einen gepflegten Wald und einen vertretbaren Einschlag. Foto: Archiv/Marion Eckert

    Der einzige Tagesordnungspunkt der öffentlichen Sitzung des Marktgemeinderates befasste sich mit der Entwicklung und der Planung des Gemeindewaldes. Das fast abgelaufene Jahr 2019 sei für den Wald kein einfaches Jahr gewesen, rief Bürgermeister Waldemar Bug (ödp) den Räten in Erinnerung. Ähnlich wie 2018 sei es ein viel zu trockenes Jahr gewesen. Erhebliche Probleme durch Käferholz und Sturmwürfe sorgten für einen übersättigten Holzmarkt und gesunkene Preise. Von ehemals 90 Euro pro Festmeter sei der Preis für Fichtenholz bei 25 Euro angekommen.

    Revierleiter Stefan Blumrich von der Forstbetriebsgemeinschaft Rhön-Saale und Geschäftsführer Fabian Menzel konnten dem Bürgermeister nur zustimmen. Daher sei auch mit 2300 Festmetern deutlich weniger Holz eingeschlagen worden als die Forsteinrichtung mit einem Hiebsatz von 3400 Festmetern ermöglichen würde. Auch für das kommende Jahr liege der Plan mit 3000 Festmetern deutlich unter dem Hiebsatz. Zum einen habe die Witterung im Frühjahr und ein verstärkter Einsatz im Pflegebereich dazu geführt, dass der Einschlag geringer ausfiel. Zum anderen seien die schlechten Preise für das zurückhaltende Einschlagverhalten ausschlaggebend gewesen, erläuterte Blumrich. Es mache keinen Sinn weiterhin Nadelholz einzuschlagen, wenn es nicht nötig sei und nicht gewinnbringend verkauft werden könne.

    Der Bürgermeister unterstützte diese Vorgehensweise. "Solange Nadelholz nicht zu vernünftigen Konditionen zu vermarkten ist, holen wir nur raus was nötig ist. Den fehlenden Einschlag sollten wir auch nicht durch Laubholz ersetzen." Die Marktgemeinde setze auf eine nachhaltige Nutzung des Waldes, eine Übernutzung sei auf jeden Fall zu vermeiden, auch wenn dies bedeutete, dass das Betriebsergebnis geringer ausfalle. Doch der Wald sei in den vergangenen Jahren immer im positiven Bereich gewesen. Waldwirtschaft dürfe nicht von Jahr zu Jahr, sondern müsse über einen längeren Zeitraum betrachtet werden, betonte der Bürgermeister.

    An diesen Stellen wurde Holz eingeschlagen

    Konkret wurde in diesem Jahr in folgenden Bereichen Holz geerntet: In der Abteilung Rainschlag bei Stralsbach wurden 570 Festmeter in der Altdurchforstung entnommen. Der bestehende Eichenbestand wurde gelichtet, damit die Eichen mehr Platz zum Wachsen haben. Im Bereich Todtenhölzlein bei Lauter wurden 150 Festmeter Buchenholz geerntet. Die Laubholzernte im Sommer sei problemlos möglich gewesen ohne die Böden zu schädigen, betonte der Revierleiter.

    Mittels Harvestereinsatz wurden im Klingenholz und Bärnschlag 360 Festmeter abgeholzt. Das Holz sei schon verkauft, liege aber noch im Wald. Aktuell wurde im Bereich Rothekreuz gearbeitet. 550 Festmeter seien motormanuell an einen Unternehmer vergeben worden, doch aufgrund der Witterung musste die Maßnahme gestoppt werden. Der Boden sei aufgeweicht und nicht tragfähig, es sei auch zu Schäden am Hochrhöner gekommen, die aber noch vor Weihnachten behoben werden sollen.

    Was Schadholz durch Borkenkäferbefall angehe, sei der Markt Burkardroth bislang eher glimpflich davon gekommen: Blumrich sprach von rund 500 Festmetern. Noch sei nicht alles Käferholz aufgearbeitet, rund 150 Festmeter liegen noch im Wald, werden aber in den nächsten Wochen abtransportiert. Auf Nachfrage aus dem Gremium erklärte der Revierleiter, dass vom Borkenkäfer derzeit keine Gefahr ausgehe, dies  werde erst im Frühling wieder brisant.

    Junge Bäume werden gepflanzt

    Pflegemaßnahmen wurden auf elf Hektar Fläche vorgenommen, das Pflegesoll von 5,6 Hektar sei weit überschritten worden. Zäune wurden auf 1800 Metern abgebaut, neue Zäune in einer Länger von 600 Metern aufgestellt worden. Insgesamt konnte Blumrich dem Marktgemeinderat bescheinigen, dass ihr Wald gut gepflegt sei. Rund 7000 Jungpflanzen wurden heuer gesetzt, unter anderem Buchenwildlinge. Im Bereich des Schullehrpfades Hermannruh wurden Exoten wie Zuckerahorn, Küstentanne und Douglasie gesetzt.

    Weitere Pflanzungen seien heuer vorgesehen.  Auf acht Hektar sollen Weißtanne, Douglasie und Edellaubholz gepflanzt werden. Aber auch die Christbaumkultur benötige Nachwuchs. Hier wachsen Nordmanntannen und Blaufichten. Die Pflanzungen erfolgen gemäß den Vorgaben in der Forsteinrichtung, versicherte der Revierleiter. Für Naturverjüngung, Pflegemaßnahmen und Pflanzungen sowie den Erhalt von Biotopbäumen kam  die Marktgemeinde in den Genuss von Zuschüssen. Rund 40.000 Euro konnte abgerufen werde, was für ein relativ kleines Revier durchaus ansehnlich sei.

    Biotopbäume im Vertragsnaturschutz seien wertvolle Lebensräume und müssten zwölf Jahre stehen bleiben. Investiert wurde in eine neue Seilwinde, die regelmäßig im Einsatz sei. Diskutiert wurde über Sorgfalt und Sicherheit bei Fällarbeiten. Beide Forstfachleute bestätigten, dass streng nach den Vorgaben und Unfallverhütungsvorschriften gearbeitet werden.

    Marion Eckert

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