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    Nüdlingen

    Pro Ortsumgehung Nüdlingen: Das große Ganze im Blick behalten

    Mit einer Ortsumgehung könnten sich neue Möglichkeiten für den Altort Nüdlingens bieten. Foto: Archiv: Johannes Schlereth
    Mit einer Ortsumgehung könnten sich neue Möglichkeiten für den Altort Nüdlingens bieten. Foto: Archiv: Johannes Schlereth

    Seit Jahrzehnten streiten die Nüdlinger für und um eine Ortsumgehung. Jetzt ist sie zum Greifen nah, aber die Mehrheit der Bürger lehnt die Pläne ab. Darf der Gemeinderat dieses Votum überstimmen?

    Ortsumgehung Nüdlingen: Aspekte, die es zu hinterfragen gilt

    Ja, klar. Zum einen gibt es viele Fragezeichen hinter der Bürgerbefragung: Nicht nummerierte Stimmzettel auf gewöhnlichem Papier sind leicht manipulierbar und die Auswahl der Befragten war ziemlich willkürlich. Und wieso haben überhaupt die Haarder mit abgestimmt? Die Ortsumgehung betrifft nur Nüdlingen , die Stadt Bad Kissingen würde wohl kaum alle Stadtteile befragen, wenn es um die Entlastung in einem Stadtteil geht...

    Auch wenn es vorher Bekundungen gab, dass das Ergebnis respektiert wird, war allen klar, dass es nicht bindend ist. Schon alleine deshalb bestehen Zweifel, wie ernst die Bürger das nahmen, und: Kann der Einzelne ohne fundierte Information und genaue Unterlagen überhaupt alle Aspekte überblicken?

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    Nüdlingen: Diffuse Bedenken haben überwogen

    Mit einer relativ knappen Mehrheit haben die diffusen Bedenken überwogen: Brücke zu hoch, Flächenverbrauch zu groß, mehr Verkehrslärm in den Gärten zwischen Siebener- und Friedenstraße. Das sind ernst zu nehmende Einschränkungen, die am besten durch bauliche Maßnahmen an der neuen Straße reduziert werden sollten, aber: Die Anlieger der aktuellen Ortsdurchfahrt sind viel schwerer belastet, die Gefahren dort sind ungleich größer: Lärm macht krank, Schulkinder müssen eine der meistbefahrenen Innerortsstrecken im Landkreis queren. Deshalb: Viele in der Siedlung dürfen nicht wenige Betroffene überstimmen!

    In der repräsentativen Demokratie muss ein Gemeinderat auch das große Ganze im Blick haben, dazu gehört die Chance zur Wieder-Belebung des Altorts: Wer zieht da aktuell schon hin? Revitalisierung statt neuer Baugebiete, Grünflächen statt breiter Fahrbahn: Das könnte am Ende mehr Fläche sparen als die Umgehung kostet.

    Bedeutung für den Tourismus

    Und dann ist da noch der Blick über den Tellerrand: Bad Kissingen lebt vom Fremdenverkehr, hat aber sowohl in Richtung Nordosten, als auch nach Südosten katastrophale Anbindungen an die A 71. Mit der B 286 neu Richtung Oerlenbach tut sich schon einiges, aber auch durch Nüdlingen sollte sich auf Dauer keiner quälen müssen!

    Ein Kommentar von: Ralf Ruppert, Redakteur bei der Saale-Zeitung in Bad Kissingen

    r.ruppert@infranken.de

    Ralf Ruppert

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