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    Rannungen

    Projekt Tagespflege noch nicht in trockenen Tüchern

    Dieses Gelände an der Schulzengasse hat die Gemeinde Rannungen gekauft. Hier soll in naher Zukunft eine Einrichtung für ...

    Die Vorstellung des Projektes Tagespflege in Rannungen stand auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung. Doch ob es damit wirklich klappt, ist offenbar doch noch nicht ganz so ausgemacht, wie die Mitglieder des Ausschusses Innenentwicklung und der Gemeinderat gedacht und gehofft hatten. Jochen Keßler-Rosa , der geschäftsführende Vorstand des Diakonischen Werks Schweinfurt e.V., versicherte ganz zum Schluss der Diskussion zu diesem Tagesordnungspunkt " Rannungen ist ein interessanter Standort." Doch er schränkte ein "ich kann Ihnen aber nicht sagen wie es ausgeht. Am Ende ist das eine unternehmerische Entscheidung." Er kündigte an: "Sie hören im Juli von mir."

    Die Einrichtung einer Tagespflege in Rannungen wird seit längerer Zeit vom Ausschuss Innenentwicklung abgestrebt. Die Gemeinde ist bereits in Vorleistung gegangen und hat im Schulzenweg ein noch unbebautes Grundstück gekauft.

    Neben Jochen Keller-Rosa, dessen erste Pfarrstelle übrigens Poppenlauer war, war auch Bernhard Wolf von der Firma Wolf-Haus (Gefäll) anwesend. "Dass Sie da sind, stimmt mich optimistisch. Wir wussten, sie sind auf der Suche nach einem Betreiber", begrüßte ihn Bürgermeister Fridolin Zehner ( CSU ). Wolf betonte, dass sein Unternehmen viel Erfahrung mit derartigen Projekten hat, von Neustadt an der Aisch über Castrop-Rauxel bis nach Bad Bocklet. Die Firma baut mit eigenen Leuten, betonte er. Das habe den Vorteil, dass es schnell vorangehe.



    Er kann sich für Rannungen zwei Varianten vorstellen: entweder ein eingeschossiges Haus mit etwa 15 Plätzen für die Tagespflege oder aber zweigeschossig mit den 15 Tagespflege-Plätzen im Erdgeschoss und vier größeren oder sechs kleineren Wohnungen im Obergeschoss. Diese behinderten- und seniorengerecht mit breiten Türen und Aufzügen ausgestatteten Wohnungen, je nach Anzahl 40 bis 60 Quadratmeter groß, sollten dann verkauft werden. Als Quadratmeter-Preise nannte er etwa 3000 Euro. Das ganze Objekt liegt grob geschätzt in einer Größenordnung von einer Million Euro, sagte er.

    Jochen Keßler-Rosa erläuterte: "Wir befinden uns in der Recherche-Phase". Dazu gehöre auch das Gespräch mit einem Gemeinderat. Eine derartige Tagespflegeeinrichtung solle Menschen dienen, die zu Hause gepflegt werden, aber nicht daheim sein können oder wollen, wenn die Angehörigen nicht da sind. "Bis zum Jahr 2017 konnte man Tagespflege nur betreiben, wenn man Geld übrig hatte oder keinen Tariflohn bezahlte", ergänzte er. Die Diakonie sei gemeinnützig und erziele keinen Gewinn, sie müsse aber wirtschaftlich arbeiten, "unser Risiko darf nicht zu groß sein." Wenn der Diakonieverein Lauertal Träger werde, dann müsse ein entsprechend abgestimmtes Konzept existieren.

    Für eine Tagespflege mit etwa 15 Plätzen brauche man rund 40 angemeldete Gäste, da viele von ihnen nach seiner Erfahrung nicht täglich kommen, sondern nur ein- bis zweimal pro Woche und manche über Wochen gar nicht. Entscheidend sei die Zahl der Menschen mit entsprechender Pflegestufe in Rannungen und den umliegenden Gemeinden wie Rottershausen, Pfändhausen oder Oerlenbach. Bürgermeister Zehner ergänzte, dass es in diesem Gebiet rund 400 Personen gebe, die infrage kommen. Wenn zehn Prozent von ihnen die Einrichtung in Rannungen besuchen, sei Keßler-Rosas Forderung erfüllt.

    Gemeinderat Harald Klopf (Rannunger Bürgerliste) wusste, dass etwa 22 Rannunger Seniorinnen und Senioren regelmäßig in auswärtige Tagespflegeeinrichtungen gebracht werden. Er verwies auch darauf, dass nach einer Umfrage des Arbeitskreises 80 Prozent der Senioren zu Hause wohnen bleiben möchten. Sybille Büttner (Rannunger Bürgerliste) ergänzte, dass den Leuten viel daran liege, im Dorf zu bleiben. Der zweite Bürgermeister Werner Keller sagte: "An dem Potenzial sieht man, dass Bedarf da ist. Ich wundere mich, dass wir noch nicht weiter sind." Dieter Britz

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