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    Ramsthal

    Ramsthal: Wenn es Reben zu warm wird

    Tröpfchenbewässerung wird immer überlebenswichtiger für die Weinstöcke. Dabei ist es egal, ob das Wasser von oben oder unterirdisch an die Pflanzen kommt. Bernhard Sixt hat jetzt Bewässerungsschläuche in den Boden eingebracht.
    Bernhard Sixt beim Einbringen der Bewässerungsschläuche in den Boden mit der Raupe. Foto: Elisabeth Assmann       -  Bernhard Sixt beim Einbringen der Bewässerungsschläuche in den Boden mit der Raupe. Foto: Elisabeth Assmann
    Bernhard Sixt beim Einbringen der Bewässerungsschläuche in den Boden mit der Raupe. Foto: Elisabeth Assmann

    Neben den aktuell schwer ins Gewicht schlagenden Schäden durch den Frost einer einzigen Nacht beschäftigt die Winzer Frankens schon seit Längerem die Frage nach der Versorgung der Reben mit Wasser . Die Anzahl der Hitzetage und der Durchschnittstemperatur steigt kontinuierlich. Und damit auch der Verbrauch an Wasser , den die Pflanzen zum Überleben und zum Gedeihen benötigen.

    Vor allem bei Neupflanzungen und in den ersten Jahren, wenn die Wurzeln der Reben noch in die Tiefe wachsen müssen, ist hier Bewässerung überlebensnotwendig.

    Doch Wasser ist knapp während der Wachstumszeit. Speicherbecken oft nicht vorhanden. Daher wird verstärkt Tröpfchenbewässerung, die ursprünglich in Israel eingesetzt wurde, an die oberirdischen Drahtanlagen im Weinberg angebracht. Noch wassersparender verspricht die unterirdische Verlegung von Schläuchen zur Bewässerung zu sein, die bis jetzt in Franken noch nicht so verbreitet ist.

    Zu diesem Schritt hat sich jetzt erstmals Bernhard Sixt in Ramsthal in seiner Junganlage mit 800 Silvanerpflanzen entschieden. Die Schläuche werden mit einer Spezialvorrichtung an einer Raupe in einer Tiefe von 30 Zentimetern verlegt. Dadurch soll gewährleistet sein, dass das Wasser direkt an die Wurzel kommt und auch in Zukunft eine mechanische Bearbeitung unter Stock möglich ist. Auch die Sammelleitung wird unterirdisch verlegt. Das Wasser muss aber dann mobil mit einem Fasswagen hergebracht und angeschlossen werden. Das dazu benötigte Wasser wird Sixt aus einem 6000-Liter-Behälter nehmen, der Dachflächenwasser erfasst. Denn eine Entnahme aus Oberflächenwasser oder Grundwasser ist in seiner Gemeinde nicht möglich beziehungsweise auch nicht erlaubt.

    Technik hat auch Nachteile

    Auch Genossenschaftswinzer Sixt ist gespannt, wie gut diese Art der Bewässerung funktioniert: "Mir ist es wichtig, möglichst wassersparend zu bewässern." Dass diese Technik auch Nachteile hat, weiß Sixt . Leckagen an der Leitung sind schwieriger aufzufinden, Reparaturen aufwendiger.

    Die veränderten Klimabedingungen werden nicht nur durch Bewässerung ausgeglichen werden können. Hitzeangepasste Rebsorten, angepasstes Management im Weinberg von der Bodenbearbeitung bis zur Laubwandpflege werden wesentlich zum Weiterbestehen des Weinbaus in Franken beitragen.

    Bereits 1300 Hektar der rund 6000 Hektar Weinfläche in Unterfranken werden bewässert , der Bedarf wird vor allem in Junganlagen steigen. Die Trockenjahre 2018 und 2019 werden nicht die letzten sein. In der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau in Veitshöchheim wird schon lange an Fragen des Bewässerungsmanagements und der nachhaltigen Anpassung an den Klimawandel geforscht. Für Bewässerungsleitungen können Förderungen beantragt werden.

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    Elisabeth Assmann

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