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    Rannungen

    Rannungen: Die Gücker waren auch im Orient

    Die Rannunger beherrschen die perfekte Mischung aus Bütt, Sketchen und Tanz - und das seit 45 Jahren. Der Nachwuchs ist auch gesichert.
    In den Orient entführte die Gückergarde bei ihrem Showtanz 'drei Wünsche  frei'.  Foto: Dieter Britz       -  In den Orient entführte die Gückergarde bei ihrem Showtanz 'drei Wünsche  frei'.  Foto: Dieter Britz
    In den Orient entführte die Gückergarde bei ihrem Showtanz "drei Wünsche frei". Foto: Dieter Britz

    "Fridays für Future. Samstags for Gücker" prangt über der Bühne der voll besetzten Mehrzweckhalle. Darunter hat der Elferrat mit Sitzungspräsident Martin Erhard und Vize Frank Kilian Platz genommen. Die Prunksitzungen der Gückerelf haben im weiten Umkreis einen sehr guten Ruf. Deshalb waren für alle drei Sitzungen, auch für die am kommenden Samstag, die Karten nach wenigen Stunden weg. Das Programm begeisterte auch im 45. Gückerfaschings-Jahr die Zuschauer.

    Die gelungene Mischung aus witzigen Sketchen, gehaltvollen Büttenreden und künstlerisch-akrobatischen Tanzvorführungen kam wieder sehr gut an. Besonders erfreulich ist, dass es der Gückerelf durchaus nicht an Nachwuchs fehlt. So war die jüngste Büttenrednerin gerade acht Jahre alt.

    Die Jugendgarde, trainiert von Katharina Stahl, Manuela Erhard und Lena Berninger, zeigte zwei sehr gute tänzerische Leistungen, alles lief exakt und synchron. Zuerst boten die 13 jungen Damen einen Marschtanz, später den Showtanz "Albtraum". Die von Tina Gessner und Michelle Heß trainierte Tanz-Kindergruppe brachte mit ihren "Rocklegenden" einen Hauch von Wacken-Festival in den Saal. Die Gückergarde, trainiert von Jenny Markus, glänzte mit einem exakten Marschtanz und dem Showtanz "drei Wünsche frei", in dem das Märchen von Aladin und der Wunderlampe interpretiert wurde. Ins Reich der Mitte entführten 17 Tänzerinnen und ein Tänzer der Juniorengarde (Trainerinnen Michaela Weigand, Pia Fleckstein und Lena Erhard). Spätestens hier wurde deutlich: Der Gücker-Fasching ist auf Jahre gesichert. Das Männer-Ballett kam als "Kosaken", trainiert von Lisa Nöth und Veronika Herbig. Als perfektes Nachwuchs-Tanzmariechen präsentierte sich Laura Stürmer, trainiert von Franzi Kliem und Rosali Sell.

    Die achtjährige Marie Gessner mit ihrem Plüsch-Hund erwies sich als versierte Büttenrednerin und Hunde-Profi. Maries Premiere in der Gücker-Bütt wurde mit Beifallskundgebungen und einem verdienten "das war spitze!" aus dem Saal belohnt. Alfred Erhard als Bajazz nahm das Dorfgeschehen aufs Korn. Unter anderem bekam der Rannunger Gemeinderat sein Fett weg: wegen vier Platanen für 2700 Euro auf dem neuen Dorfplatz sei man sich fast an den Kragen gegangen und das bei Gesamtkosten von 1,5 Millionen Euro. "Dieser Platz ist schon ein Ding, die Steine aus Muschelkalk vertragen kein Streusalz". Der Aufgang zur Kirche und Platz wirkt für ihn wie der Aufgang zu einem Dom . Seine Empfehlung: "Stellt doch auf die Podeste die Verantwortlichen und auf das 13. den Architekten".

    Ludwig Büttner, seit 45 Jahren dabei, hatte "nix zu lachen". Männer werden doppelt so alt wie vor 100 Jahren, stellte er fest. Nach Ansicht der Frauen haben sie deshalb die Möglichkeit, erwachsen zu werden.

    Endlich, das Dorf hat eine Arztpraxis. Drei Herren stellten mit Blick in die Halle fest "um Himmels willen, ist das Wartezimmer aber voll" und "alles Kassenpatienten , die können wir ruckzuck abfertigen".

    Nicht zu vergessen der Sketch "Familienurlaub" mit Marco, Jona und Luca Nöller. die Trommler Simon Fries, Kevin Gerschütz, Marvin Kiesel und Pascal Fries. Am Klavier mit dem "Planlied" spielte Stefan Erhard. Im Sketch "Boxer" spielten Richie Fleckstein, Fabian Düring, Mario Stefan und Conny Keller. Bei der Hitparade "Country" unter Leitung von Roland Kilian sangen Angelique Erhard, Chiara Seufert, Veronika Hoffmann, Matthias Leurer, Carina Stöhr und Roland Keller.

    Die Mischung aus Sketchen und aus Tanznummern ist wirklich gut gelungen. Erfreulich ist, dass so viele ältere und jüngere Mitwirkende auf der Bühne stehen.

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    Dieter Britz

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