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    Rannungen

    Rannungen: Öffentliche Ausschreibung für Mehrzweckhalle

    Die Sanierung der Rannunger Mehrzweckhalle wird einige Millionen Euro kosten. Allein das Architektenhonorar macht nach ...

    Das Architektenhonorar für die Sanierung der Mehrzweckhalle wurde auf über 221 000 Euro geschätzt. Diese Arbeiten müssen deshalb öffentlich ausgeschrieben werden. Der Auftrag zur Durchführung der Ausschreibung und Vorbereitung der Vergabe wurde für 8500 Euro plus fünf Prozent Nebenkosten an das Kitzinger Büro gk Projektmanagement vergeben. Der Bauausschuss, dem auch Vertreter der Vereine angehören, müsse mit ins Boot geholt werden, forderten die Gemeinderäte Werner Keller und Sybille Büttner, bei der jüngsten Gemeinderatssitzung.

    Das Pflanzenschutzmittel Glyphosat darf auf gemeindeeigenen Flächen, die die Gemeinde neu verpachtet, nicht mehr angewendet werden. Mit sechs gegen zwei Stimmen beschloss der Gemeinderat ein entsprechendes Verbot. Bereits in der Sitzung am 22. Mai hatte das Gremium nach einem Vortrag von Dr. Christoph Hartmann, dem Geschäftsführer von GeoTeam (Gesellschaft für umweltgerechte Land- und Wasserwirtschaft mbH Bayreuth) ausführlich darüber diskutiert, die Entscheidung allerdings verschoben. Die Diskussion werde sehr populistisch geführt, kritisierte Bürgermeister Fridolin Zehner (CSU). Dieses Glyphosat habe mit dem Insektensterben gar nichts zu tun, das Thema werde hochgepuscht. Eine Entscheidung habe sowieso nur Symbolcharakter, denn die Gemeinde verwende dieses Unkrautvernichtungsmittel auf ihren eigenen Flächen wie auf dem Friedhof sowieso nicht und sie habe nur acht bis zehn Hektar Flächen verpachtet.



    Gemeinderat Harald Klopf (Rannunger Bürgerliste) allerdings, von dem die Initiative zum Verbot von Glyphosat ausgegangen war, erinnerte daran, dass alle umliegenden Landkreise entsprechende Beschlüsse gefasst hätten. Der Landkreis Bad Kissingen hat, so Klopf, im März 2018 nicht nur ein Verbot für kreiseigene Flächen beschlossen, sondern den Gemeinden empfohlen, sich dem anzuschließen. Der zweite Bürgermeister Werner Keller ergänzte, dass die bayerische Regierung einen Stab mit 50 Experten eingerichtet habe, der Maßnahmen gegen das Insektensterben prüfen soll. "Wenn Glyphosat gesprüht wird, wird auf den Äckern alles platt gemacht" sagte er.
    Zwei Mitglieder des Gemeinderates erklärten sich schließlich für befangen und beteiligten sich deshalb nicht an der Abstimmung, sechs stimmten für das Verbot, zwei dagegen.

    Rund 20 Prozent der Haushalte lesen nicht, wie eigentlich vorgeschrieben, die Zählerstände ihrer Wasseruhren jährlich ab und melden sie an die Gemeinde. Dann wird ihr Wasserverbrauch nach dem Verbrauch des Vorjahres geschätzt, so Bürgermeister Fridolin Zehner. Im Februar vorigen Jahres hatte der Gemeinderat das Problem bereits diskutiert. Damals war vorgeschlagen worden, dass ein Mitarbeiter des Bauhofs diese Wasseruhren abliest und dafür Gebühren erhoben werden. Im März 2018 wurde der Antrag gestellt, dieses Problem wieder im Gemeinderat zu behandeln. Nach Rücksprache mit der Kommunalaufsicht des Landratsamtes sei eine Einzelverrechnung rechtlich nicht machbar. Die für die Ablesung entstehenden Personalkosten müssten in die Gebührenkalkulation für das Wasser aufgenommen werden. Harald Klopf schlug vor, diejenigen anzuschreiben, die ihre Wasseruhren nicht ablesen und Ivonne Seufert ergänzte, sie sollten eine Bearbeitungsgebühr bezahlen, wenn dann immer noch nichts passiere. Dies soll nun geprüft werden. Sechs Gemeinderäte stimmten dem zu, vier waren dagegen.

    Der Gemeinderat stellte die Weichen, damit der Solarpark Rannungen erweitert werden kann. Er beschloss, den Flächennutzungsplan und den Bebauungsplan zu ändern. In den Sitzungsunterlagen wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sämtliche Kosten die Firma bos.ten als Antragsteller übernehmen. Ein entsprechender städtebaulicher Vertrag muss noch abgeschlossen werden. Das Unternehmen möchte die bisher noch unbebauten Verkehrsflächen in seinem Solarpark mit Photovoltaik-Modulen bestücken. Eine größere Erweiterung war abgelehnt worden. Die Telekom will in Rannungen den Breitband-Ausbau in eigener Initiative vorantreiben. Bürgermeister Zehner unterrichtete den Gemeinderat darüber, dass in der Jahnstraße, Hauptstraße, Wiesenstraße und Schweinfurter Straße ein neues DN 50 Kabelrohr (das heißt mit 50 Millimeter Durchmesser) verlegt werden soll. Die Telekom hat die Planung und Wegesicherung an die Firma INconnect aus Ingolstadt übertragen. Damit sei dann per Glasfaserkabel eine Übertragungsgeschwindigkeit von 50 bis 200 im Internet möglich. Diese Kabelverlegung bringe deutliche Verbesserung für den Ort, Kosten für die Gemeinde würden nicht entstehen, von einigen Stellen abgesehen, wo der Gehweg breiter als 60 Zentimeter sei. "Die Telekom merkt so langsam, dass die Leute zu anderen Anbietern gehen" meinte Gemeinderat Rudolf Berninger (CSU). Der Gemeinderat stimmte einstimmig zu.

    Der Antrag von Daniel Weigand, einen Defibrillator (ein Gerät zur ersten Hilfe bei Herzstillstand) anzuschaffen, wurde vertagt. Intensiv diskutiert wurde die Frage nach dem Standort für dieses Gerät. Mehrere Gemeinderäte schlugen dafür die Raiffeisenbank vor, da diese wegen ihres Geldautomaten rund um die Uhr geöffnet sei. Andere brachten den Sportplatz und die Mehrzweckhalle in die Diskussion. Vandalismus und Temperaturschwankungen seien die häufigsten Ursachen für einen Ausfall des Gerätes, wusste Yvonne Seufert (Rannunger Bürgerliste). "Wir brauchen einen sicheren und überwachten Standort" ergänzte Harald Klopf. Der Bürgermeister klärt nun ab, ob der Defibrillator in den Räumen der Bank, die Kamera-überwacht sind, untergebracht werden darf. Die Chancen stehen wohl gut, denn diese hat sich sowieso bereit erklärt, dass etwa 4000 Euro teure Gerät zu finanzieren. Dieter Britz

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