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    Hammelburg

    Rendezvous der Volleys in der "Dunkelkammer"

    TSV Grafing - Hammelburg Volleys (Samstag, 19 Uhr)
    "Manchmal musst du als Trainer kreative Wege gehen, wenn du eine möglichst realistische Vorbereitung auf die anstehenden Aufgaben gewährleisten willst", sagt Trainer Karlovic vor dem Auswärtsspiel seiner Volleys (5./30) gegen die Grafinger Bären (1.37). Deren Spielhalle ist nämlich nicht unbedingt das, was man hell erleuchtet nennen würde. "Bären leben ja vorzugsweise in dunklen Höhlen", schmunzelt Hammelburgs "Lichtgestalt", die sich in der vergangenen Woche etwas ganz Besonderes ausgedacht hatte: "Ich habe einfach mal das Hallenlicht nach unten gedimmt, auch wenn nicht jeder Spieler sofort begeistert war, und habe mir sogar extra ein Luxmeter besorgt." Dass auf die Rudeltiere aus Fellbach die derzeit äußerst hungrigen Bären aus Grafing folgen, ist nur eine amüsante Randnotiz, die der Hammelburger Trainer aber gerne zur Vorlage nimmt: "Anfang der Saison haben wir die Bären verputzt, dann die Wölfe uns, mal sehen wer sich heute als hungriger erweist." Das Hinspiel liegt dem derzeitigen Spitzenreiter der 2. Bundesliga Süd noch schwer im Magen. Die damalige 0:3-Niederlange in der Saaletalhalle fiel in die Rubrik schwer verdaubar, war es doch der einzige "Nuller" in acht Spielen zu Saisonbeginn und eine von nur zwei Niederlagen insgesamt.


    Unverkennbare Parallelen

    Somit brennen die Grafinger auf Revanche im eigenen Hause. Und das ist in dieser Saison eine ähnlich uneinnehmbare Festung wie das Hammelburger Wohnzimmer. Ganze zwei Sätze verlor der Tabellenführer daheim und weiß ähnlich wie die Volleys ein tolles Publikum im Rücken. Kämpften die Gastgeber vergangene Saison gegen den Abstieg, gehört man in diesem Jahr zum engen Kreis der Meisterschaftskandidaten. "Nicht zuletzt dank der Verpflichtung von Erstligaspieler Julius Höfer, hat Grafing extrem an Stabilität gewonnen und ist für mich Titelanwärter Nummer Eins", ist der Hammelburger Trainer voll des Lobes für die Gastgeber. "Die haben noch ein ganz dankbares Restprogramm, weil viele starke Teams noch nach Grafing müssen. Deshalb bin ich sicher, dass wir wohl beim zukünftigen Meister aufschlagen. Sollten sie den Titel holen, gönne ich es ihnen", sagt Karlovic, für den demnach "jeder Punkt, den wir aus Grafing entführen, eine tolle Sache wäre, zumal bei diesem Spiel vielleicht die Teams der aktuellen Stunde aufeinandertreffen."  Bei Hammelburg sind alle Spieler fit und ginge es nach ihrem Trainer, wäre es doch "gar nicht mal so schlecht, die gezeigte Teamleistung aus dem Fellbachspiel auch mal auswärts zu zeigen."

    TV/DJK Hammelburg - DJK München (Samstag, 19 Uhr)
    Mit dem allerletzten Aufgebot treten die First Ladies aus Hammelburg (11./1) gegen die DJK München (7./20) an. "Ich habe derzeit keine sechs spielfähigen Spielerinnen in meinem Kader", beschreibt Trainer Oliver Möller die prekäre Situation. "Nach dem vergangenen Spieltag hatte sich eine einzige, ich wiederhole, eine einzige Spielerin bei mir gesund gemeldet, das war Laura Schmitt." Am meisten wird Zuspielerin Selli Helfmann fehlen, die von einem grippalen Infekt heimgesucht wurde. "Natürlich hätten wir das Spiel auch einfach absagen können, wir wollten die Strafzahlung allerdings vermeiden und haben nun eine sportlich gute Lösung gefunden", sagt Hammelburgs Sportdirektor Jochen Hauke, dessen Frau Katharina sich ebenfalls für ein "Kurz-Comeback" hat überreden lassen. Sie wird am Samstag ebenso für die "Aushilfs-Mission" zur Verfügung stehen wie Maxi Bindrum und Maren Schröder aus der zweiten Damenmannschaft. "Mir ist natürlich bewusst, dass wir dadurch die zweite Mannschaft, die parallel in Zirndorf spielt, extrem schwächen. Insofern bin ich sehr dankbar, dass sich die Spielerinnen dennoch bereit erklärt haben und auch der Verein hinter dieser Lösung steht", so Möller, dessen Rumpfteam mit den Mädels aus der bayerischen Landeshauptstadt den Zweitliga-Absteiger in der Saalestadt empfängt. "Ich hätte gedacht, dass München viel weiter oben mitspielt, aber es ist auch eigentlich egal und es ist wie bei jedem Saisonspiel bisher. Wir schauen auf uns, weil allzu große taktische Überlegungen am fehlenden Spielermaterial scheitern", gibt sich Möller realistisch, der trotz nicht gerade einfacher Situation für alle Beteiligten noch immer eines nicht ist: verzweifelt! "Warum auch, das würde mir auch keine Spielerinnen herbeizaubern." Oliver Wendt

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