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    Hammelburg

    Restaurierung der Steinthalkapelle

    In der Steinthalkapelle sind vor rund einem Jahr Putzstücke von der Decke gebrochen. Nun beginnen die Restaurierungsarbeiten in dem beliebten Kirchlein.
    Die Restauratoren Siegfried und Birgit Scheder arbeiten an der Kirchendecke.  Foto: Arkadius Guzy       -  Die Restauratoren Siegfried und Birgit Scheder arbeiten an der Kirchendecke.  Foto: Arkadius Guzy
    Die Restauratoren Siegfried und Birgit Scheder arbeiten an der Kirchendecke. Foto: Arkadius Guzy

    Es ist nicht so schlimm, wie befürchtet. Die Steinthalkapelle kann mit vergleichsweise überschaubarem Aufwand restauriert werden. Damit wird das Kirchlein nach einem Jahr Schließung zum Wallfahrts- und Andachtsmonat Mai für Gläubige wieder offen stehen.

    Seit dieser Woche sind die beiden Restauratoren Siegfried und Birgit Scheder aus Ochsenfurt dabei, die Decke zu reparieren. Etwa zwei Wochen lang werden sie dafür immer wieder ins Steinthal fahren. An der Decke des Kirchenraums waren Risse entstanden. Vor knapp einem Jahren stürzten dann Putzstücke herunter. Die Schließung und Untersuchungen folgten.

    "Wenn Putz von der Decke fällt, ist es immer ein Indikator", sagt Siegfried Scheder. So kam die Befürchtung auf, dass die Statik schuld sein könnte. Doch statische Probleme konnten laut Scheder ausgeschlossen werden. Er nennt das durch Temperaturschwankungen bedingte Dehnen und Zusammenziehen der Decke als Ursache für die aufgetretenen Schäden. Die Abplatzungen des Feinputzes könnten aber auch eine Spätfolge des Brands und der Renovierung von vor rund 20 Jahren sein, meint Siegfried Scheder. Im Jahr 1997 gab es ein Feuer im Vorraum der Kapelle, das auch den Kirchenraum stark schwärzte.

    Die Restauratoren spritzen jetzt eine Kalkinjektionsmasse in die Risse, wie Siegfried Scheder erklärt. Er spricht von einer Mikrosicherung. Auch die größer flächigen Abplatzungen des Feinputzes werden wieder verschlossen.

    Rund 13 000 Euro wird die Restaurierung kosten. Er sei erleichtert, sagt Pfarrer Thomas Eschenbacher . Denn zu Beginn, als das Ausmaß noch nicht feststand, habe auch schon mal ein sechsstelliger Betrag im Raum gestanden. Laut Eschenbacher übernimmt die Diözese 9000 Euro, die Stadt stellt 2000 Euro bereit. Für den Rest setzt die Pfarrgemeinde auf Spenden.

    Die Kapelle ist ein beliebter Ort für Trauungen. Daher waren etliche Leute enttäuscht, als sie geschlossen wurde, erklärt der Pfarrer. Nach der Öffnung werden Trauungen wieder möglich sein. Auch für die Maiandachten ist die Kapelle wichtig: Bei Regen werden die Andachten, die normalerweise auf dem Platz mit Freialtar neben dem Kirchlein abgehalten werden, nach Innen verlegt. Außerdem gibt es an Silvester eine Andacht zum Jahreswechsel. Außerhalb solcher Termine ist nur der Vorraum der Kapelle regelmäßig zugänglich.

    Nach Abschluss der Restaurierung werden die Votivtafeln, die zum Schutz ausgeräumt wurden, bei der Sternwallfahrt wieder in die Steinthalkapelle getragen. Bis dahin stehen auch noch einige Arbeitseinsätze an, zum Beispiel die Reinigung. Dafür sucht Küster Michael Brendan Helfer.

    Außer der Steinthalkapelle steht auch die Öffnung der Klosterkirche in Aussicht. Sie ist seit Jahresanfang wegen des Umbaus des Klostergebäudes geschlossen. Die Bauarbeiten hatten außerdem zu einem Wasserschaden geführt, der noch beseitigt werden muss.

    Mit Fertigstellung des Klosterumbaus als Erweiterungsteil für die Musikakademie soll die Klosterkirche wieder regelmäßig zugänglich sein. Dafür sind laut Pfarrer dem Küster für dieses Jahr zusätzliche Stunden von der Diözese zugebilligt worden - mit der Vorgabe, dass es im Laufe des Jahres zwischen Pfarrei und Diözese Gespräche gibt, um für die Zeit ab 2020 eine Regelung für die Klosterkirche zu finden. Es gehe darum ein Konzept für die Klosterkirche zu finden, sagt Eschenbacher. Es soll klären, wie die Klosterkirche langfristig zugänglich bleiben kann. Schließlich sei sie auffällig und touristisch interessant.

    Für das geistliche Leben der Pfarrei sei aber die Steinthalkapelle wichtiger, dort spiele sich viel mehr geistliches Leben ab. Eschenbacher sagt: "Das Steinthal ist eng mit der Pfarrei verbunden." Die

    Geschichte der Steinthalkapelle Laut Überlieferung begründete ein Bildstock mit Marienbild die religiöse Bedeutung des Steinthals. Diesen hatte Müller Johann Keck im Jahr 1716 errichtet - der Legende nach aus Dankbarkeit für die Bewahrung vor dem Tod nach einem Blutsturz. Zum Schutz bekam die Figur eine Überdachung. Der Kapellenbau stammt laut dem Eintrag in die Denkmalliste aus der Zeit 1739 bis 1742. Das Kirchlein entwickelte sich damals rasch zu einem Ziel für Wallfahrten. Die Seelsorge übernahmen die Franziskaner des Klosters Altstadt.

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    Arkadius Guzy

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