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    Rothhausen

    Schulbetrieb endet nach 40 Jahren

    Der Schulstandort Rothhausen soll geschlossen werden. Zum Schuljahresbeginn wird es genau 40 Jahre her sein, dass in dieser Schule nach einem Neubau mitsamt Schulturnhalle erstmals Unterricht stattfand. Erweitert wurde damals das alte Schulgebäude , das 1951 als erstes Schulhaus im Landkreis Bad Kissingen nach dem 2. Weltkrieg neu errichtet wurde.

    Mit einem großen Fest im Mai 1978 wurde eine neue Ära eingeleitet. Zum 1. Mai 1978 trat die Gebietsreform in Kraft, bei der die ehemals selbstständigen Gemeinden Thundorf, Rothhausen und Theinfeld zur neuen Gemeinde Thundorf zusammen geschlossen wurden.

    Diese drei Ortsteile bildeten schon seit 1968 einen Schulverband, zu dem 1971 dann auch die Kinder aus Weichtungen kamen. Schon vor der Gebietsreform hatten die Gemeindevertreter aus Rothhausen und Thundorf vereinbart, dass die Schulen in Thundorf und Theinfeld zugunsten eines neuen Schulkomplexes in Rothhausen aufgegeben werden, in Thundorf dafür ein neuer Kindergarten für die Gemeinde gegründet wird.

    Moderne Außenanlage

    Weil das alte Schulgebäude nur aus zwei Klassenzimmern bestand, waren zum Unterricht der vier Grundschulklassen zwei weitere Unterrichtsräume notwendig. Diese wurden nun wenige Meter oberhalb der Schule neu errichtet. Für zeitgemäßen Sportunterricht stand außerdem der Neubau einer 12,5 x 25 Meter großen Schulturnhalle an.

    Die dazu gehörende Außensportanlage bestand aus einem 60 x 40 Meter großen Rasenspielfeld und 50-Meter-Laufbahn. Dem 20 x 40 Meter großen Hartplatz mit Gummibelag wurde eine Hochsprung- und Weitsprunganlage angegliedert. Das besondere war, dass der Untergrund von Hartplatz und Laufbahn nicht mehr aus der damals noch weit verbreiteten Asche bestand, sondern aus miteinander verklebten Kunststoffkörnern. Eine Verfahrensweise, wie sie auch heute noch zum Einsatz kommt.

    Die Schulanlage hat sich aber auch zu einem Zentrum des gesellschaftlichen Lebens entwickelt. Sie dient dem Breitensport ebenso, wie als Trainingsmöglichkeit für die örtlichen Sportvereine. Kinderübernachtungsfeste finden statt und auch ökumenische Gottesdienste. Darüber hinaus hat sich die Halle als Veranstaltungsort für Beatabende, volkstümliche Musikveranstaltungen und Ehrenabende bewährt. Der Schulstandort Rothhausen wurde durch die seinerzeit geschaffene Anlage zum Motor für den Ort.

    Lange Tradition

    Die Schule und auch der Sport hatten aber schon lange vorher eine Tradition. Eine erste Schule hatte 1685 einen evangelischen Schulmeister. 1810 kam die Simultanschule in der Schüler beider Konfessionen unterrichtet wurden, ehe die katholischen ihr eigenes Schulhaus 1878 errichteten. Daneben sollte dann 1924 die katholische Kirche gebaut werden.

    Seit 1952 gingen die Kinder aus Rothhausen dann in eben jene Schule am jetzigen Standort. Vorläufer der Schulturnhalle war das Sportheim des SV Rothhausen . Dieses wurde 1968 erbaut, und der Übungsraum war mit einem Schwingboden versehen. Die Fläche war jedoch viel zu klein für Sportunterricht und wurde nach dem Sportheimbrand von 1979 zum Gastraum mit Veranstaltungsbühne umgestaltet.

    Erste Überlegungen zum Bau einer Schulsportanlage gab es schon 1972. Nach langem Planen und zähem Verhandeln um die Finanzierung wurde schließlich 1975 begonnen. 850 000 Mark sollte das Projekt kosten. Eine auch für damalige Zeit recht günstige Summe, die einem sparsam planenden Gemeinderat um Bürgermeister Alfons Grünewald ebenso zu verdanken war wie dem ehrenamtlichen Einsatz einiger Bürger und Firmen. Grünewald hat sich bis zu seinem Tod 2007 in rührender Weise als ehrenamtlicher Hausmeister um die Anlage gekümmert.

    Auf der einen Längsseite der Turnhalle wurden großzügige Umkleidemöglichkeiten mit Duschen untergebracht, auf der anderen ein Geräteraum mit den damals modernsten Sport- und Turngeräten, wie Barren, Reck, Trampolins und Turnmatten. Der Hartplatz der Außensportanlage erfuhr vor allem zu Zeiten der großen Triumphe eines Boris Becker regen Zulauf. Auch nach dem vorläufigen Aus für den Schulbetrieb wird die Anlage weiter für verschiedenste Zwecke genutzt werden. Um die eine oder andere Sanierung wird die Gemeinde allerdings ohne Schulbetrieb nicht herum kommen.

    Daniel Wiener

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