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    Hammelburg

    Schulcampus Hammelburg: Plan für Architektenwettbewerb steht

    Die Corona-Krise hatte alles verzögert. Jetzt stehen die Präliminarien fest: Ausgelobt wird der Wettbewerb am 3. August. Dennoch tagt das Preisgericht erst im Januar 2021.
    Hinter dem Sportzentrum Hammelburg soll der neue Schulcampus entstehen.
    Hinter dem Sportzentrum Hammelburg soll der neue Schulcampus entstehen. Foto: Archiv Wolfgang Dünnebier

    Große Diskussionen zum geplanten Schulcampus in Hammelburg blieben in der Kreisausschuss-Sitzung am 13. Juli aus. Auf der Tagesordnung stand der Architektenwettbewerb zu diesem Großprojekt des Kreises. Thomas Wirth vom Architekten- und Stadtplanungsbüro arc.grün (Kitzingen) gab den neusten Sachstand bekannt: Im Wesentlichen ging's um die zeitliche Taktung der einzelnen Maßnahmen bis hin zur zur Auftragsvergabe und um die Auswahl der Fach- und Sachpreisrichter.

    Die Corona-Krise hatte die Vorbereitungen des Wettbewerbs verzögert. Im Kreistag war aber bereits vorbesprochen worden, dass man bei dem Verfahren ähnlich vorgehen will wie beim Architektenwettbewerb zum Bau des Berufsbildungszentrums in Münnerstadt, sagte Landrat Thomas Bold eingangs. Inzwischen hätten jedoch auch "intensive Gespräche" zwischen der Kreisverwaltung und den Verantwortlichen von Frobenius-Gymnasium und Jakob-Kaiser-Realschule stattgefunden. Inhaltlich umfasst der Wettbewerb die Planung der genannten zwei Schulen sowie der Förderschule, der Sportanlagen und einer Verkehrsanbindung auf einer Gesamtfläche von neun Hektar.

    Wettbewerb in zwei Teilen

    Im Prinzip teilt sich der Wettbewerb, der laut Bold anonym und nicht offen durchgeführt wird, in zwei Teile: Im Realisierungsteil geht's um den ersten Bauabschnitt, also um das Gymnasium als Clusterschule mit sechs Ganztagsklassen, einschließlich Mensa, Pausenhof, sowie Zweifach-Sporthalle und Sportfreiflächen sowie Erschließungsflächen. Im Ideen-Teil wird die städtebauliche Neustrukturierung unter Berücksichtigung eines zukunftsfähigen Gesamtkonzeptes und der pädagogischen Anforderungen untersucht. Hier sind auch die Flächen für die Realschule und die Förderschule integriert.

    Bei einem Workshop im Juni 2020 seien die Möglichkeiten und Grenzen der gemeinsamen Nutzung diskutiert worden, sagte Stadtplaner Wirth. Klar herausgearbeitet wurde, dass jede Schule weiterhin ihre Eigenständigkeit behält - trotz etlicher Synergien. So sei zum Beispiel deutlich geworden, dass eine gemeinsame Mensa zum "Treffpunkt" zwischen den Schulen werden kann, sagte Wirth. Und dennoch soll jede Schule auch einen eigenen Pausenhof haben.

    Begrenzung auf 20 Teilnehmer

    Nach Wirths Angaben wird die Teilnehmerzahl des Wettbewerbs auf 20 begrenzt. Üblich ist offenbar, dass fünf Teilnehmer vorab von der Institution, die den Wettbewerb auslobt, eingeladen werden. In diesem Fall ist das der Landkreis. Weitere 15 Teilnehmer werden durch einen offenen Wettbewerb ausgewählt. Das Gute an dieser Vorgehensweise ist, so Wirth weiter, dass die Büros bei der Auswahl alle nochmals "auf Herz und Nieren" geprüft" werden.

    Was den Zeitrahmen angeht, ist am 22. Juli die Vorbesprechung der Preisrichter vorgesehen. Am 3. August soll der Wettbewerb dann offiziell ausgelobt werden. Einsendeschluss für die Bewerbungen ist der 4. September. Am 21. September werden dann die Unterlagen verschickt. Das Kolloquium kommt am 22. Oktober zusammen. Die Wettbewerbsarbeiten können bis 20. November abgegeben werden. Zwei Monate später, am 21. und 22. Januar, tagt dann das Preisgericht. Dieses Gremium sei eine Art Seminar, sagte Wirth. "Man lernt dort sehr viel dazu."

    Zahlreiche Fach- und Sachpreisrichter

    Bekannt sind inzwischen auch die Preisrichter. Bei den Fachpreisrichtern handelt es sich, neben Experten von Regierung und Landratsamt, vorwiegend um namhafte Architekten und Fachleute aus ganz Deutschland, wie zum Beispiel um Barbara Ettinger-Brinckmann (Kassel), die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer. Sachpreisrichter sind Landrat Thomas Bold, Bürgermeister Armin Warmuth, Schulleiter Dr. Matthias Ludolph, sowie die Fraktionsvorsitzenden Siegfried Erhard (CSU) und Johannes Wegner (B'90/Die Grünen). 

    Das gesamte Verfahren kommt auf 350 518 Euro, hieß es im Ausschuss. Die Kosten für den Wettbewerb betragen insgesamt 261 800 Euro. Das reine Preisgeld wurde von Stadtplaner Wirth mit 220 000 Euro angegeben.  50 Prozent davon werde an die Preisträger ausgezahlt,  mit der anderen Hälfte werde man die Aufwandsentschädigungen für die Teilnehmenden bestreiten. Der erste Preis ist mit 44 000 Euro, der zweite Preis mit 27 500 und der dritte Preis mit 16500 Euro dotiert. Zudem sind für Anerkennungspreise insgesamt 22 000 Euro vorgesehen.

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