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    Schwarz-gelbe Nachbarn: die Wespe

    Als Enrico Seufert in Frühjahr das Nest entdeckte, war er alles andere als begeistert von der Nachbarschaft. Die Untermieter machten sich allerdings so rar, dass er die Insekten und ihren Bau zwischenzeitlich sogar vergessen hatte. Heute ist das kugelige graue Nest so groß wie eine Honigmelone. Viel größer wird es nicht mehr, meint Insektenberaterin Karin Schmidt. "Es ist als wäre eine gute Fee in euren Garten eingezogen", sagt sie.


    Zweitgrößte ihrer Art

    In dem Fall ist die gute Fee eine besonders schutzbedürftige Insektenart: die "Mittlere Wespe". Auch bekannt als "Kleine Hornisse" gelten die Tiere als sehr friedlich. Die Insekten werden bis zu zwei Zentimeter lang. Nach der Hornisse ist die Mittlere Wespe hierzulande die zweitgrößte Wespenart. Bis zu 250 Tiere leben in dem Kugel-Nest. Auf dem Grundstück am Ortsrand haben die summenden Architekten ihren Bau in eine Grünbuchenhecke gezimmert. Enrico Seufert steigt die ersten paar Tritte auf die Leiter und biegt ein paar Zweige zur Seite. Der Platz, den die Tierchen für ihr Heim ausgesucht hatten, war ihm gar nicht recht, erzählt er. "Ein paar Meter weiter hinten im Garten - kein Problem." Stattdessen basteln sie direkt oberhalb des Hofes an ihrer Behausung. Enrico Seufert hatte Angst um seine Hunde.


    Vorsicht mit Vorgeschichte

    Zuerst dachte er, dass das Summen und Brummen aus einer benachbarten Halle kommt. Bis er das kleine graue Nest in der Hecke entdeckte. Damals, im Frühjahr, war der Bau so groß wie ein Tennisball. "Im ersten Moment sieht man Schwarz-Gelb", sagt er. Seine Vorsicht hat eine Vorgeschichte: Zwei Jahre ist es her als er mehrere Wespenstiche abbekommen hatte. Im eigenen Garten. Er war in ein unterirdisches Wespennest im Boden geraten. Von den Wespen im Hof merkt er bis heute wenig bis gar nichts. "Wir arrangieren uns mit den Herrschaften ganz gut", sagt er. Die reagieren nicht einmal als er sich wie gewohnt draußen eine Zigarette ansteckt. Obwohl sie das eigentlich gar nicht gern haben, meint Karin Schmidt. "Sie sind so friedlich, sie fallen gar nicht auf", sagt sie. In ein paar Wochen, nach dem Sommer, werden die Nachbarn wieder verschwinden. Carmen Schmitt

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