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    Bad Kissingen

    Sommerkonzert der Kissinger Sängervereinigung: Rededuelle, Zigeunerleben und ein Bassist, der die Liebe sucht

    Pia Betzer (vorne von links), Christine Weiß, Doris Schmitt und Ursula Mahlmeister als Damen-Quartett mit ihrem Couplet "Nur keinen Mann". Gabriele Frühwald
    Pia Betzer (vorne von links), Christine Weiß, Doris Schmitt und Ursula Mahlmeister als Damen-Quartett mit ihrem Couplet "Nur keinen Mann". Gabriele Frühwald

    Dass die Kissinger Sängervereinigung nicht nur anspruchsvolle Werke großer Komponisten singt, sondern auch eine heitere, amüsante Seite vorzuweisen hat, bewies sie bei ihrem diesjährigen Sommerkonzert. Die Zuschauer im sehr gut besuchten Rossini-Saal dankten es mit lang anhaltenden Applaus. Zum ersten Mal durfte der älteste Chor der Stadt sein Sommerkonzert im altehrwürdigen Rossini-Saal präsentieren. Zuvor wurden diese Konzerte in Bad Bocklet aufgeführt. Chorgesänge, Musik und Solobeiträge wurden ausschließlich von Mitgliedern der Sängervereinigung vorgetragen, entsprechend dem Motto "Gute Laune mit der Sängervereinigung".

    Eröffnet wurde das rund Konzert mit dem Kanon "Singen wir ein Lied zusammen". Dann folgte das Stück "Wir lieben sehr im Herzen" des Barock-Komponisten Daniel Friderici (1584-1638). Die darin besungenen "drei schöne Dinge fein" sind die Musik , die Liebe und der Wein. "All' diese Zutaten werden wir Ihnen heute präsentieren. Lachen und Schmunzeln sind heute Abend ausdrücklich erlaubt", erklärte Chorleiter Hermann Freibott . Für die Musik sorgte am Klavier Thomas Betzer. Zwei Flöten-Intermezzos präsentierten Anke Dörner und Ingrid Rott, begleitet von Reimund Rienecker am Schlagwerk. Dem Thema Liebe widmete sich Bass-Sänger Paul Back mit dem Lied "Auch ein Bassist träumt mitunter von der Liebe". Ein Damen-Quartett aus Christine Weiß, Pia Betzer, Ursula Mahlmeister und Doris Schmitt präsentierten das nicht ganz ernst gemeinte Couplet "Nur keinen Mann!", der mit der Pointe endete, doch einen "jungen Schönling" gefunden zu haben.

    Zum Thema Wein verkörperte Ewald Kiesel einen Apotheker, der in bester fränkischer Mundart dafür plädierte, den "Frankawei auf Krankenschei" zu verschreiben. Klaus Dörner betonte in "In vino veritas" das im Wein die Wahrheit liegt und Jürgen Back sang mit Wiener Charme "Ja, ja der Wein ist da".

    Nicht nur der Gesang sondern auch humorvolle Redebeträge trugen zum Gelingen des Konzertes bei. So ermittelte "Inspektor Maroni" alias Carsten Ahlers beim "Mord auf der Schnittlauchalm" und überführte den Täter zweier mehlig gekochter Kartoffel. Anne Zaak und Irene Back lieferten sich mit "Schiller und Schaller" ein mit Missverständnissen gespicktes Rededuell auf der Suche nach einem antiken Schreibtisch in Weimar, "wo Schiller, die Maria Stuart verarbeitet hatte". Petra von Schoen zeigte, dass ein Klassentreffen von über 90-Jährigen dazu führen kann, dass ein Matrosenlied nur noch mit Pantomime vorgetragen wird und Christine Weiß und Petra von Schoen verwechselten Berufe und Begrifflichkeiten wie der "Orthopäde, der Handschriften liest".

    Das kurzweilige Konzert klang mit dem "Kriminal-Tango", einem Schlager aus den 1950er Jahren sowie dem Lied "Im Park" aus, dessen Text von Joachim Ringelnatz stammt. Passend dazu lief ein beleuchtetes Kunststoff-Reh an der Bühne vorbei. Das vom Repertoire und Vortrag begeisterte Publikum forderte mit rhythmischen Klatschen eine Zugabe, die der Chor mit "Zigeneurleben" von Robert Schumann erfüllte. red

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