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    Bad Kissingen

    Sonneninsel mit reichem Erbe

    Die griechische Insel Rhodos war Ziel einer Reise der Europa Union. Foto: Hannelore Bauer
    Die griechische Insel Rhodos war Ziel einer Reise der Europa Union. Foto: Hannelore Bauer

    Eine 33-köpfige Reisegruppe des Kreisverbandes der Europa Union Bad Kissingen verbrachte unter der Reiseleitung von Hannelore Bauer acht spätsommerliche Sonnentage auf der Insel Rhodos.

    Die Tage waren ausgefüllt mit Ausflügen zu den historischen Stätten, Begegnungen mit den Bewohnern der Insel und Informationen zu der heutigen gesellschaftspolitischen Situation in Griechenland.

    Nach dem letztjährigen Besuch auf der Kreuzritterinsel Malta erkundete man nun auch die Spuren des Ordens, der 1309 nach seiner Vertreibung aus Jerusalem die Insel Rhodos eroberte.

    Die Macht und die Bedeutung des Ordens und seiner Großmeister ließen die kolossalen Befestigungsanlagen und die vollständig erhaltenen, begehbaren Stadtmauern und der Großmeisterpalast aus dem 14. Jahrhundert in der unter Unesco Weltkulturerbe stehenden Altstadt spüren. Auf der berühmten Ritterstraße kommt die Realisierung vom gemeinsamen Haus aller Europäer durch die lückenlos aneinander gereihten Herbergen( Zungen) der verschiedenen Landsmannschaften des Ordens, die ihre quasi nationalen Eigenarten bewahrten, aber gemeinsamen Regeln gehorchten und ein gemeinsames Ziel verfolgten, relativ nahe.

    Auf Schritt und Tritt begegnet man heute noch in der Stadt und auf der gesamten Insel Zeugnissen der Besatzungsmächte (Phönizier, Griechen, Byzantinern, Kreuzrittern, Türken und Italienern), die die strategisch bedeutsame Insel beherrschten. Im bekannten archäologischen Museum werden durch Exponate und die erhaltenen Räume die beiden wichtigsten Aufgaben der Ritter sichtbar, demütig Kranke im großen Krankensaal zu pflegen, aber auch gegen die Feinde des Glaubens zu kämpfen, zu töten und Beute zu machen. Bei ihrem Aufenthalt auf der Insel besuchte die Reisegruppe aus Bad Kissingen alle drei antiken Städte von Rhodos, die freigelegten Ausgrabungen von Kamiros, die Ruinen von Ialyssos und den vielleicht schönsten Ort Lindos mit seiner mächtigen Kreuzritterburg , seiner erhabenen Akropolis mit der in Athen vergleichbar und den bezaubernden geschäftigen engen Gassen, die sich an den Berg schmiegen.

    Ein Highlight der Reise war eine Schifffahrt zu der bildhübschen kleinen Schwesterinsel Symi. Mit ihren farbenprächtigen, neoklassizistischen Gebäuden versprüht sie einen ganz besonderen Charme, der jeden Besucher in seinen Bann zieht und zu einem bevorzugten Ziel des ganzen Archipels wird.

    Durch Gespräche mit der sehr kompetenten jungen griechischen Reiseführerin und mit der Inselbevölkerung wurden die konservativen Werteinstellungen, die besondere Bedeutung der Familie und der orthodoxen Kirche, aber auch die großen Belastungen durch die strengen Sparmaßnahmen in Griechenland deutlich. So wandern viele junge Rhodier in andere Länder der EU oder nach Übersee aus, da die Arbeitslosigkeit besonders unter jungen Leuten sehr hoch ist. Ein Riesenproblem ist die komplette Ausrichtung auf den Tourismus, da er ja nur halbjährlich Arbeit und Brot für die Bevölkerung bietet.

    Ab November fällt die Insel in eine Art Winterschlaf, nur in den unzähligen Olivenhainen findet man kurzzeitig bei der Ernte Arbeit. Die Lage der ägäischen Inseln des Dodekanes ganz in der Nähe zum türkischen Festland, fordert die Kommunen durch die augenblickliche tägliche Ankunft von Flüchtlingen und ihrer notwendigen Unterbringung ebenfalls heraus, da die kühle und regenreiche Winterzeit vor der Türe steht.

    Alle Teilnehmer waren sich einig, dass Rhodos nicht nur eine herrliche, auch Ende Oktober noch sonnenüberflutete Ferieninsel ist, sondern ein reiches, sehenswürdiges kulturelles Erbe für die Besucher birgt.

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