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    Bad Kissingen

    Stimmt´s oder stimmt´s nicht: "Saft ist gesund."

    Foto: Antonioguillem - stock.adobe
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    O bst ist gesund, dann kann der Saft doch nicht schlecht sein. Stimmt doch - oder? Die Wahrheit ist: Zwischen einem Apfel und einem Apfelsaft aus dem Tetrapak liegen Welten.

    "Obst sollte gegessen und nicht getrunken werden", sage ich meinen Teilnehmern in den Kursen "Moves - einfach schlank" eindringlich und mit erhobenen Zeigefinger . Mein Publikum reagiert ungläubig. Wie kann der Apfel gut und der Apfelsaft böse sein?

    Ein Fruchtsaft kann aus ernährungsphysiologischer Sicht niemals einen Apfel mit seinen tausenden von bioaktiven Substanzen ersetzen. Die gehen bei der Herstellung von Saft verloren. Damit aus den Früchten ein Saft werden kann, erfordert es - vor allem bei der industriellen Erzeugung - eines: hohe Temperaturen. Das Obst wird zerkleinert, gepresst und schließlich pasteurisiert. In diesem Schritt wird es erhitzt, keimfrei und lange haltbar gemacht.

    Zuckerfalle: Saft

    Obwohl Fruchtsäfte immer noch als super gesund gelten, ist die Wahrheit leider eine ganz andere. Wer sich eine Cola gönnt, weiß in der Regel, dass er gerade eine Zuckerbombe hinunterkippt. Fällt die Wahl auf einen Saft, ist vielen nicht bewusst, dass der vergleichsweise meist sogar mehr Kalorien hat als ein gezuckerte Erfrischungsgetränke. Kalorien sparen mit Saft? Fehlanzeige!

    Dazu kommt: In Fruchtsaftgetränken und Nektar aus dem Supermarkt ist zusätzlicher Zucker enthalten. Der wirkt im Körper: Ihr Blutzuckerspiegel fährt nach einem Glas Orangensaft erst einmal eine schöne Runde Achterbahn, die oft in einer Heißhungerattacke endet. Mein Tipp: Wer abnehmen will, macht lieber einen großen Bogen um Säfte.

    Besser als Industrie-Saft

    Die bessere Alternative - wie immer - zuhause selbst aktiv werden: Ein frisch gepresster Saft bietet zumindest immer noch genügend Vitamine im Vergleich zu den erhitzten industriell erzeugten Säften. Allerdings kommt der Saft der Frucht bei dem Pressvorgang mit Sauerstoff in Berührung. Durch diesen Kontakt entstehen Oxidationen, die einige der Vitamine zerstören. Am besten trinken Sie Ihren frisch gepressten innerhalb der ersten 15 Minuten. Ist der Saft nicht aufgebraucht, dann ab in den Kühlschrank und innerhalb von 24 Stunden verbrauchen.

    Ausweichen auf Tee

    Es muss nicht immer Saft sein. Vor allem dann nicht, wenn Sie ein paar Kilos verlieren wollen. Wasser, ungesüßter Tee oder auch mal eine verdünnte Fruchtsaftschorle im Verhältnis 1:5 sind definitiv die bessere Wahl im Alltag. Mein Tipp: Wem die Umstellung sehr schwer fällt, geht ganz langsam vor und reduziert den Saftanteil im Glas Stück für Stück. Verdünnen Sie das Getränk immer mehr. Nach einiger Zeit empfinden Sie reine Säfte als viel zu süß. Peppen Sie auch mal Wasser mit ein wenig frisch gepresster Zitrone auf. Ohne Zusatzstoffe ist das gerade an den heißen Tagen ein perfektes Erfrischungsgetränk.

    Carmen Schmitt

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