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    Sulzthal

    Strecke führt nun durch den Ort

    Die vom Gemeinderat mehrheitlich genehmigte Mountainbike-Strecke durch die Gemarkung Sulzthal. Rhön-Hessen-Forstconsulti...

    Bereits in seiner vorigen Sitzung hatte der Sulzthaler Gemeinderat den möglichen Verlauf der im Rahmen eines EU-Leader-Programms geförderten und vom Verein Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön geplanten Mountainbike-Strecke durch die Gemarkung behandelt. Nach Gesprächen mit betroffenen Waldbesitzern, Jagdpächtern und anderen Fachleuten gab der Gemeinderat nun am Montag mehrheitlich bei drei Gegenstimmen dem geänderten Streckenverlauf seine Zustimmung.

    Ursprünglich hatten die Planer Sulzthal über eine direkte Strecke vom Sportplatz bis zur Heiligkreuzkapelle südlich umgehen und den Ort nur über einen Zubringer an die landkreisweite Mountainbike-Strecke anbinden wollen. Dadurch sollten den künftigen Fahrern einige Höhenmeter erspart werden. Doch nun wurde auf Wunsch der Gemeinde die Strecke doch mitten durch den Ort verlegt. Argument des Gemeinderats war, die zunächst geplante Strecke verlaufe zu viel durch Wald und biete den Radfahrern keine Aussicht in die Landschaft.

    Mit dem geänderten Streckenverlauf wurden außerdem Bedenken der Waldbesitzer und Jagdpächter ausgeräumt. Zudem kommen der Gemeinde die Mountainbiker als touristische Gäste recht gelegen. "Wanderer und Mountainbiker liegen im touristischen Trend", gab Bürgermeister August Weingart (CSU/WG) noch einmal zu bedenken. Zweite Bürgermeisterin Gabriele Dehmer ( SPD ) entgegnete den um Naturschutz und die Rechte der Waldbesitzer und Jagdpächter besorgten Kritikern wie Willi Diez (FWG): "Wir können es sowieso nicht verhindern."

    Tatsächlich ist nach Paragraph 141 Absatz 3 der Bayerischen Verfassung, "der Genuss der Naturschönheiten und die Erholung in der freien Natur, insbesondere das Betreten von Wald und Bergweide [....] jedermann gestattet. [....] Staat und Gemeinde sind berechtigt und verpflichtet, der Allgemeinheit die Zugänge zu Bergen, Seen, Flüssen und sonstigen landschaftlichen Schönheiten freizuhalten und allenfalls durch Einschränkungen des Eigentumsrechtes freizumachen sowie Wanderwege und Erholungsparks anzulegen". Die Einhaltung des Naturschutzes ist allerdings zu gewährleisten.

    Sogar Privatgrund könnte durch den geplanten Streckenverlauf berührt werden, wenn dessen Einbindung dringend erforderlich wäre. Ob dies konkret in Sulzthal der Fall ist, konnte Bürgermeister Weingart auf Nachfrage seines Stellvertreters, des Dritten Bürgermeisters Johannes Büttner (CSU/WG), nicht beantworten. In solchen Fällen würden sie aber vom Landratsamt als verantwortliche Aufsichtsbehörde frühzeitig informiert, versicherte Weingart.

    Da Waldbesitzer gemäß Verfassung das Befahren ihres Waldes zu dulden haben, sind sie andererseits durch den Gesetzgeber von der Verkehrssicherungspflicht freigestellt. Weder sie noch die Gemeinde hätten durch die Mountainbiker irgendwelche Nachteile, versicherte der Bürgermeister den Gemeinderäten. Für mögliche Schäden oder Unfälle seien allein die Fahrer verantwortlich, ansonsten sei Sulzthal durch die Kommunalversicherung abgesichert. Die endgültige Strecke werde ordentlich ausgeschildert, um die Mountainbiker auf dieser einen Strecke zu halten. Weingart: "Geregeltes Fahren ist besser als wildes Umherfahren."

    Erst nach längerer Diskussion und nochmaligem Abwägen aller Kritikpunkte stimmte der Gemeinderat mit sechs gegen drei Stimmen der aktuell geplanten Mountainbike-Strecke durch die Gemarkung Sulzthal zu.

    Sigismund von Dobschütz

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