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    Bad Brückenau

    Südlink: Nächster Schritt Ende Februar

    Auf Druck der Bürger kommt der Südlink als Erdkabel in den Boden. Symbolbild: Julian Stratenschulte/dpa
    Auf Druck der Bürger kommt der Südlink als Erdkabel in den Boden. Symbolbild: Julian Stratenschulte/dpa

    Noch ist nicht klar, an welcher Ecke die Gleichstromtrasse Südlink den Landkreis Bad Kissingen durchqueren wird. Es könnte den östlichen Teil von Münnerstadt bis hinunter nach Oerlenbach und Ebenhausen treffen. Das ist der Verlauf, den der Netzbetreiber Tennet bevorzugt. Nach wie vor ist aber auch eine Variante im Gespräch, die von Fulda kommend die Gemeinden Motten, Zeitlofs und Wartmannsroth tangiert.

    Ende Februar folgt der nächste Schritt: Dann wird Tennet weitere Antragsunterlagen für die jeweiligen Abschnitte bei der Bundesnetzagentur (BNA) einreichen. Bereits im Vorfeld, ab dem 21. Februar, möchte Tennet an die Öffentlichkeit gehen und zunächst politische Mandatsträger über Einzelheiten informieren. Das kündigt Ulrike Hörchens, Pressesprecherin bei Südlink , an.

    "Die ergänzenden Unterlagen dienen dazu, die Pläne weiter zu konkretisieren", erklärt Carolin Bongartz, Pressesprecherin der Bundesnetzagentur . Die Entscheidung, welcher Trassenkorridor es nun werde, strebt die Behörde für die ersten Abschnitte der Stromleitung bis Ende 2019 an, fügt sie hinzu. In den nächsten Monaten wird es auch wieder Erörterungstermine geben, wo über die Details der Planungen in den betroffenen Regionen gesprochen wird. Wann das für den Landkreis Bad Kissingen der Fall sein wird, ist noch nicht bekannt.

    Keine Verzögerung durch Thüringer Klage

    Im Januar hat das Land Thüringen gegen Südlink vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig geklagt. Der Hintergrund: Nachdem die ursprünglichen Pläne bei den betroffenen Bürgern in Niedersachsen, Hessen und Bayern auf heftigen Widerstand gestoßen waren, arbeitete Netzbetreiber Tennet einen weiteren Vorschlag für eine Trassenführung aus, die weiter östlich verläuft. Einer der vorgeschlagenen Korridore führt beispielsweise unmittelbar am Nationalpark Hainich vorbei und weiter um die Wartburg-Stadt Eisenach herum.

    Genau diese Variante quert im weiteren Verlauf den östlichen Landkreis Bad Kissingen. Das Land Thüringen argumentiert nun damit, dass die Planer das Gebot der Geradlinigkeit nicht beachten und viel mehr Land beanspruchen, als nötig wäre. Außerdem möchte die Thüringer Landesregierung erreichen, dass ein eigener, von ihr erarbeiteter Vorschlag von der BNA berücksichtigt wird. Dieser verschiebt die unliebsame Erdkabel-Trasse weit nach Westen.

    In einer Pressemitteilung bezeichnet die BNA den Vorschlag aus Thüringen als "fachlich fundiert". Er werde dennoch nicht in die weitere Planung einfließen. Die BNA sieht eine "deutlich höhere Anzahl an Konfliktstellen" als bei den anderen Vorschlagskorridoren. Mit einer Verzögerung des Verfahrens rechnet die BNA-Pressesprecherin nicht: "Die Bundesnetzagentur hat die Klage der Thüringischen Landesregierung zur Kenntnis genommen. Wir gehen zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass es für den Südlink beim vorhergesehenen Zeitplan bleibt", sagt Bongartz.

    Unterbohrung bei Schwarzenfels machbar

    Unterdessen berichten die Kinzigtal Nachrichten, dass eine Unterbohrung naturschutzfachlich sensibler Bereiche bei Weichersbach und Schwarzenfels (Hessen) technisch machbar sei. Das habe die Probebohrung von Tennet im vergangenen Herbst in der Region ergeben. Damit bleibt ein möglicher Verlauf der Stromtrasse Südlink am westlichen Rand des Landkreises weiter im Rennen.

    Südlink Die Stromtrasse Südlink bündelt zwei Höchstspannungsgleichstromübertragungsleitungen, die von Wilster in Schleswig-Holstein nach Grafenrheinfeld und in einem Abzweig weiter nach Großgartach in Baden-Württemberg führen sollen. Nach erheblichem Bürgerprotest werden die Kabel vorrangig unter der Erde verlegt. Die Leitung soll ab dem Jahr 2025 funktionstüchtig sein und hauptsächlich Strom, der aus Windenergie gewonnen wurde, vom Norden in den Süden Deutschlands transportieren.

    Verfahren Das Bundesfachplanungsverfahren für Südlink läuft bereits seit März 2017. Es begann mit der Einreichung der ersten Antragsunterlagen durch die zuständigen Netzbetreiber Tennet und Transnet BW. Ab Februar 2019 werden diese Unterlagen ergänzt. Anschließend gibt es erneut Erörterungstermine in den betroffenen Regionen. Ziel ist es, den Verlauf des Trassenkorridors, der zunächst einen Kilometer breit ist, festzulegen. In einem weiteren Schritt wird anschließend entschieden, wo genau innerhalb dieses Korridors die Leitung verlegt wird.

    Ulrike Müller

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