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    Sulzthal

    Sulzthal: Abstimmung zu Forstfinanzplan wiederholt

    Eine starke Diskussion ging der Abstimmung um den Forstfinanzplan 2020 voraus. Und als die Gemeinderäte mitten in der Abstimmung waren, wurde erst einmal für zehn Minuten pausiert.
    Einige Bürgern und Sulzthaler mahnen zum Umdenken in der Waldwirtschaft. Unser Archivfoto zeigt den Waldbegang, der in diesem Jahr stattfand. Foto: Hilmar Ruppert       -  Einige Bürgern und Sulzthaler mahnen zum Umdenken in der Waldwirtschaft. Unser Archivfoto zeigt den Waldbegang, der in diesem Jahr stattfand. Foto: Hilmar Ruppert
    Einige Bürgern und Sulzthaler mahnen zum Umdenken in der Waldwirtschaft. Unser Archivfoto zeigt den Waldbegang, der in diesem Jahr stattfand. Foto: Hilmar Ruppert

    Gemeinderat Michael Hümpfner sah zwar eine leicht aggressive Grundstimmung, wollte aber eine Lagerbildung beim Gemeinderat nicht feststellen. Aber genau die konnte man bei der Abstimmung zum Forstfinanzplan 2020 ausmachen. Als es ans Votum ging, zählte Bürgermeister August Weingart drei Stimmen pro Finanzplan . Es folgte nicht die Frage "Wer ist dagegen oder wer enthält sich", sondern Weingart sprach sich für eine zehnminütige Pause aus. Nach der Pause stimmte der Rat noch einmal über den Plan ab und nahm ihn mit 5:3 Stimmen an. Johannes Büttner, selbst Jurist, hielt die Vorgehensweise für bedenklich. Für ihn zählte die erste Abstimmung.

    Auf Wunsch des Gemeinderates waren Revierleiter Stefan Blumrich und der Geschäftsführer der FBG Fabian Menzel noch einmal in der Sitzung anwesend. Einige Räte störten sich besonders am Ansatz von 80 000 Euro für Pflege, Pflanzung und Einschlag, die nicht näher aufgeschlüsselt worden seien. Der kalkulatorische Plan sieht insgesamt ein Minus von rund 30 000 Euro für den Sulzthaler Wald vor.

    Pflege nicht in absoluten Zahlen planbar

    Die Pflege sei nicht in absoluten Zahlen planbar, und auch der Wegebau sei immer wieder ein strittiges Thema, gab Blumrich zu bedenken. Außerdem setze man nach dem Mastjahr 2018 voll auf die Eichenverjüngung, auch wenn dies über die nächsten Jahre einen erhöhten Pflegeaufwand bedeute.

    Finanzplan muss Bürgern verkauft werden

    "Was bringt ein Finanzplan , wenn ich ihn kaschiere? Ich setze hier schon ein Maß an Grundehrlichkeit voraus", pflichtete Bürgermeister Weingart bei. Man dürfe sich nicht zu sehr an den kalkulatorischen Kosten stören, auf Dauer werde der Faktor Wald immer Geld kosten, so Weingart. "Wir haben einen super Wald mit relativ wenig Nadelholz, und müssen den Bürgern diesen Finanzplan auch verkaufen können", begründete Klaus Keller seine Ablehnung.

    Vergangenen Freitag hätte eine ganze Delegation, unter anderem von der Landesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Teile des Sulzthaler Waldes begutachtet, informierte der Bürgermeister. Der Schwammspinner habe zwar stellenweise erhebliche Fraßstellen angerichtet, es sei aber schwer nachzuvollziehen welche Auswirkung dies noch mit sich bringe. Bis zum Zeitpunkt der Bekämpfung aus der Luft sei nicht klar gewesen, wie sinnvoll das Ganze ist. Mittlerweile sei auch ein Parasit gegen den Schwammspinner aufgetaucht. Es werde auch darüber gestritten, ob ein Zehnprozentiger Verlust in einem Waldstück viel oder wenig seien. Letztendlich habe man mit den Niederschlägen Glück gehabt und einiges an Schäden verhindern können. Mit der Annahme des Forstfinanzplanes könne man nun den Forstwirtschaftsplan erfüllen, zeigte sich Weingart abschließend überzeugt.

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    Hilmar Ruppert

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