• aktualisiert:

    Sulzthal

    Sulzthaler holen Waldbegang nach

    Einen Eindruck über die Forstwirtschaft in Sulzthal haben sich die Marktgemeinderäte beim Waldbegang verschafft. Holzeinschlag, Rückeschäden und die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners waren einige Themen.
    Der traditionelle Waldbegang fand in Sulzthal am Wochenende statt. Foto: Hilmar Ruppert       -  Der traditionelle Waldbegang fand in Sulzthal am Wochenende statt. Foto: Hilmar Ruppert
    Der traditionelle Waldbegang fand in Sulzthal am Wochenende statt. Foto: Hilmar Ruppert

    Der Forstwirtschaftsplan ist so gut wie beschlossen, gefehlt hat zu diesem Thema nur noch der traditionelle Waldbegang. Der wurde am Wochenende nachgeholt, besichtigt wurden sowohl Vorzeige- als auch Problemflächen im Sulzthaler Wald . Bürgermeister August Weingart begrüßte neben den Marktgemeinderäten auch den Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Fabian Menzel, Revierleiter Stefan Blumrich, Teile der Jägerschaft und einige Sulzthaler Bürger.

    Im Seifenthal, gleichzeitig erster Anlaufpunkt seien im vergangenen Jahr rund 520 Festmeter - davon 150 Festmeter Käferholz - eingeschlagen worden, sagte Revierleiter Blumrich. Altbürgermeister Konrad Weingart trauerte hier den sogenannten Bürgermeister-Tannen nach, die seiner Meinung nach zu retten gewesen wären, wenn man die Käfer-Brutbäume rechtzeitig entnommen hätte. In diesem Bereich begutachtete man auch die teilweise gravierenden Rückeschäden. Solche Schäden müsse man leider hinnehmen, sonst könne man die Waldwirtschaft gleich sein lassen, entgegnete Menzel. Aber natürlich sei das oberste Ziel den Wert des Waldes zu erhalten beziehungsweise zu steigern.

    Fokus meist auf Eichenverjüngung

    Das Hauptaugenmerk liege jetzt auf der Eichenverjüngung, nachdem 2018 ein Eichel-Mastjahr gewesen sei. Es gelte nun, die jungen Bäumchen mit Licht zu versorgen und vor Verbiss zu schützen. Für dieses kostenlose Angebot an jungen Eichen entnehme man gerne andere Arten, nicht zuletzt die schneller wachsende Buche, meinte Blumrich. Gleichzeitig bedankte er sich für die Gelegenheit zu zeigen, was so im Sulzthaler Wald passiert. So könne man nicht überall Bereiche mit Verjüngung anlegen, denn die anschließende Pflege koste viel Zeit und viel Geld. Der Aufwand betrage etwa 30 Arbeitsstunden pro Hektar bei einem Stundensatz von 20 Euro. Der winterliche Verbiss stelle in der gepflegten Eichenkultur das größte Problem dar.

    Auch wenn nach den Hieben der Wald manchmal wirklich wüst aussehe, brauche man sich keine Sorgen zu machen. Komme man nach drei Jahren wieder vorbei, liege da nur noch dickeres Holz , Reisig sei vergangen, und die Verjüngung komme gut durch.

    Versuchsfläche entsteht

    An der Grenze zu Wasserlosen entsteht derzeit eine Versuchsfläche zur Waldrandgestaltung. Damit die vermehrt auftretenden Stürme nicht direkt auf die 40 Meter hohen Douglasien treffen, soll mit Eibe und Wildapfel ein ansteigender Windkorridor geschaffen werden. Neben der Schwächung von Windangriffen dient dies dem Artenschutz bei Insekten und Federwild. Wenn sich die Fläche bewährt, kann sie erweitert oder an anderer Stelle neue Waldrandflächen geschaffen werden.

    Geht es in den meisten um Eichenverjüngung, liegt der Fokus am Büchelberg auf dem alten Eichenbestand. Die sollen noch ins Holz wachsen, und hier werde Kronenpflege betrieben. Als Fazit stehe fest: Junge Bäumchen stünden immer in den Startlöchern. Wenn etwas passiere, wie Dürre oder Kahlschlag starteten sie durch. Auch ein Thema waren die Biotop-Bäume, die stets Spalten und Höhlen aufweisen müssten. Sie dürften dann zwölf Jahre nicht angetastet werden, dafür fließen dann Ausgleichszahlungen. Auch will der Gemeinderat überlegen, zukünftig Durchforstung an Selbstwerber mit Motorsägen-Schein zu übertragen, dieses war aufgrund von Unfallgefahren bisher nicht erlaubt.

    Die Auszeichnung der zu entnehmenden Bäume geschieht dann vorab durch die Verantwortlichen. Bemängelt wurde auch, dass Selbstwerber ihr Holz erst aufsetzen müssen, um ein Aufmaß vorzunehmen. Erst danach dürften sie es abfahren. Auch hier will der Rat eine Entscheidung treffen.

    Auch nach der Helikopter-Befliegung und dem Einsatz mit Mimic taucht der Schwammspinner noch auf. Man sehe eine Besserung, aber genaue Auswertungen würden noch fehlen.

    Zwei Mal wöchentlich bequem per E-Mail:
    Abonnieren Sie jetzt den kompakten Bad Kissingen-Newsletter!

    Hilmar Ruppert

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!