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    Hammelburg

    Tag der Infanterie in Hammelburg

    Volker Halbauer (links), Präsident des Bundes der Deutschen Infanterie, und René Watrin, Präsident der Fédération Nationale des Amicales de Chasseurs, unterzeichnen eine gemeinsame Erklärung. Foto: Arkadius Guzy
    Volker Halbauer (links), Präsident des Bundes der Deutschen Infanterie, und René Watrin, Präsident der Fédération Nationale des Amicales de Chasseurs, unterzeichnen eine gemeinsame Erklärung. Foto: Arkadius Guzy

    Die deutsch-französische Freundschaft verbindet beide Länder im zivilen und militärischen Bereich. Bestes Beispiel ist die deutsch-französische Brigade, die in diesem Jahr sogar ihr 30-jähriges Bestehen feiert. Seit Jahrzehnten gibt es auch Verbindungen zwischen dem Bund der Deutschen Infanterie und seinen französischen Gegenstücken, den Vereinigungen Fédération Nationale des Amicales de Chasseurs (FNAC) und Association Nationale des Réservistes de l' Infanterie (ANORI). Diese Partnerschaft wird nun bekräftigt.

    Beim Tag der Infanterie auf dem Lagerberg unterzeichneten der Präsident des Bundes der Deutschen Infanterie , Volker Halbauer , und der FNAC-Präsident René Watrin als Vertreter der französischen Seite eine gemeinsame deutsch-französische Erklärung der infanteristischen Vereinigungen. Die Erklärung soll die Freundschaft bekräftigen und sie offiziell beurkunden. Eine Unterzeichnung in Paris soll als zweiter Schritt Ende September folgen.

    Absicht sei es, die freundschaftlichen Verbindungen zu unterstützen, sagte Halbauer. Er sprach davon, die Truppengattung der Infanterie und die Kameradschaft gemeinsam zu fördern. Dies solle im Geiste des Elysée-Vertrags und des Vertrags von Aachen geschehen - den beiden Verträgen, die die deutsch-französische Freundschaft begründen.

    Zwischen den beiden Ländern zeigt sich eine Parallele in der Infanteriegeschichte. Die deutsche Jägertruppe bildete vor 275 Jahren erstmals eine eigenständige Truppengattung. Die Vorläufer der französischen Jäger entstanden ebenfalls vor 275 Jahren.

    Von dieser Geschichte ausgehend skizzierte Generalleutnant Johann Langenegger in seinem Festvortrag die Herausforderungen, die die Digitalisierung, die Einsätze und die internationale Zusammenarbeit mit sich bringen. Er stellte den Plan Heer vor, der bis 2032 das Heer im Rahmen seiner Verpflichtungen "fit machen" soll. Er umfasst die Modernisierung und Digitalisierung der Divisionen. Für Langenegger, Kommandeur Einsatz und Stellvertreter des Inspekteurs des Heeres, ist und bleibt die Infanterie "ein maßgeblicher Akteur". In allen Szenarien spiele die Infanterie eine bedeutende Rolle.

    Wie eine moderne Ausrüstung aussehen könnte, präsentierte die Industrieausstellung des Amts für Heeresentwicklung den Gästen des Tags der Infanterie . Die konnten dann mit den Vertretern des Kölner Amts darüber diskutieren. Zu sehen waren insbesondere ein Ausbildungssystem, das virtuelle Realität nutzt, und unbemannte Landfahrzeuge.

    Diese sogenannten UGVs (unmanned ground vehicles) könnten für die Infanteristen zum Beispiel den Transport von Ausrüstung übernehmen. Denn die Digitalisierung und Einführung neuer Systeme vergrößert deren Umfang. Das Amt für Heeresentwicklung schloss allerdings eine Medien-Berichterstattung über die Vorführung der UGVs beim Tag der Infanterie aus.

    Beim Pressegespräch im Rahmen der Veranstaltung gab Brigadegeneral Michael Matz , Kommandeur des Ausbildungszentrums Infanterie , Auskunft zu anstehenden Neuerungen auf dem Lagerberg. So soll die neue Sporthalle in diesem Jahr fertig gestellt werden. In den kommenden Jahren stehen millionenschwere Investitionen auf dem Hammelburger Kasernengelände an.

    Wie Matz erklärte, soll es in der kommenden Woche ein Gespräch mit dem bayerischen Bauminister geben, um für die Standorte Hammelburg und Wildflecken die Bauvorhaben zu beschleunigen. Es gehe unter anderem um 1200 moderne Wohneinheiten.

    Anfang Juli haben die Offiziersanwärter ihren sechsmonatigen Vorbereitungslehrgang auf dem Lagerberg begonnen - zum letzten Mal. Künftig sollen die angehenden Offiziere des Heeres vom ersten Tag an dezentral in ihrer jeweiligen Truppengattung ausgebildet werden.

    Das Offizieranwärter-Bataillon (OA-Bataillon) übernimmt laut Matz ab Januar für ein halbes Jahr zunächst andere Lehrgangsaufgaben. Danach endet sein Ausbildungsauftrag. Die etwa 130 Dienstposten, die mit dem OA-Bataillon zusammenhängen, sollen "Defizite an anderen Stellen ausgleichen". Dabei ging Matz davon aus, dass der größere Teil auf dem Lagerberg bleiben kann. Langenegger sah es als Verbesserung, wenn die Offiziersanwärter gleich unter ihresgleichen in ihrer Truppengattung beginnen. "Ich glaube wir können dadurch gewinnen", sagte er.

    Arkadius Guzy

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