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    Thundorf

    Thundorf: Der Gustav vom "Gemütlichen Eckerl" wird 90

    Gustav Braun feiert am Ostermontag seinen 90. Geburtstag. Unser Foto zeigt ihn mit Frau Helmi bei ihrer Goldenen Hochzeit vor drei Jahren. Foto: Philipp Bauernschubert
    Gustav Braun feiert am Ostermontag seinen 90. Geburtstag. Unser Foto zeigt ihn mit Frau Helmi bei ihrer Goldenen Hochzeit vor drei Jahren. Foto: Philipp Bauernschubert

    Am Ostermontag, 22. April, feiert der Gastwirt Gustav Braun seinen 90. Geburtstag. Der Jubilar wurde 1929 als ältester von zwei Söhnen der Eheleute Heinrich und Babette Braun in Thundorf geboren. Als Kind besuchte er die Volksschule Thundorf und half in der kleinen elterlichen Landwirtschaft mit.1949 begann er bei seinem Onkel Gustav Stürmer in Maßbach eine Lehre zum Elektriker.

    Durch seine Kumpels animiert, eröffnete er als Junggeselle am 16. Mai 1963 das Gasthaus zum "Gemütlichen Eckerl". Zu seiner Ehefrau Helmi kam der Gustav mehr durch einen glücklichen Zufall. Beim einem Federweißenabend im "Gemütlichen Eckerl" vergaß die Münnerstädterin Helmi ihre Schulden zu begleichen und holte dies eine Woche später nach. Bei diesem Treffen hat es zwischen beiden gefunkt und sie gaben sich schließlich am 3. Januar 1966 das Ja-Wort. "Man merkte gleich, was eine Frau im Haus beziehungsweise in der Gastwirtschaft ausmacht", sagt Gustav Braun.

    Aus der Ehe gingen eine Tochter und zwei Söhne hervor. 1967 wurde an die Gaststätte noch ein Tanzsaal angebaut. Von da an boomte auch das Geschäft mit wöchentlichen Tanzveranstaltungen.

    Diese Zeit ist jedoch schon lange vorbei. Dennoch: Obwohl das Paar heute gesundheitlich angeschlagen ist , öffnen sie ihre Wirtschaft stundenweise an Wochenenden. Dann kommen ein paar Gäste, um über die vergangenen Zeiten zu plaudern. Das freut das Ehepaar Braun und ganz besonders Gustav, der in seinem Leben viel erlebt hat. Zu seinem täglichen "Muss" zählen die Nachrichten am Fernseher und das Zeitung lesen. Ein weiteres Hobby von Gustav ist das Schafkopf spielen. Wenn es seine Gesundheit erlaubt, ist er alle zwei Wochen im "Alten Forsthaus" und klopft mit Freunden Karten.

    Der Jubilar begleitete in seinem Leben viele Ehrenämter und war Mitglied in zahlreichen Vereinen, zum Teil ist er bis heute aktiv. Besonders die Kolpingfamilie hatte es ihm angetan. Von 1962 bis 1978 war der Gustav Gemeindekassier der damals noch selbstständigen Gemeinde. Er hob 1969 den TSV und 1970 die Eigenheimer mit aus der Taufe. Kirchlich setzte sich der Jubilar viele Jahre als Lektor in der katholischen Pfarrgemeinde ein. Erwähnenswert sind auch seine tatkräftige Unterstützung bei den Rumänien- und Polenhilfstransporten sowie seine guten Kontakte in die DDR und das schon vor der Wende, was ihm den Spitznamen "Außenminister Ost" einbrachte.

    Eine negative Erinnerung hat für Gustav an den Sonntag, 24 Juli, 1955. Gustav fuhr mit seinem Freund Oskar auf dem Motorrad in die Rhön zu einer Geburtstagsfeier. Er selbst hatte mit der Feier nichts zu tun und fuhr mit dem Krad des Freundes weiter an die Grenze zur DDR .Dort an der innerdeutschen Grenze wurde er geschnappt und in Meiningen inhaftiert. "Dieses Erlebnis werde ich nie vergessen", sagt der Gustav. Das alles geschah an einem Sonntag und zwei Tage später am Dienstag konnten seine Eltern ihn wieder in Empfang nehmen.

    Neben seinen drei Kindern mit ihren Frauen, sieben Enkelkindern und einer Urenkelin gratulieren sicher eine ganze Menge Freunde, Nachbarn, Vereinsvertreter und Weggefährten dem Gustav zu seinem Ehrentag.

    Philipp Bauernschubert

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