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    Trimberg

    Trimburg: Kultur und Historie, aber auch ein echtes Abenteuer

    Ihrer Zielsetzung treu, bietet die Trimburg Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern Events durch die Veranstaltungen der Vereine "Freunde der Trimburg" und "musifit". Die Knappen-Schule für Mädchen und Jungen, die vor acht Jahren Einzug auf der Landmarke hielt, ist ein Mittelalter-Erlebnis, das die Trimburgfreunde ausrichten. Insgesamt 17 Kinder aus dem Nikol-Haus in Willmars und ihre Betreuerinnen waren diesmal Gäste, die sich hier in den Tugenden der Ritter üben durften. Schwertkampf, Bogenschießen , die Essenszubereitung, Musizieren und Tanzen sowie eine Führung durch die Burg gingen dabei Hand in Hand.

    Minnesänger Hugo von Trimberg alias Matthias Schiebl hieß die Eingeladenen willkommen und kleidete sie in ein blaues Knappen-Gewand, um sie dann in die Obhut der Ritterschaft "Sir Galahad" aus München und des schottischen Clans "Sgeimh Solaris" aus Tübingen zu übergeben, die mit ihren Zelten im Burggraben lagerten.

    Das Führen des Schwerts, die erste Disziplin, die die Eleven durchliefen, ist zwar von kämpferischer Art ,soll aber nur der Verteidigung und dem Schutz der Untertanen dienen. Das Bogenschießen , das im Graben vor der Brücke stattfand, ist heute ein Sport. In den Jahren des Rittertums galt es ebenfalls als probates Mittel sich Angreifer vom Leibe zu halten und fand seinen Einsatz bei der Jagd.



    Angenehmere Seiten waren Gesang, Musizieren und Tanzen. Zur Vermittlung solcher Eigenschaften sind die Fuchsstädter "Troubadours" prädestiniert, die im nächsten Jahr ihr 25. Jubiläum feiern. Sie erklärten althochdeutsche Texte, sangen Lieder aus der Minne-Ära, tanzten mit den Kindern und verteilten einfach einsetzbare Instrumente mit denen die jungen Gäste Musik machen durften. Das Kochen gehörte ebenfalls zu den Aufgaben von Rittern und Knappen. Über einem Holzfeuer auf dem Rost gegart gab es üblicherweise Wild oder Huhn, diesmal waren es Bratwürstchen. Die Zuspeise, Nudeln, musste selbst aus Nudelplätzen geschnitten werden.

    Ein Ritter hatte einst jahrelang seinem Herrn als Knappe dienen müssen und verrichtete die niedrigsten Arbeiten. Doch er lernte auch viel fürs Leben. Wenn er sich bewährte, erhob ihn sein Ausbilder zum Junker, dem der Ritterschlag folgte. Das Knappen-Leben war kein einfaches und so manch einer tat sich schwer - damals wie heute. Angesichts des Lohns, ein Ritter mit Lehen und Burg zu sein, war die Mühe jedoch nicht vergeblich und auch dem höflich-höfischen Umgang schadete sie nicht.

    "Die Idee zur Knappen-Schule hatte Richard von Wolfenstein, der Obere von Sir Galahad. Uns, den Freunden der Trimburg gefiel der Vorschlag dafür die Trimburg zu nutzen und wir unterstützten diese Aktion mit 20 Euro pro Kind, die für Essen und Trinken Verwendungen finden", berichtet Hugo von Trimberg . Zu den Förderern gehören auch der Lions-Club Trimburg-Saaletal und die Würzburger Hofbräu . Die Reservistenkameradschaft Hammelburg übernahm die Bewirtung. Mit der Knappen-Schule erfüllen die Freunde der Trimburg einen Teil der abgesprochenen Vorgaben, Kindern und Jugendlichen Kultur und Historie zu vermitteln. Für die jungen Gäste war es freilich ein echtes Abenteuer , das sie gerne einmal wiederholen möchten. Winfried Ehling

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