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    Kothen

    Unfallschwerpunkt entschärft, aber der Lärm bleibt

    Der Abschnitt der alten B27 (jetzt St 2790) zwischen Motten und Kothen ist sicherer geworden. So lautet die gute Nachricht aus der Verkehrsstatistik 2019. Die schlechte: Die Strecke bleibt wegen ihrer vielen Kurven beliebt bei Motorradfahrern.
    Die Kurven an der Staatsstraße 2790 sind beliebt bei Motorradfahrern. Der Lärm ärgert die Anlieger. Foto: Kerstin Junker       -  Die Kurven an der Staatsstraße 2790 sind beliebt bei Motorradfahrern. Der Lärm ärgert die Anlieger. Foto: Kerstin Junker
    Die Kurven an der Staatsstraße 2790 sind beliebt bei Motorradfahrern. Der Lärm ärgert die Anlieger. Foto: Kerstin Junker

    Erst im vergangenen Jahr war auf der ganzen Strecke zwischen Motten und Kothen eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h festgelegt. Die scheint Wirkung zu zeigen. Jedenfalls verbucht die Polizeiinspektion Bad Brückenau auf dem rund drei Kilometer langen Abschnitt 2019 nur vier verunglückte Motorradfahrer. Im Jahr zuvor waren es deren neun. Drei der vier Unfallfahrer wurden schwer und einer leicht verletzt.

    Seit der Sanierung und dem Ausbau der früheren B27 im Jahr 2015 wurde die kurvige Strecke für Motorradfahrer offensichtlich immer attraktiver. Allerdings schnellten die Unfallzahlen in die Höhe. 2014 und 2015 musste die Polizei dort keinen einzigen Unfall aufnehmen; 2016 verzeichnete sie dort zwei schwer verletzte und einen leichtverletzten Kradfahrer (plus fünf Unfälle mit Pkw ohne Verletzte). 2017 dann ein neuer Höchststand: Fünf Motorradfahrer verletzten sich bei Unfällen schwer, einer leicht. "In allen sechs Fällen war die Ursache überhöhte Geschwindigkeit", bilanzierte damals der stellvertretende Inspektionsleiter Thomas Vöth.

    Nun also die vorläufige statistische Wende. Doch ein anderes Problem bleibt.

    Ein Mittwochabend im Mai. Es herrscht wenig Verkehr auf dem besagten Streckenabschnitt. Was jedoch auffällt: Immer wieder cruisen Motorradfahrer mit unterschiedlich großen Maschinen die Geraden zur Wasserscheide hoch, legen sich geschmeidig in die Kurven. Nach der Wasserscheide geht es auf der anderen Seite im selben Stil hinunter. Um nach dem Wenden dasselbe Spielchen in die Gegenrichtung von Neuem zu beginnen.

    "Besonders attraktiv ist das Sich-Hineinlegen in die Kurven", sagt ein Biker, der nicht namentlich genannt werden will. Die Strecke biete gerade den Vorteil, dass sie so übersichtlich und wenig befahren sei. So müsse man nicht mit viel Gegenverkehr rechnen.

    Doch das Problem ist weniger die Fahrweise, als der Lärm . Deswegen schreibt die Polizei in ihrem Bericht: "Trotz des Sicherheitszugewinns ist die Strecke weiterhin vor allem bei schönem Wetter ein Ärgernis für die Anwohner der beiden Ortsteile." Die Kurven lockten Motorradfahrer auch aus weiter entfernten Orten an. Deren Maschinen verursachten gerade bei der Bergfahrt oft sehr starken Lärm .

    " Die Beamten der Bad Brückenauer Inspektion sind angehalten, vor allem an Wochenenden diesen Bereich zu einem Streifenschwerpunkt zu machen", heißt es weiter. Dabei werde nicht nur die gefahrene Geschwindigkeit geprüft, sondern vor allem die Ausrüstung der Maschinen. Beamte der PI Bad Brückenau und Motorradstreifen der unterstützenden Verkehrspolizei-Inspektion Schweinfurt-Werneck hätten 2019 in erster Linie Anzeigen wegen manipulierter Auspuffanlagen erstattet.

    So ärgerlich der Motorenlärm für die Anlieger sein mag - eine Reaktion verstehen die Polizeibeamten nicht: Ein Anrufer meldete sich anonym im Verlauf des vergangenen Jahres in der Mottener Gemeindeverwaltung . Er drohte, quer über die St 2790 zwischen Motten und Kothen Seile zu spannen oder Öl darauf auszuschütten. In den Augen der Polizei eine Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten (wir berichteten). Nicht auszudenken, wenn der Anrufer seine Drohung wirklich in die Tat umgesetzt hätte.

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    Steffen Standke

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