• aktualisiert:

    Hammelburg

    Unterwegs nach Vierzehnheiligen

    Rund 110 Kilometer legen die Pilger auf Schuster Rappen nach Vierzehnheiligen zurück.  Fotos: Winfried Ehling
    Rund 110 Kilometer legen die Pilger auf Schuster Rappen nach Vierzehnheiligen zurück. Fotos: Winfried Ehling

    Mit Sonnenaufgang begann die Reise der Wallfahrer nach Vierzehnheiligen. Rund 110 Kilometer liegen vor ihnen, die es auf Schusters Rappen zu bewältigen gilt - bei jedem Wetter, Sonne, Regen oder Wind. Gegen die Morgenfrische hilft Bewegung, und jeder hofft auf gutes "Wallwetter", nicht zu heiß, nicht zu kalt und möglichst trocken.

    Die Pfarrgemeinschaft St. Johannes führt die Pilgerreise zum 32. Male durch, und zum ersten Mal ohne ihren langjährigen Leiter und Organisator, den verstorbenen Edgar Denner. "Für sein Engagement fand sich bisher kein anderer. Doch die Wallfahrt wird es auch künftig geben", versichert Stadtpfarrer Thomas Eschenbacher , der ein Team von einem Dutzend Helfer aufbieten konnte, das die vorbereitenden Aufgaben organisierte. Dies taten sie "mit vollem Herzen" - wie auch das Jahres-Motto der Pfarrgemeinschaft lautet.

    Die Pilgerreise hat nichts von ihrem - anstrengenden - Reiz verloren. Zu den mehr als 130 Pilgern, die in der Saalestadt am Donnerstag starteten, dürften unterwegs noch etliche hinzukommen. Vieles aus Denners Erbe wurde übernommen, das von Stefan Baron geleitete "Chörle" und die Musiker, die Ludwig Knüttel um sich scharte.

    Ebenso gab es die Ehrungen. Zur 25. Wallfahrt gratulierte und dankte der Stadtpfarrer Margit Schneider aus Obererthal/Mainz, die eine der Vorbeterinnen ist. Zum 14. Mal wallten Brigitte Lehenbauer und Herta Kaiser (Garitz) sowie Ruth Rettner aus Sulzthal mit. Ihre siebte Pilgerfahrt absolvierten Sabine Düsterwald aus Ochensthal, Christiane Bornkessel (Völkersleier), die Diebacherin Elisa Postl, Helga Vierheilig aus Langendorf sowie Britta Warmuth, Christiane Bischof und Edeltrud Brustmann (alle Hammelburg ).

    "Lauft nur, ich werde euch tragen, euch hinführen bis ans Ziel". Unter diesem Wort des Hl. Augustinus steht die diesjährige Wallfahrt. "Es gibt nicht nur Whisky-, sondern auch Lauf-Exerzitien", betont Eschenbacher, der die geistliche Betreuung inne hat. Erstmals will er die gesamte Strecke mitlaufen. Wegen eines Unfalls war dies bisher nicht möglich. "Sollte ich Probleme mit meinem Knie haben, setze ich mich in ein Begleitfahrzeug. Ich habe mit Margit Schneider und Elisabeth Knüttel zwei gute Stellvertreterinnen", merkt er an.

    Was die Strecke mit zwei Tagesmärschen über 40 Kilometer angeht, rät der Geistliche vom "drauf loslaufen" ab. "Man sollte vorher schon ein Lauftraining absolvieren, sonst wird das nichts", empfiehlt er. Er muss es wissen. Vor seiner Verletzung absolvierte er dreimal die Männerwallfahrt von Bad Königshofen nach Vierzehnheiligen. "Das würde ich nicht mehr schaffen", räumt Eschenbacher ein. Schon früher leitete er Wallfahrten , für die sich viele Pilger oft frei nehmen. "Aber zwei Tage frische Luft tun gut", meint er schelmisch tröstend.

    Rückreise mit dem Bus

    Selbstredend wurden alle notwendigen Vorkehrungen rechtzeitig getroffen. Die Quartiere in Hesselbach, Ebern und im Diözesanhaus in Vierzehnheiligen sind reserviert. Den Zug der Wallleute sichern Ordner ab, Sanitäter stehen für kleinere Behandlungen zur Verfügung. Das Gepäck transportiert ein Lkw. Meditative Texte und Gesänge flankieren die Pilgerschar.

    Am Wallfahrtsort eingetroffen, treffen sich alle nach dem Abendlob zu einem Begegnungsabend. Im Anschluss an den Sonntagsgottesdienst startet die Rückreise, diesmal mit Bussen.

    Eine Nachlese und ein Ausblick auf die Wallfahrt im nächsten Jahr ist, mit vorherigem Abendlob, für 27. September angesetzt. Dazu sind die Pilger und Gäste herzlich eingeladen.

    Winfried Ehling

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!