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    Dittlofsroda

    Versuchsfelder für die Universität

    Wie entwickeln sich Pflanzen, die man drei Jahre hinweg auf der selben Stelle wachsen lässt? Ein Stück Acker von Naturlandberater Werner Vogt-Kaute im Steingrund in Dittlofsroda wurde zur Versuchsfläche für die Universität Göttingen. Das bundesweite Verbundprojekt der Bundesanstalt für den ökologischen Landbau und Ernährung (BLE) hat sich die Standorte Göttingen, Dresden und Dittlofsroda ausgewählt.

    Am Mittwoch stellte Vogt-Kaute das Projekt interessierten Landwirten aus der näheren Region vor. "Die angepflanzten Winterackerbohnen sollen vicienarm gezüchtet werden", erklärte Vogt-Kaute. Denn dieser Stoff sei für die Hühner ungesund. Ja, als Hühnerfutter sollen diese Winterbohnen dienen. Mit Gentechnik werde hier nicht gearbeitet, sondern mit der klassischen Züchtung, die schon Gregor Mendel (1822 bis 1884) in seiner Vererbungslehre bekannt machte. Also ganz im Gegensatz zur gängigen Agrarindustrie von Bayer, Monsanto und Co von heute.

    Das Zuchtprogramm für Winterackerbohnen in Kooperation mit der Züchtungsforschung an der Universität Göttingen ist ein recht junges Forschungsgebiet. Aus den vorhandenen Sorten neue Sorten mit höherer Winterhärte und verbesserten agronomischen Eigenschaften zu züchten, sei im Blickfeld. Der Genpool der Winterackerbohne sei sehr klein, so dass hier viel Basisarbeit zu erfolgen habe, um die nötige Variabilität zu erzeugen. Anhand der verschiedenen Wurzelbildungen konnte Vogt-Kaute die Resultate aufzeigen.



    Vor- und Nachteile

    Die Winterackerbohnen sind im Vergleich zu Sommerackerbohnen anfälliger gegenüber der Schokoladenflecken- und Brennfleckenkrankeit. Daher kommen schützenden Fungizide im Frühjahr zum Einsatz. Ebenfalls ist die Verwendung von zertifiziertem Saatgut die wichtigste Maßnahme gegen diese Krankheiten. Andererseits werden Winterackerbohnen weniger von der Schwarzen Bohnenlaus befallen als Sommerackerbohnen.

    Das lockende Ziel: "Die Winterackerbohnen haben das Potenzial, höhere Erträge als die Sommerform zu bilden. Vor dem Hintergrund des Klimawandels und der vermehrt auftretenden Frühsommertrockenheit können die Winterackerbohnen ihren Entwicklungsvorsprung im Vergleich zur Sommerackerbohne nutzen und ertragsstabiler reagieren" (Praxisnah, Ausgabe 2 / 2018).

    Die Besucher interessierten sich auch für die Züchtungserfolge beim Winterweizen. "Hier ist die grasähnliche Queckepflanze zum Einsatz gekommen", erklärte Vogt-Kaute. Die ausdauernde Quecke wächst zwischen den Reihen des Winterweizens und erspare so die Bodenbearbeitung. Energie und Arbeitsstunden würden also ebenfalls eingespart. Die Besucher gingen ein Feld weiter, wo die Kreuzungen der Wintererbsen in den Fokus genommen werden konnten. Gerd Schaar

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