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    Nüdlingen

    Vertreter segnet die Kräuterbüschel

    Pfarrer Tadek ist zum 28. Mal der Urlaubsvertreter in Nüdlingen. Foto: Arthur Stollberger

    Für den Festgottesdienst zu Mariä Himmelfahrt am Mittwoch haben Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins wieder - trotz der allgemeinen Trockenheit - eine herrliche Kräuter-Dekoration für die Kirche vorbereitet. Ein Blumen-Kräutergebinde, eine Kräuterkerze und fast 200 duftende Kräutersträußchen wurden von Mitgliedern im Vereinsraum, überwiegend Frauen, gefertigt. Bei der traditionellen Kräuterweihe werden sie vom polnischen Priester Thadeusz Kozlowski gesegnet. Der Festgottesdienst anlässlich Mariä Himmelfahrt beginnt um 10 Uhr.
    Bei der Kräuterweihe sollen die Schönheit der Schöpfung und die heilende Wirkung von Blumen und Kräutern ins Bewusstsein gerückt werden. Die "Würzbüschel", wie die Kräutersträuße auch genannt werden, enthalten zahlreiche Kräuter wie Salbei, Schafgarbe, Baldrian, Königskerze, Kamille, Pfefferminze, Rainfarn, Wiesenflockenblume, Wermut, Malve, Blutströpfchen und Rosmarin. Die gesegneten Kräutersträuße können von den Gottesdienstbesuchern gegen eine kleine Spende für Pfarrer Tadek mit nach Hause genommen werden. Voller Erwartung sind die Gläubigen, wenn Tadek das Lied von der Schwarzen Madonna, in deutscher und polnischer Sprache, anstimmt.
    Pfarrer "Tadek", wie der polnische Priester in Nüdlingen und Haard genannt wird, heißt mit seinem vollen Namen "Thadeusz Kozlovski". Er ist in seiner Heimat Polen in Rechtsangelegenheiten der Kirche tätig. Seit 28 Jahren vertritt er im Monat August den jeweiligen Ortspfarrer.


    Auf die Situation von Kirche und Staat in Polen angesprochen, meint er, diese würde von westlichen Medien überwiegend negativ dargestellt. In die kirchlichen Angelegenheiten mische sich der Staat nicht ein. Es sei aber bedauerlich, dass es keine Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit in Polen gegeben habe.
    Auf die Frage, warum Polen kaum Flüchtlingen bzw. Migranten aufnehme, antwortet Tadek, diese seien ohnehin nicht geneigt, in Polen zu bleiben. Durch die Pfarreien habe man den Flüchtlingen geholfen. Doch wegen der höheren Sozialleistungen in Deutschland verschwänden sie oft über Nacht und überschritten die Grenze in Richtung Westen. Arthur Stollberger

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