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    Poppenlauer

    Viel Spielspaß direkt an der Lauer

    Landauf, landab sind in den 1990er Jahren Spielplätze neu entstanden. Auch der im Maßbacher Gemeindeteil Poppenlauer stammt aus dieser Zeit. Allerdings ist das nur noch an einzelnen Holz-Spielgeräten oder am Zaun rund um den Kleinkind-Bereich abzulesen: Der größte Teil des Areals zwischen Mühlgasse, Mühlweg und Lauer ist neu gestaltet: Das bunte Piraten-Schiff "Calypso" und eine Kletter-Pyramide prägen das Bild. Unsere Tester David (9), Elisabeth (11) und Johann (13) finden, dass das Geld sehr gut angelegt wurde.

    Auf dem Spielplatz Poppenlauer können Kinder viel entdecken: Hier sind ein Sandkasten und Geräte für Kleinkinder abgetrennt, unter den Bäumen stehen Sitzgruppen, dort geht es zum Bolzplatz und etwas versteckt den Abhang zur Lauer hinunter. Sofort ins Auge fallen die Großgeräte, die die Gemeinde Maßbach laut Bürgermeister Matthias Klement im Schlussverkauf aus einem Verkaufskatalog erwarb: Statt 47 000 Euro kosteten sie nur 26 000 Euro. "Komm, wir stechen in See", ruft David und geht auch gleich an Bord. Auch die Pyramide wird schnell erobert. Trotzdem: Die anderen Ecken des Spielplatzes locken fast noch mehr. "Hier stehen viele alte Bäume, vor allem die Trauerweide ist schön", sagt Elisabeth und funktioniert die Äste der Weide gleich zu Lianen um: Mehrere dünne Äste zusammen halten die Kinder locker aus.

     

     


    Abkühlung an heißen Tagen

    Ein Stück weiter führt ein Trampelpfad zwischen Büschen die Ufer-Böschung zur Lauer hinunter. Dort gibt es an heißen Sommertagen bestimmt Abkühlung, allerdings regnet es am Tag des Spielplatz-Tests. Das trägt auch dazu bei, dass die drei Tester bei "Spaßfaktor" einen Stern abziehen. Allerdings haben sie auch konkrete Anregungen, was den Spaß erhöhen könnte: "Irgendwas Schnelles", schlägt Johann vor, also eine größere Rutsche oder eine Seilbahn, würde aus Sicht der Tester den Spielplatz noch besser machen. Aus diesem Grund gibt es auch bei den Spielgeräten einen Stern Abzug.

    Und: Bei anderen Spielplätzen haben die Tester den Sinn von Ballfang-Netzen schätzen gelernt. Sie schützen zum einen Kinder, die neben dem Fußballplatz spielen, und ersparen zum anderen längere Wege: "Wenn man daneben schießt, muss man weit laufen, um den Ball wieder zu holen", sagt denn auch David. Immerhin grenzen Natursteine den Bolz- vom Spielplatz ab.

    "Ich find's gut, dass für die Kleinen ein Bereich umzäunt ist, damit sie nicht weglaufen können", lobt dagegen Elisabeth den abgetrennten Bereich. Auch die vielen Sitz-Möglichkeiten und der Schatten unter den Bäumen kommen gut an. "Hier findet jeder eine Ecke, wo er ungestört sitzen kann", ist sich Johann sicher. Er ist sich mit den anderen beiden Testern einig: "Der Spielplatz bietet eine relativ gute Balance aus Möglichkeiten für jüngere und ältere Kinder."

     

     


    Die volle Punktzahl gibt es auch für die Sauberkeit: "Bei jeder Sitzgruppe steht ein Mülleimer", bemerkt Elisabeth. Keinerlei Abfälle lagen beim Test herum, der Rasen war gut gepflegt. Die Löcher in den Tornetzen ignorieren die Kinder auch deshalb, weil die auf vielen Spielplätzen zu finden sind. Dass bei den älteren Spielgeräten das Holz einen Belag hat, der leicht mal Kleider dreckig macht, stört die Kinder nicht. Im Gegenteil: Gerade an Klettergerüst, Reck-Stangen und dem ganz einfachen Balken zum Balancieren turnen sie besonders lange herum.

    Volle Punktzahl gibt es auch bei der Sicherheit, obwohl die Lauer für kleinere Kinder nicht ganz ungefährlich ist. Aber: "Die gehört ja nicht direkt zum Spielplatz", sagen die Tester und beziehen sie deshalb nicht in ihre Bewertung mit ein.

    Die Gemeinde Maßbach stellt jedes Jahr 10 000 Euro für Spielgeräte in den Haushalt ein. Dass die heuer in Poppenlauer investiert wurden, lag an einer Initiative aus dem Ort: Der Sankt-Georgs-Verein spendete alleine 10 000 Euro, weitere Spenden folgten. Insgesamt kostete die Erneuerung rund 47 000 Euro, zusätzlich steuerte der Bauhof viel Eigenleistung bei: vom Betonieren der Fundamente über die Montage der Geräte bis zum Rollrasen, der allerdings die Hitze nicht schadenfrei überstand.

     

    Ralf Ruppert

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