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    Rothhausen

    Viele Wünsche und Sorgen um die Zukunft von Rothhausen

    Gefällt vielen Rothhäusern gar nicht: Die Billig-Variante zur Schließung der Gehwegdecke, die sich farblich doch stark vom ursprünglichen Asphalt abhebt. Foto: Daniel Wiener
    Gefällt vielen Rothhäusern gar nicht: Die Billig-Variante zur Schließung der Gehwegdecke, die sich farblich doch stark vom ursprünglichen Asphalt abhebt. Foto: Daniel Wiener

    Es kommt einiges an Arbeit auf die Gemeinde zu, angesichts einer langen Liste an Wünschen und Anträgen bei der Bürgerversammlung Rothhausen . Die Zukunft der Schule bereitete ebenso Sorgen wie die unzureichende Anbindung des Wanderwegenetzes untereinander, oder der falsche Reparaturasphalt im Zuge der Breitbandverlegung. Hinzu kommt der Dauerbrenner Stichstraße vom Baugebiet Sonnenhang hinunter zur Stadtlauringer Straße.

    Dass im langjährigen Trend auch die Einwohnerzahl - aktuell 421 inklusive Nebenwohnsitze - rückläufig ist, wird der nachlassenden Attraktivität und fehlenden Zukunftsperspektive zugeschoben. Die Forderung nach einem fundierten Entwicklungskonzept für die nächsten 20 Jahre kam deshalb auf. Hier setzt Bürgermeister Egon Klöffel große Hoffnung auf das Konzept für integrierte ländliche Entwicklung (ILEK), an dem sich das Schweinfurter Oberland beteiligt, und zu dem in jedem Ort Versammlungen einberufen werden. Die Bürger forderte Klöffel auf, sich engagiert daran zu beteiligen.

    Mobilfunkmast gewünscht

    Und Klöffel verwies auf weitere Erfolge, etwa den abgeschlossenen Breitbandausbau, der einen Großteil der Rothhäuser Haushalte mit schnellem Internet versorgt. Immerhin 71.000 Euro hat sich die Gemeinde für Rothhausen und Thundorf diese Maßnahme kosten lassen, was dem 20-prozentigen Eigenanteil entspricht. Zur besseren Mobilfunkversorgung wünscht sich der Bürgermeister außerdem einen Mast am Schnittpunkt der Flurgrenzen zu Ballingshausen und Volkershausen. Verhandlungen mit Mobilfunkanbietern gestalten sich jedoch zäh. In der Gartenstraße wurde die Seitenbefestigung mittels Pflaster vorgenommen, und vor der alten Schule wurde mit einer Pflasterung nun ebenfalls eine viele Jahre alte Forderung erfüllt.

    Halteverbot im Fokus

    Um dem Ort einen mondänen Charakter zu verleihen, war im Zuge der Dorferneuerung aufgehellter Asphalt verwendet worden. Weil nun nach der Breitbandverlegung schwarzes Material verwendet wurde, ist ein Flickenteppich entstanden. Für hellen Asphalt hätte aber extra ein viel zu großes Gebinde angemischt werden müssen, was aus Kostengründen dann abgelehnt wurde, informierte Klöffel. Der Bürgermeister hofft nun auf die Kraft der Sonne, die anderen Ortes auch schon für ein Ausbleichen gesorgt habe. Ausgeblichen sind auch mehrere Verkehrsschilder im Ort. Diese sollen gesichtet und dann gemeinsam ausgetauscht werden. Gleich fünf absolute Halteverbotsschilder gibt es in der nur 70 Meter langen Straße am Bahnhof, aber kein einziges vor dem Feuerwehrhaus. Auch diesem Umstand soll nun abgeholfen werden. Halteverbotsschilder würden sich einige Bürger auch auf der Ortsdurchgangsstraße an der Linde wünschen. Dort stehe gleich nach der Kurve oft ein Dienstfahrzeug des Marktes Maßbach und behindere den Verkehrsfluss. Klöffel gab an, bereits bei der Polizei nachgefragt zu haben. Das Fahrzeug stehe dort ordnungsgemäß. Die Gemeinde könne kein Parkverbot ausweisen, weil es sich um eine Staatsstraße handle. Er werde das Problem aber mit seinem Amtskollegen Klement besprechen.

    Nachnutzung für Grundschule

    Zur Zukunft der Schule führte der Bürgermeister aus, dass hier der Elternwille ein entscheidender Faktor gewesen sei. 2011 gab es noch heftige Demonstrationen zum Schulerhalt, als im Vorjahr aber nach dem Ausfall einer Lehrerin die Schüler ersatzweise in Poppenlauer unterrichtet werden mussten, schienen doch immer mehr Eltern gefallen an dieser Lösung gefunden zu haben, auch weil dort nicht klassenübergreifend, sondern für jede Jahrgangsstufe einzeln unterrichtet werde. Nach diesem Schuljahr werde die Grundschule Thundorf wohl aufgelöst werden. Für ein Klassenzimmer habe die Lauertalkapelle bereits als Proberaum angefragt. Die Turnhalle soll selbstverständlich auch weiterhin für Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Das Dach wurde bereits saniert und Fenster ausgetauscht. Jetzt werden noch die Sanitäranlagen erneuert. Ob Grundschüler im nahen Stadtlauringen statt in Poppenlauer unterrichtet werden können, müsse noch geklärt werden. Die Landkreisgrenze könnte sich dabei aber als Hindernis erweisen.

    Nichts Neues gibt es zum Thema Anbindung des Baugebietes Sonnenhang an die Stadtlauringer Straße. 39 Jahre ist es nun her, dass der Staat beim Bau der Stadtlauringer Staße eine Aufweitung für eine Abbiegespur beim Neubau mit eingebaut hat, doch seitens der Gemeinde tut sich ebenso lange nichts. Wie schon seine Vorgänger im Amt verweist Klöffel auf hohe Kosten, träge Bautätigkeit und schwierige Geländeverhältnisse. Weil aber nie konkrete Zahlen und Pläne auf den Tisch gelegt wurden, wurde nun die Einschaltung eines professionellen Planungsbüros gefordert, um endlich Schwung in die Angelegenheit zu bringen.

    Rama-Dama-Aktion gefordert

    Die Umweltverschmutzung um Rothhausen herum nimmt zu. Dies haben mehrere Bürger bemerkt und bemängelt. In Straßengräben seien es oft Flaschen und Verpackungsmaterialien, aber auch in freier Flur wurden Drainagerohre oder zerfetzte Plastikeinfassungen von Heuballen entdeckt. Jagdvorsteher Robert Peuker forderte eine Rama-Dama-Aktion, wollte aber vorab geklärt wissen, wer die Unfallhaftung übernimmt.

     

    Daniel Wiener

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