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    Bad Kissingen

    Kreis Bad Kissingen: Corona-Virus sorgt für erste Absagen

    In Bad Brückenau werden zwei Kulturveranstaltungen wegen des Corona-Virus verschoben. Auch auf die Durchführung einer geplanten Kreisfeuerwehrversammlung wird vorerst verzichtet. Verpflichtend ist das noch nicht.
    Erste Veranstaltungen im Landkreis Bad Kissingen werden wegen des Corona-Virus abgesagt. Foto: Silas Stein/dpa       -  Erste Veranstaltungen im Landkreis Bad Kissingen werden wegen des Corona-Virus abgesagt. Foto: Silas Stein/dpa
    Erste Veranstaltungen im Landkreis Bad Kissingen werden wegen des Corona-Virus abgesagt. Foto: Silas Stein/dpa

    Das Corona-Virus sorgt nun auch im Landkreis Bad Kissingen für erste Veranstaltungs-Absagen. Es handelt sich dabei um reine Vorsichtsmaßnahmen. Wie auf Nachfrage aus dem Landratsamt am Montagnachmittag zu erfahren war, gibt es trotz anderweitiger Meldungen weiterhin im Landkreis nur einen bestätigten Corona-Fall.

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ( CDU ) empfiehlt, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern abzusagen. Das bedeutet nicht, dass der Landkreis automatisch mit vielen Stornierungen rechnen muss. Das Bad Kissinger Landratsamt wertet die Empfehlung als richtungsweisend. "Dennoch muss jede Veranstaltung individuell bewertet und daraufhin eine Entscheidung gefällt werden", teilt Pressesprecherin Lena Pfister auf Anfrage mit. Die Verantwortung liege in erster Linie bei den Veranstaltern. Diese sollen ihr Konzept anhand eines Leitfadens vom Robert-Koch-Institut bewerten. "Bei speziellen Fragestellungen können die Veranstalter sich ans Gesundheitsamt wenden.

    Dieses gibt eine zusätzliche Empfehlung für die jeweilige Veranstaltung ab", erklärt Pfister. Es gebe bereits Anfragen an das Gesundheitsamt. Sie betont, dass aber letztlich der Organisator die Entscheidung tragen müsse.

    Musiker aus Südtirol

    Das Bayerische Staatsbad Bad Brückenau verwies am Montag auf zwei Veranstaltungen, die nicht stattfinden werden: die Südtiroler Heimatsterne am 13. März und das Sherlock Holmes-Musical am 18. März. In beiden Fällen ist die Absage von den Tourneebüros ausgegangen, erläutert Bettina Lange von der Kurverwaltung Bad Brückenau. "Es ist zwar schade für uns", sagt Bettina Lange, aber die Absage sei im beiderseitigen Interesse. So ist Südtirol als Corona-Risikogebiet eingestuft worden. Von dort kommen die Musiker der Heimatsterne. Deshalb werden sie ihre Tournee vorerst nicht fortführen. Auch das Tourmanagement des Sherlock Holmes-Musicals sagte präventiv ab. Das Ensemble kommt nach Angaben Langes aus Nordrhein-Westfalen, wo es derzeit deutschlandweit die meisten Corona-Erkrankungen gibt. Damit sei man auf jeden Fall auf der sicheren Seite, so Bettina Lange. Sie verweist darauf, dass es für beide Veranstaltungen einen neuen Termin geben soll. Deshalb bleiben die Karten auch gültig. Wer will, kann sie aber auch zurückgeben.

    In der Bad Brückenauer Kurverwaltung ist trotzdem nichts von einer Corona-Panik zu spüren. So kamen auch am Montag noch Kartenanfragen für die Südtiroler Heimatsterne. Die Veranstaltung sei so gut wie ausverkauft gewesen, sagt Bettina Lange. Es gab aber auch Anrufe, die sich erkundigt hatten, ob die Konzerte trotz Corona durchgeführt werden.

    Weitere Einschränkungen im Veranstaltungsplan sind im Staatsbad Bad Brückenau derzeit nicht geplant. Die Verantwortlichen orientieren sich dabei an den derzeitigen Empfehlungen der Behörden. In Bad Kissingen finden zum aktuellen Zeitpunkt die Veranstaltungen statt, die die Staatsbad GmbH veranstaltet. "Darunter befinden sich keine Veranstaltungen mit mehr als 1000 Gästen", gibt Pressesprecherin Ines Hartmann Auskunft. Sollte sich die Situation ändern und andere Empfehlungen vom Bundesgesundheitsministerium ausgesprochen werden, werde man die Situation neu bewerten und entsprechend reagieren.

    In Bad Bocklet, dem kleinsten Staatsbad des Landkreises, sieht die Staatsbad und Touristik GmbH ebenfalls keinen Handlungsbedarf. Es gebe im Ort keinen Veranstaltungsraum, in dem mehr als 1000 Besucher unterkommen. Große Außenveranstaltungen seien derzeit nicht vorgesehen.

    Keine Märchenstunde

    Dagegen hat sich Gerlinde Kraus entschlossen, das Buchcafé Wildflecken bis zum 20. April zu schließen. Eine Märchenstunde mit Heidi Andriessens und ein Englischlektüre-Kurs werden damit verschoben. Gerlinde Kraus hält diese Maßnahme für angemessen, um zu verhindern, dass sich das Virus ausbreitet. "Lieber rechtzeitig die Notbremse ziehen", meint sie. "Ich habe ja auch eine Verantwortung meinen Kunden gegenüber". Sie hat von einer Empfehlung gehört, jetzt vier Wochen lang öffentliche Orte möglichst zu meiden.

    Kreisbrandrat Benno Metz lässt ebenfalls Vorsicht walten und teilte in der Generalversammlung der Rannunger Feuerwehr mit, dass die für den 27. März geplante Kreis-Feuerwehrverbandsversammlung wegen des Corona-Virus verschoben wird. Er bat um Verständnis für diesen Schritt. Er wolle es nicht verantworten, "dass die Feuerwehren im Kreis außer Gefecht gesetzt werden", denn "ihr werdet gebraucht", betonte er in Rannungen.

    In Münnerstadt hatte der TSV Münnerstadt bereits Ende Februar Konsequenzen gezogen und eine seiner zwei Skifreizeiten nach Südtirol abgesagt. Die beliebte Ski-Woche sollte ursprünglich in der 1. Märzwoche mit zwölf Leuten in die Dolomiten gehen. Die erste der beiden Ski-Wochen hat nach Angaben von Gerd Zeitler Ende Februar noch stattgefunden. Alle Teilnehmer seien gesund, erklärte er. Man habe die Hygiene-Empfehlungen beachtet. Soweit Zeitler informiert ist, gebe es im Südtiroler Ferienort Altrei auch keine Corona-Erkrankungen.

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    Heike Beudert, Benedikt Borst

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