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    Fuchsstadt

    "Vogelflug" zum runden Geburtstag

    Geburtstagspräsente sind ein Zeichen der Liebe, Sympathie und der Wertschätzung. Ob bescheiden, nützlich oder teuer - manchmal liegen sie auch daneben - signalisieren sie dem Beschenkten "Ich denke an dich und möchte dir eine Freude machen". Der Schenkende ist oft bestrebt, seine Überraschung so originell zu gestalten, dass sie in Erinnerung bleibt. Aber wer bekommt schon so etwas, einen Fallschirmsprung aus 4000 Meter Höhe? Dietlinde Volpert erhielt so ein Präsent zu ihrem 70. Geburtstag. Nicht jeder würde darüber vor Freude sprudeln, doch Oma Dietlinde Volpert war voll begeistert als ihre Kinder und Enkel mit diesem "Kracher" gratulierten.

    Enkel Niklas hatte zum bestandenen Abitur einen Fallschirm-Tandemsprung erhalten, wobei Dietlinde und ihr Mann Berthold Volpert als Zuschauer auf dem Haßfurter Flugplatz zugegen waren. Hier keimte wohl auch der Gedanke, das Geschenk in gleicher Form zurückzugeben. Denn vor kurzer Zeit tauchten die Volperts erneut auf dem Fluggelände in Haßfurt auf, um Oma "Diti" aus vier Kilometer Höhe durch die Lüfte zu schicken.

    Weil er nicht als Memme gelten wollte, entschloss sich der Ehemann ebenfalls zu diesem Abenteuer, trat aber zugunsten von Tochter Carina zurück, die ebenfalls einen Sprung wagen wollte, denn es waren nur zwei Sprünge möglich. Wie ist das mit der Angst vor dem Fall in das Nichts? "Angst hatte ich in keiner Sekunde", lässt Dietlinde Volpert wissen. Ihre Tochter muss wohl dieses Gen auch in sich haben.

    In einen Springeranzug gekleidet mit Spezialbrille und Haube, ließ sich die Fuchsstädterin fest an den Tandem-Master "Manu" schnallen und saß bereits vor dem Absprung auf dessen Knien außerhalb des Flugzeugs. Immer noch kein flaues Gefühl im Magen? "Keineswegs, ich war völlig locker, so richtig happy und lachte sogar", erinnert sie sich.

    Auf Kommando ging "die Post ab". Raus aus dem Flieger und mehr als eine Minute 2500 Meter im freien Fall der Erde entgegen."Ich hatte, ganz entspannt, einen wunderbaren Ausblick auf Flüsse, Landschaften und Dörfer, das habe ich genossen", schwärmt die Schwindelfreie. Nach etwa zwei Minuten signalisiert ihr ein leichter Schlag, dass sich jetzt der Schirm öffnet. Etwa 20 Meter vor der Landung musste Dietlinde Volpert die Beine heben, denn der Tandem-Master erledigt den Rest und läuft für beide auf dem Boden ein Stück weiter. Dann sind sie wohlbehalten auf Mutter Erde zurück.

    Würde sie es noch einmal machen? "Jederzeit, Höhenangst kenne ich nicht", versichert die Fuchsstädterin, die auf frühere Erlebnisse verwies, beispielsweise beim Überqueren einer Hängebrücke über eine tiefe Klamm, beim Bergwandern oder im Shooter auf dem Volksfestplatz. Situationen, bei denen so mancher weiche Knie bekommt.

    Ehemann Berthold fotografierte den "Vogelflug" und fertigte daraus einen Bildband mit dem Titel "Mein verrückter Tandemsprung", den er seiner Frau zur Erinnerung schenkte.

    Winfried Ehling

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