• aktualisiert:

    Bad Brückenau

    Volkers: Zurück zu den alten Plänen

    Das Feuerwehrhaus in Volkers wird nun doch neben den Kindergarten gebaut. Das beschließen die Stadtvertreter nach einer kontroversen Diskussion, bei der schon gehörig Wahlkampf mitschwingt.
    Christian Kötzner, Kommandant der Volkerser Wehr, freut sich über die Entscheidung des Stadtrats. Foto: Ulrike Müller       -  Christian Kötzner, Kommandant der Volkerser Wehr, freut sich über die Entscheidung des Stadtrats. Foto: Ulrike Müller
    Christian Kötzner, Kommandant der Volkerser Wehr, freut sich über die Entscheidung des Stadtrats. Foto: Ulrike Müller

    Hoch her geht es bei der Diskussion um ein neues Gebäude für die Volkerser Wehr. Außer der Reihe treffen sich die Räte im Feuerwehrhaus Bad Brückenau . Der Saal ist gut gefüllt mit Zuhörern, auch ein paar Anwärter auf einen Sitz im Stadtrat sind darunter. Zunächst stellt Alfred Ditzel vom gleichnamigen Ingenieurbüro die Pläne vor. Sie sehen vor, auf dem Grundstück von Stadtrat Georg Zeitz (PWG) ein Feuerwehrhaus zu errichten, dass die Stadt mieten könnte.

    "Die Bauzeit würde sich enorm verkürzen", sagt Dietzel. Das Gebäude sei als Holzkonstruktion geplant, die Bodenplatte könne schon im Frühjahr verlegt werden. Anfang des Jahres 2021 sei das Gebäude fertig - pünktlich zum 125-jährigen Bestehen der Volkerser Wehr. Eigentlich hat der Stadtrat den Bau des Feuerwehrhauses neben dem Kindergarten schon beschlossen. Der Alternativstandort ist eine Initiative der PWG , um die Bauzeit zu verkürzen und Baukosten einzusparen.

    Schnell wird klar, dass die Feuerwehr die Begeisterung über die neuen Pläne nicht teilt. Christian Kötzner, Kommandant der Volkerser Wehr, und Michael Krug, der Bad Brückenauer Feuerwehrkommandant, erläutern den Räten, dass die Parkplätze ungünstig angeordnet sind. Auf dem Weg vom Privatauto ins Gebäude kämen den Feuerwehrleuten die Fahrzeuge weiterer eintreffender Kameraden entgegen. "Das ist definitiv nicht zulässig", sagt Krug.

    Umfassende Debatte

    Fast alle Räte melden sich daraufhin zu Wort. Viele Details werden angesprochen, etwa die Frage, ob der Brückenauer Weg am Kindergarten nicht zu schmal für ausrückende Feuerwehrfahrzeuge sei. "Sollte sich irgendwann in der Praxis ein Problem ergeben, müssen wir reagieren", stellt Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks ( CSU ) klar. Sie sagt aber auch, dass die Straße zum Feuerwehrhaus in Römershag noch viel verwinkelter sei als in Volkers.

    Im Laufe der Diskussion bricht PWG-Fraktionssprecher Dirk Stumpe eine Lanze für Zeitz: "Ich möchte ganz deutlich sagen: Im ersten Gespräch war er noch nicht einmal anwesend." In diesem Punkt stellt sich Meyerdierks klar an seine Seite. Die Stadt sei viel zu klein, um einen einzelnen Stadtrat für die Idee seiner politischen Gruppierung zu bestrafen, sagte sie deutlich.

    Die Frage, wie die Stadt die Mehrkosten für den Bau eines eigenen Feuerwehrhauses stemmen will, bleibt unbeantwortet. Ursprünglich hatte der Kämmerer 520.000 Euro dafür eingeplant. Die erste Kostenschätzung ging von rund 1,4 Millionen Euro aus . Auf Bitten des Stadtrats sparte Architekt Stefan Richter gut 300.000 Euro ein, so dass die Räte inzwischen von einer Investitionssumme von einer guten Million Euro ausgehen.

    Den finanziellen Aspekt vertieft der Stadtrat im nicht öffentlichen Teil der Sitzung. Am Ende kehrt der Stadtrat aber zum ursprünglichen Plan zurück, das Feuerwehrhaus auf städtischem Grund neben dem Kindergarten zu errichten. Die ursprüngliche Planung wird fortgesetzt. Als erstes schreibt die Verwaltung ein Schadstoffgutachten für den alten Kindergarten aus, der nun auf jeden Fall abgerissen wird. "Diese Entscheidung ist ganz im Sinne der Feuerwehr Volkers", betont Kötzner noch am Abend.

    Punkt für Punkt aus dem Stadtrat:

    Bahnhof Auf Nachfrage von Eberhard Schelle (PWG) teilte die Bürgermeisterin mit, dass im Februar die nächste Veranstaltung zur Gestaltung des Bahnhofareals für die Öffentlichkeit abgehalten werden soll. Dabei geht es auch um den Georgi-Park und die Georgi-Halle.

    Nahverkehr Verkehrsreferent Karlheinz Schmitt ( CSU ) griff die durch die Regierung beschlossene Erhöhung der Preise für Kraftstoffe auf. Die Bahn solle hingegen subventioniert werden. Schmitt sieht darin eine Benachteiligung des ländlichen Raums. Gerade ältere Bürger oder Familien mit Kindern könnten sich nicht unbedingt ein E-Auto leisten. Er bat die Stadtverwaltung, mit Nachdruck eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs zu fordern.

    Vorkaufsrecht Das Haus am Marktplatz, in dem sich das italienische Restaurant Da Rocco befindet, soll verkauft werden. Der Stadtrat beschloss in nicht öffentlicher Sitzung, das Vorkaufsrecht nicht auszuüben.

    Zwei Mal wöchentlich bequem per E-Mail:
    Abonnieren Sie jetzt den kompakten Bad Kissingen-Newsletter!

    Ulrike Müller

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!